06.05.2019

Poesie und Politik


Eugen Soika

Am 1. Mai haben die Ruhrfestspiele begonnen - sie gehören zu den größten europäischen Theaterfestivals. Sie sind der Theatertradition verbunden und sprechen gleichzeitig aktuell in die gesellschaftliche Situation hinein, kommentieren mit ihren Stücken politische Entwicklungen und stellen in diesem Jahr den Bezug zwischen Poesie und Politik ins Zentrum.
Überraschend und auch berührend ist, wie nahe die Interessen von Kirche und Theater beieinander liegen. Selbstverständlich haben sie unterschiedliche Rollen in der Gesellschaft. Selbstverständlich sind ihre Anliegen und Ausrichtungen nicht deckungsgleich. Wie könnten sie das sein? Und doch ist die enge Verwandtschaft nicht zu übersehen.
Beide, Theater und Kirche, kennen Formate und Instrumente, die im - mehr oder weniger - grauen Alltag nicht immer zugänglich sind. Spiritualität und Poesie, geschützte Räume, Inszenierungen ... Zuweilen bedient sich die Wirtschaft dieser Instrumente - oder missbraucht sie gar - für ihre ökonomischen Zwecke.
Kirche und Theater sind ökonomische Zwecke fremd. Ökonomische Zwänge leider nicht.
Beide sind zivilgesellschaftliche Akteure, die in politischen Realitäten existieren und sich gleichzeitig von ihnen absetzen. Beide haben eine Botschaft, mit der sie in den Alltag und in die Gesellschaft hineinwirken wollen - und müssen.

Gottesdienst am 12. Mai um 10.00 Uhr