12.11.2012

Viva la musica! Von Tönen, Takt und Temperamenten


60 Frauen und Mädchen reisten am 10.-11.11.2012 nach Haus Villigst in Schwerte, um gemeinsam das Leben und die Musik zu feiern. Passend zum bundesweiten Themenjahr „Reformation und Musik“, veranstalteten das Amt für Jugendarbeit und das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen das 24. Villigster Mädchen- und Frauentreffen „Viva la musica!“. Am Samstag drehte sich alles um Tönen, Takt und Temperamente. In fünf verschiedenen Workshops konnten sich die Mädchen (ab 13 Jahren) und Frauen (bis 75 Jahren) selbst erproben und neue Erfahrungen sammeln. So z.B. bei Michaele Mohr im Workshop „Feel the Rhythm“- Trommeln was das Zeug hält! Hier galt es die Klangvielfalt der Trommeln und Percussionsinstrumente zu entdecken und wilde Sambarhythmen entstehen zu lassen. Den Umgang mit Misstönen und Konflikten lernten die Teilnehmerinnen im Workshop mit Anja Hillebrand, Gemeindepädagogin und Deeskalationstrainerin aus Siegen. Ziel war es dabei, das eigene Temperament kennenzulernen, um es dann bewusst in Konflikten ein-setzen zu können. Kreativ wurde es im Workshop mit Silke Korff, Schneiderin aus Dort-mund. Sie gestaltete und nähte mit den Teilnehmerinnen Taschen, in denen Musik wie MP3-Player, Handys oder kleinere Instrumente, ein neues Zuhause finden konnten Die eigene Melodie entdecken konnten die Mädchen und Frauen im Workshop mit Gabriele Wentzek von der Evangelischen Beratungsstelle in Siegen. Ziel war es, mit Hilfe von Liedern den eigenen Lebensweg zu beschreiten und schließlich die eigene Melodie zu entdecken, die glücklich macht. Wer sich etwas Gutes tun wollte, besuchte den Workshop „Klang fühlen“. Denn dort massierte Dr. Dorothée Gommen aus Hamburg die Teilnehmerinnen mit Tönen und Klängen. Am Samstagabend wurden die Ergebnisse der Workshops in einem intergenerativen, weiblichen Kulturfest feierlich präsentiert. Am Sonntag stand der Austausch zwischen den Mädchen und Frauen im Vordergrund. Die unterschiedlichen Generationen tauschten sich z.B. über die Sprache in kirchlichen Liedern aus. Sie fanden heraus, dass viele Lieder, die im Gottesdienst gesungen werden, ein männliches Gottesbild transportieren und sie ent-deckten neue Lieder in gerechter Sprache. „Es gibt ja auch viele Texte, in denen Gott nicht als Herrscher oder König besungen wird, sondern in denen weibliche und geschlechts-neutrale Formulierungen für Gott gefunden werden“, so Nicole Richter, Pädagogin und Journalistin im Frauenreferat der EKvW. Ins Diskutieren kamen die Teilnehmerinnen durch einen kurzen Film, der grundlegende theologische Fragen aufwarf“, so Anja Lukas-Larsen, vom Amt für Jugendarbeit der EKvW, „z.B.: Wie beeinflusst Gott meine Lebensmelodie? Und wie kann ich Gottes Klang in meinem Leben hören?“. Die Mädchen und Frauen tauschten sich über ihren Glauben, ihre Zweifel und ihre Hoff-nungen aus und feierten am Sonntagmittag mit den meditativen Gesängen der Tradition des Klosters Taizé einen gemeinsamen, spirituellen Abschluss.