30.11.2011

Weltklimagipfel in Durban 28.11.-09.12.2011


Schwerte (epd). Europa und westliche Industrieländer müssen nach Auffassung des kirchlichen Umweltexperten Klaus Breyer auch unabhängig vom Weltklimagipfel in Durban den Klimaschutz voranbringen. "Die Industrieländer können auch jetzt schon zusammen mit Schwellenländern wirksamen Klimaschutz betreiben", sagt der Umweltbeauftragte der westfälischen Landeskirche in Schwerte dem epd. Angesichts der Dramatik wäre es fatal, wenn die Länder erst weltweite Vereinbarungen abwarten würden. Was möglich sei, zeige die Energiewende in Deutschland oder das geplante Klimaschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen.

Um das vereinbarte Ziel noch zu erreichen, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssten jetzt Weichen gestellt werden, erklärte der Leiter des landeskirchlichen Instituts für Kirche und Gesellschaft. Während der Klimaverhandlungen der letzten 20 Jahre sei der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen um 45 Prozent gestiegen. Inzwischen sei CO2-Ausstoß von 33 Milliarden Tonnen erreicht - ein bislang absolutes Maximum.

Auf dem am Montag im südafrikanischen Durban begonnenen Klimagipfel muss nach Auffassung des Umweltexperten vor allem das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verlängert werden. Darin hatten sich die Vertragsstaaten verpflichtet, ihre Emissionen um durchschnittlich 5,2 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Außerdem müssten viel mehr Länder als bislang an der Initiative beteiligt werden. Die Vorgehensweise gegen den Klimawandel sollte zudem international völkerrechtlich vorgeschrieben werden, führte Breyer aus. In durban müsse auch der vorgesehene Fonds für Klimaschutz mit Leben erfüllt und dessen Finanzierung verbindlich festgelegt werden.

Zwar habe die europäische Schuldenkrise den Klimawandel aus den Schlagzeilen verdrängt, erklärte Breyer. In den Industrieländern müsse es jedoch das Bewusstsein geben, "dass wir weltweit Jahrzehnte mit einem gigantischen Ressourcenverbrauch über unsere Verhältnisse gelebt haben", erklärte der Theologe. "Wir haben Schulden gegenüber der nachwachsenden Generation aufgebraucht und tragen Schuld gegenüber den Ländern des Südens", unterstrich er. Industrieländer, die Hauptverursacher für den Klimawandel sind, müssten jetzt eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen, forderte Breyer. (epd Nr. 229, 28.11.2011)