13.03.2012

Rio plus 20 – Wie nachhaltig ist die Green Economy?


16. - 17. März 2012

Kongress in der Evangelischen Akademie Villigst zusammen mit dem Eine-Welt-Netz NRW

Zwanzig Jahre nach dem ersten Nachhaltigkeitsgipfel in Rio findet vom 20.-22. Juni 2012 nun erneut eine Weltkonferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio statt (Rio plus 20).

Die Bilanz, die im Sommer in Rio gezogen werden muss, ist mehr als ernüchternd:

40 Jahre nach dem Bericht des Club of Rome, der die Grenzen des Wachstums darstellte,  20 Jahre nach der ersten Weltkonferenz für Nachhaltige Entwicklung in Rio zeigt sich,  dass weltweit der Ressourcenverbrauch dramatisch ansteigt,  der Klimawandel sich dynamisch verstärkt, die Artenvielfalt rapide abnimmt. Immer noch hungern fast 1 Milliarde Menschen.

Für eine menschen- und umweltgerechte Entwicklung müssen die Industrieländer, wie auch die aufstrebenden Schwellenländer, ihre Wirtschaftsmodelle auf eine zukunftsfähige Basis stellen. Zentrale Aufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft ist es, mit immer weniger Rohstoffen und Energie einen auskömmlichen Wohlstand für alle Menschen sicherzustellen – und dies auf demokratische und gesellschaftlich gleichberechtigte Art und Weise zu erreichen.

Aber wie kann eine lebensdienliche Wirtschaft ohne umweltzerstörendes Wachstum aussehen und wie kann sie zur Verringerung der weltweiten Armut und zu mehr Gerechtigkeit beitragen?

Als Evangelische Kirche von Westfalen sehen wir darin die Schlüsselfrage zur Lösung der großen Herausforderungen, vor denen wir im 21 Jahrhundert stehen.

Nach dem Umweltprogramm der UNO kann die „Grüne Ökonomie“ (Green Economy) solch ein Schlüssel sein. Auch viele Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sehen in Green Economy einen  Hoffnungsträger. Mit Investitionen in neue klimafreundliche Energiesysteme, in Landwirtschaft, in Stadtentwicklung u. a. soll eine nachhaltige Entwicklung weltweit erreicht werden. So steht die „Green Economy“ im Mittelpunkt der Weltkonferenz im Juni 2012.

Doch das Konzept einer Green Economy“  wird auch kritisiert, da Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit zu wenig berücksichtigt wird und es dem Wachstumsdogma folgt.

"Wie nachhaltig ist die Green Economy?" - lautet von daher die Kernfrage des Kongresses zu RIO+20, den wir vom 16. - 17. März zusammen mit dem Eine-Welt-Netz NRW durchführen.

Auf der Tagung wollen wir diskutieren, ob Green Economy die Strategie für eine ökologische und sozialverträgliche Wirtschaftsentwicklung ist und unter welchen Rahmenbedingungen Green Economy zur Armutsbekämpfung und mehr Gerechtigkeit beitragen kann. Dabei werden wir auch die Potenziale einer „Green Economy“ für NRW thematisieren.

Diese und andere Fragen diskutieren wir mit deutschen und internationalen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Referenten sind z. B. Johannes Remmel (Umweltminister NRW), Prof. Dr. Dirk Messner (stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen), Astrid Jakobs de Pádua ( Leiterin des Referates für Welternährung im BMELV), Sven Giegold (MdEP), Dr. Ekkerhard Thiesler (Vorstandsvorsitzender der KD-Bank) sowie  Gaoussou Gueye (Generalsekretär des westafrikanischen Verbandes der handwerklichen Fischerei) und Saurlin Siagian, (Vertreter einer NRO in Indonesien, die sich für Menschenrechte in Palmölplantagen einsetzt).

Kooperationspartner der Tagung sind u. a. das Amt für MÖWE, die Evangelische Akademie Villigst, das Eine Welt Netz NRW, der NABU NRW, die LAG 21 NRW.

<media 816>Einladungsprogramm</media>