01.10.2014

"Wir müssen zukunftsfähig werden"


Tagung der Evangelischen Akademie Villigst zu dem Thema
"Nachhaltige Entwicklung für unsere Gesellschaft"

Schwerte, 29.09.2014. „Das wird nicht ohne Konflikte gehen. Doch wir müssen Lösungen finden“, so Cordelia Kopsch, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Kirchen müssen ihre Möglichkeiten stärker nutzen. Nachhaltige Entwicklung muss Kernaufgabe der Kirchen werden: in der Bildung, in den ökumenischen Partnerschaften und in ihrem gesellschaftlichen Engagement.“
Seit der Rio-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ der Vereinten Nationen im Jahre 1992 haben sich Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auf den Weg gemacht, auch Deutschland nachhaltiger zu entwickeln. Der Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltveränderung hat dafür das Konzept der „Großen Transformation“ stark gemacht. Nachhaltige Entwicklung ist eine gemeinsame gesellschaftliche, politische, soziale, ökologische und wissenschaftliche Aufgabe.
„Die Kirchen können Orientierung geben, hebt Prof. Dr. Torsten Meireis, Universität Bern, hervor. „Sie stehen für Visionen, die dem guten Leben für viele folgen. Die Kirchen haben das Ziel, Gerechtigkeit für alle umzusetzen – gerade aus der Perspektive der Entrechteten.“
„Der spürbare Klimawandel, die zunehmende soziale Spaltung unserer Gesellschaft und eine prekäre Wirtschaftsentwicklung lassen uns unsicher werden, wie unsere Welt im Jahre 2070 aussehen wird“, sagt Prof. Dirk Messner, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE).
PD Dr. Uta von Winterfeld, Wuppertal Institut, will eine am Menschen orientierte Ökonomie und nicht eine reine Marktökonomie. Eines scheint klar zu sein: mehr Menschen müssen für diese Transformationsprozesse gewonnen werden. Die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen in den Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Stadtteilentwicklung und Konsumverhalten gilt es zu stärken. Bildung für Nachhaltige Entwicklung bietet Menschen die Möglichkeit, neue Kompetenzen zu erwerben. Politik ist für die fördernden Rahmenbedingungen verantwortlich. Die Wirtschaft muss sich mit dem Konzept des Nachhaltigen Wirtschaftens stärker auseinandersetzen. Die Kirchen stellen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.
„Gesellschaft und Wirtschaft müssen energieeffizienter werden und sozial gerecht umgestaltet werden. Die erfolgreiche Energiewende, eine klimaneutrale Stadtentwicklung und eine nachhaltige Landwirtschaft werden die zentralen Handlungsfelder sein“, zieht Dr. Peter Markus, Studienleiter der Akademie, als ein Fazit dieser Tagung. „Das muss mit einer kulturellen, gesellschaftlichen Wende einhergehen.“

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