14.11.2016

… noch ist nichts gewonnen!


Der Pariser Klimagipfel 2015 war ein großer Erfolg. Nach einem Verhandlungsmarathon von 20 Jahren (!) gelang es angemessene, völkerrechtlich verbindliche Ziele für den weltweiten Klimaschutz zu vereinbaren. Vom 7. Bis 18. November 2016 verhandelt die internationale Staatengemeinschaft, wie aus allgemeinen Zielen auch zielgerichtetes Handeln werden kann.
Mit anderen Worten: In Marrakesch wird Klimaschutz politisch konkret und damit gleichzeitig kompliziert. Interessensgegensätze in einzelnen Ländern brechen auf. Donald Trump hat bereits angekündigt, aus dem Vertragswerk auszusteigen. Ob die USA diesen Weg gehen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Leichter werden die Verhandlungen dadurch auf keinen Fall.
Aber auch Deutschland tut sich schwer, eine langfristige Klimaschutzstrategie zu entwickeln, die schlüssig aufzeigt, wie unser Land die Ziele von Paris erreichen will. Der am Wochenende nach zähem Ringen verabschiedete Klimaschutzplan 2050 weist zwar in die richtige Richtung, lässt aber in zentralen Handlungsfeldern, wie den Kohleausstieg und die Verkehrswende, die nötige Klarheit fehlen. "Die Energiewende und der damit verbundene Strukturwandel brauchen Zeit, damit sie sozial- und wirtschaftsverträglich gestaltet werden können - Zeit, die langsam knapp wird! Zentrale politische Entscheidungen beispielsweise zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern sind ohne Zweifel konfliktreich, dennoch dürfen sie nicht länger verschleppt werden. Sonst drohen noch größere Konflikte. Hier bestehe großer Handlungsbedarf, so Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft.
Auf Initiative von Breyer, der auch Synodaler der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, hat sich die EKD-Synode intensiv mit dem Thema befasst. Sie hat einen Beschluss gefasst, der klare Anforderungen an die zukünftige deutsche und internationale Klimapolitik formuliert. Dabei werden auch die Kirchen in die Pflicht genommen.
"In den letzten Jahren wurde im kirchlichen Bereich sehr viel erreicht. Die Evangelische Kirche von Westfalen hat Beeindruckendes geleistet. Nun aber müssen die bestehenden Handlungskonzepte an die längerfristigen Klimaziele von Paris angepasst werden. Auch sollte geprüft werden, wie eine Divestment-Strategie im kirchlichen Bereich gestaltet werden kann, das heißt das Abziehen von kirchlichem Anlagekapital aus Branchen der fossilen Energieträgergewinnung und Energieerzeugung.", so Klaus Breyer. Für die anstehenden energie - und klimapolitischen Debatten, ist der EKD-Synodenbeschluss zur konsequenten Umsetzung des Weltklimaabkommens von Paris eine gute Grundlage.