27.03.2018

Newsletter März 2018


Foto: Congerdesign, pixabay.de

Knapp ein halbes Jahr (genau 171 Tage!) nach den Wahlen hat Deutschland endlich eine neue Regierung. Ein Novum: Noch nie dauerte es so lange, eine regierungsfähige politische Mehrheit zu finden. Ebenfalls ein Novum – wenn auch absehbar: Die AfD und mit ihr Teile der neuen Rechten sind nunmehr nicht nur in 14 Landesparlamenten, sondern auch im wichtigsten deutschen Parlament vertreten. Die Partei wird nun versuchen mit den erweiterten Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, an politischen Einfluss zu gewinnen. Wie damit umgehen?

Es gibt nicht den einen Weg im Umgang mit dem sich ausbreitenden Rechtspopulismus, sondern viele. Von großer Bedeutung ist die offen ausgetragene Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut. Bei Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung müssen kompromisslos rote Linien gezogen werden. Den populistischen Argumenten muss jedoch auch eine Politik gegenübergestellt werden, die belastbare Antworten auf die aktuellen gesellschaftlichen Probleme gibt.  Das lesenswerte Impulspapier "Konsens und Konflikt" der EKD Kammer für öffentliche Verantwortung sieht eine Chance darin, dass die harte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus unsere Demokratie stärken wird. Die demokratischen Parteien, alle konstruktiven zivilgesellschaftlichen Kräfte und natürlich auch die Kirchen  müssen ihre eigenen Positionen schärfen. Sie müssen diese besser erläutern und für ihren Kurs deutlicher werben. Das Parlament ist dafür ein zentraler Ort. Aber es braucht auch Plattformen und Think Tanks, wo konstruktiv, wahrhaftig und fair über die zentralen Herausforderungen unserer Zeit gestritten werden kann: zum Beispiel über gelingende Integration, mehr soziale Gerechtigkeit und bezahlbaren Wohnraum, eine achtsame Stadtentwicklung und ein Bildungssystem, das unabhängig von der sozialen Herkunft zum Erfolg führt.

Die Arbeit der Evangelischen Akademien erhält eine neue Bedeutung. Wo sonst im kirchlichen Bereich kann so intensiv an Grundfragen unserer Gesellschaft gearbeitet werden? Ich bin davon überzeugt: Gerade heute, brauchen wir die Akademien, in denen mit großer Kompetenz, um eine menschenwürdige und umweltgerechte Zukunft gerungen wird. Schon jetzt möchte ich Sie zu unserer prominent besetzten Tagung zur „Gesellschaftlichen Verantwortung der Kirche im Umgang mit dem  Rechtspopulismus“ vom 28. bis 29. September einladen. 

In unserem Newsletter informieren wir Sie wieder über unsere Projekte, halten Rückschau auf das, was stattgefunden hat, und halten Sie auf dem Laufenden, was in nächster Zeit ansteht. Ein Großereignis im Jahr 2019 wirft bereits seine Schatten voraus: Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund. Wir werden Sie ab jetzt in einer regelmäßigen Rubrik darüber informieren.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine frohe und gesegnete Osterzeit

Ihr Klaus Breyer
Institutsleiter

Das Impulspapier "Konsens und Konflikt" können Sie hier nachlesen.

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