21.12.2016

Newsletter Dezember 2016


Gott kommt zur Welt. Daran erinnern wir uns im Advent. Als Kind, klein und hilflos, kommt Gott zur Welt. Nicht die Macht ist seine Stärke, sondern gerade der Verzicht auf Macht.

Ein Kind bringt die Welt zum Leuchten. Es trägt die Welt und muss doch selbst getragen werden.
Das ist kaum zu begreifen. Gerade heute mag es uns noch schwerer fallen! Unsere Welt scheint immer dunkler zu werden. Angst geht um. Sinnloser Terror tötet wahllos Menschen, reißt in unendlichem Leid Familien auseinander, zerstört Zukunft: Paris, Brüssel, Nizza, München jetzt Berlin. Dem Morden in Syrien schaut die Weltgemeinschaft hilflos zu. Schutzsuchende sterben grausam im Mittelmeer oder werden in lebensbedrohliche Lagen abgeschoben. Rechtsextremisten säen Hass und Gewalt gegen das Fremde, spielen Arme gegen Arme aus und wollen unsere Gesellschaft spalten.
Vielleicht zünden wir in diesem Jahr zu Weihnachten besonders viele Kerzen an, schmücken unsere Räume und schaffen Refugien der Wärme und Geborgenheit in unserer dunklen und heillosen Welt. Wer könnte das nicht verstehen?!
Aber Weihnachten findet auch „draußen“ statt. Die Weihnachtsbotschaft überwindet Mauern und Gräben. Sie macht nicht halt vor Terror und Hetze. Sie richtet sich an alle Menschen. „Fürchtet euch nicht! Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ das verkünden die Engel. Die Weihnachtsbotschaft will uns – gerade heute - stärken. Sie will uns Zuversicht geben, sodass wir nicht in Angst vergehen oder dem Hass verfallen. Sie will uns ermutigen, dass wir Kraft finden, einzustehen für unsere offene Gesellschaft, für Mitmenschlichkeit und ein friedliches Zusammenleben von Menschen gleich welcher Religion, Herkunft und Hautfarbe.
Das Licht, das von diesem kleinen, schwachen, ohnmächtigen Kind im Stall von Bethlehem ausgeht, es will auch uns zum Leuchten bringen! Auch wir können trotz unserer geringen Kraft, Licht und Hoffnung bringen in die dunkelsten Ecken der Welt. Denn „Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“ (2. Kor 4, 6)

Im Namen aller Mitarbeitenden des IKG wünsche ich Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und - trotz allem - einen zuversichtlichen, hoffnungsvollen Start in das neue Jahr.

Klaus Breyer


Die Nacht ist vorgedrungen
Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!

So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.

Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her
.

(Aus Jochen Klepper, Weihnachtslied, Kyrie. Geistliche Lieder. Berlin, 1938,
S. 26., Evangelisches Gesangbuch, Lied 16)


Hier zum Nachlesen: IKG Newsletter Dezember 2016