16.12.2014

Seine Leidenschaft: Kirche und soziale Arbeit


Haben Dieter Rothardt (2. von links) in den Ruhestand verabschiedet (von links): Dr. Helmut Eiteneyer (Landesvorsitzender der Männerarbeit), Albert Henz (Theologischer Vizepräsident der EKvW) und Klaus Breyer (Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft). Foto: EKvW

Zehn Jahre lang hat Pfarrer Dieter Rothardt die Männerarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) geprägt. Jetzt ist er mit einem Festgottesdienst und einer anschließenden Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet worden.
Zahlreiche Weggefährten, darunter Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Kirche und Gesellschaft, sowie der Männerarbeit anderer Landeskirchen und der Evangelischen Kirche in Deutschland, haben den 58-Jährigen auf dem Weg in den neuen Lebensabschnitt begleitet.

"Ein Glücksfall für die Männerarbeit"
"Dieter Rothardt ist ein Glücksfall für die Männerarbeit der westfälischen Landeskirche und darüber hinaus", betonte Dr. Helmut Eiteneyer als Landesvorsitzender der Männerarbeit. Und Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, legte noch einen oben drauf: "Männer können und wollen mehr als Grillen und Bierzapfen. Mit dieser Einsicht und einer großen Portion Beharrlichkeit hat Dieter Rothardt die Männerarbeit vorangebracht."
Albert Henz, Theologischer Vizepräsident unterstrich vor allem das sozialpolitische Engagement Rothardts. Er habe viele tiefgreifende Transformationsprozesse erleben und dabei manches erleiden müssen. Dennoch habe er nicht den Kopf in den Sand gesteckt sondern voller Gottvertrauen die Veränderungen mitgestaltet.

Wichtige Themen für Kirche und Gesellschaft entwickelt
Als Landesmännerpfarrer hat Dieter Rothardt in den vergangenen Jahren zusammen mit der Männerarbeit wichtige Themen für Kirche und Gesellschaft entwickelt, darunter die Themen Familie (Mitarbeit an der Hauptvorlage "Familien heute"), Ehrenamt (Mitarbeit beim runden Tisch Ehrenamt) und Demografie.
Darüber hinaus hat er die Männersonntage in Westfalen etabliert (seit 2008), Jahresthemen gesetzt und zahlreiche Vater-Kind-Projekte angestoßen. Dazu zählen etwa Vater-Kind-Wochenenden und die Ausbildung von Leiterinnen und Leitern für Vater-Kind-Angebote.

Vom Mechaniker zum Theologen
Rothardt, der in Twiehausen (heute Stemwede) geboren wurde, absolvierte nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Mechaniker, bevor er an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Religionspädagogik und anschließend an der Ruhr-Universität in Bochum Theologie studierte.
Nach dem Vikariat in der Evangelischen Kirchengemeinde Hüls (Kirchenkreis Recklinghausen) wechselte Dieter Rothardt als Pastor im Hilfsdienst zur Industrie- und Sozialarbeit des Kirchenkreises Recklinghausen, 1996 dann zum ehemaligen Sozialamt der westfälischen Landeskirche. Dort hat er sich zusammen mit dessen Leiter Eduard Wörmann im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland intensiv mit Fragen der Arbeitslosigkeit beschäftigt.

Von Haus Ortlohn nach Villigst
Für die "gemeinsame Sozialarbeit der Konfessionen" hat der IT-begeisterte Theologe viele Jahre als Tagungsleiter gearbeitet und in dieser Funktion Menschen begleitet, die als Arbeitnehmer oder Vorgesetzte unmittelbar von den Strukturveränderungen im Ruhrgebiet betroffen waren. 2004 wurde er Landesmännerpfarrer im Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der EKvW und zog zusammen mit diesem von Haus Ortlohn (Iserlohn) nach Haus Villigst (Schwerte). (EKvW online vom 12.12.2014)