23.05.2014

Qualifiziert und zertifiziert zur Friedensbildung


Die zertifizierten Referentinnen und Referenten mit der Seminarleitung Bernhard Laß, Superintendentin Annette Muhr-Nelson (Friedensbeauftragte der EKvW), LKR Christine Busch (EKiR) und Klaus Breyer (Leiter des IKG ). Foto: PI Villigst

Über einen Zeitraum von 8 Monaten haben sich 23 Teilnehmende in der Aufgabe, die Schulen in NRW in der Friedensbildung zu unterstützen, am Pädagogischen Institut der EKvW fortgebildet. Die 23 frischgebackenen Referentinnen und Referenten für Friedensbildung an Schulen konnten nun in einem Gottesdienst in der Kapelle im Haus Villigst ihr Zertifikat aus den Händen der Friedensbeauftragten der EKvW, Superintendentin Annette Muhr-Nelson und der Landeskirchenrätin der EKiR, Christine Busch, entgegen nehmen. Zum ersten Mal ist diese Fortbildung in Kooperation der drei Evangelischen Landeskirchen in NRW (Westfalen, Rheinland und Lippe) durchgeführt worden.

In 6 Modulen haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Themen der Friedensbildung auseinandergesetzt, zu denen u.a. die Beschäftigung mit der eigenen Position und der Rolle in der "Friedensfrage" gehörten, als auch die Sicherheitskonzepte der deutschen Politik, die friedensethischen Positionen der Ev. Kirchen, der Diskurs über Gewalt und Gewaltprävention, die Chancen und Möglichkeiten der freiwilligen Friedensdienste, die konkrete Arbeit der Friedensfachkräfte in internationalen Konflikten und ihre Erfahrungen, die Verortung der Friedensbildung in den Lehrplänen der Schulen, die Analyse und Entwicklung von Unterrichtsentwürfen und Schulprojekten, eine Multiplikatorenschulung im Planspiel und die Vorstellung eines selbst erarbeiteten Unterrichts- bzw. Projektentwurfes in der Gruppe mit gegenseitiger kollegialer Beratung.

Mithelfen, die Urteilsbildung zu fördern
Zu Beginn des letzten Jahres "gab es am Institut in dieser Form nichts. Alles musste neu entwickelt und aufgebaut werden. Und nun können wir die ersten Referentinnen und Referenten den Schulen zur Einladung empfehlen," berichtet Pfr. Bernhard Laß, der seit Januar 2013 die Aufgabe als Dozent in Villigst übernommen hat. Die Referentinnen und Referenten könnten nun "mithelfen, die Urteilsbildung der Schülerinnen und Schüler zu Fragen persönlicher Friedens- und Gewissenentscheidungen zu fördern und Möglichkeiten sich aktiv für den gesellschaftlichen und internationalen Frieden einzubringen, aufzuzeigen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie auch eingeladen werden."

Ermöglicht und garantiert wurde die Qualität der Fortbildung durch die Fachkompetenz der Referentinnen und Referenten aus dem Pädagogischen Institut Villigst, dem Pädagogisch Theologischen Institut Bonn und dem Institut für Kirche und Gesellschaft Villigst. Zusätzlich wurden externe Referierende u.a. von der Berghof Fondation/Friedenspädagogik Tübingen, dem fränkischen Bildungswerk für Friedensarbeit und der Gewaltakademie Villigst hinzugezogen.
Nun können die Referentinnen und Referenten von Schulen in den Unterricht und zu Projekttagen, in die Lehrerfortbildung und zu Infoveranstaltungen eingeladen werden. Gemeinden können sie in die Jugend- und Konfirmandenarbeit einladen.

Weitere Kurse

Die drei beteiligten Landeskirchen bieten in Zusammenarbeit des Pädagogischen Instituts Villigst der EKvW mit dem Pädagogisch Theologischen Institut der EKiR eine zweite Fortbildung im Schuljahr 2014/2015 an. Sie wird am 6./7. Sept. 2014 beginnen und im Mai 2015 nach sechs Modulen beendet sein. Ort der Fortbildung ist diesmal das Haus der Begegnung der EKiR in Bonn-Bad Godesberg.