02.09.2020

Zurück in den Seminaralltag


Die Teams vom IKG und Haus Villigst freuen sich auf einen Neustart in den Seminaralltag.

Endlich füllt sich der Innenhof vor dem historischen Herrenhaus von Haus Villigst wieder mit Leben: Seminarteilnehmer sitzen mit Abstand zueinander auf der grünen Wiese unter den gewaltigen amerikanischen Roteichen und diskutieren miteinander, in den Zimmern der Tagungsgäste wird wieder gelacht und die ersten Seminare des Instituts für Kirche und Gesellschaft (IKG) sind gestartet. Nach der Pause wegen der Corona-Krise kehrt der Tagungs-Alltag zurück - mit neuen Themen, neuen Ansätzen und ganz viel Motivation.

Es war eine beinahe gespenstische Zeit: Während der Zwangspause wegen Corona liefen nur die Schafe durch die grüne Parkanlage von Haus Villigst, die zentrale Bildungs- und Begegnungsstätte der Evangelischen Kirche von Westfalen. Normalerweise bilden sich hier jedes Jahr etwa 30.000 Männer und Frauen weiter, doch 2020 war einfach alles anders: Corona kam dazwischen. Mit weitreichenden Folgen:
Auf den sonst bis auf den letzten Platz besetzten Parkplätzen standen nur ganz wenige Autos und auf den Fluren des Instituts für Kirche und Gesellschaft herrschte entschieden zu viel Leere. Seminare mussten abgesagt oder im besten Fall verschoben werden. "Das hat uns natürlich hart getroffen", sagt Institutsleiter Klaus Breyer. "Auf der anderen Seite konnten wir einen Großteil der Arbeit, die unsere Referentinnen und Referenten schon in die Vorbereitung gesteckt haben, nutzen, um Tagungen neu aufzustellen, beispielsweise als Online-Veranstaltungen."

Ein Programm mit viel Substanz

Das frisch aufgestellte Veranstaltungsprogramm für das zweite Halbjahr 2020 hat viel Substanz. Verschobene Seminare sind wieder aufgenommen worden, aber auch neue Themen wurden gefunden. "Es ist eine hoch interessante Mischung entstanden. Zum Beispiel bieten wir das Fernstudium 'Theologie geschlechterbewusst' an. Aber auch Tagungen zu ökologischen Themen wie die Veranstaltung über die negativen Auswirkungen von Kunststoffen auf die Umwelt, Vater-Kind-Wochenenden oder eine Mediationsausbildung gehören zum breiten Bildungsangebot der Abteilungen unseres Instituts", erklärt Klaus Breyer.

Neue Tagungen - neue Themen

Im Bildungsangebot gibt es einige "alte Bekannte" zu entdecken - Veranstaltungen, die wegen der Zwangspause im Frühjahr nicht stattfinden konnten und nun in den Herbst verschoben wurden. Es sind aber auch etliche neue Tagungen dabei: zu den Themen Flucht und Asyl ebenso wie zu Afghanistan und Landwirtschaft, zu Totalitarismus, kulturellen und anthropologischen Vorstellungen von Zeit, Fragen zur Gentechnik, zu Sterbebegleitung oder auch zu Heinrich Heine, einem der bekanntesten politischen Dichter des 19. Jahrhunderts, der es wert ist, heute noch gelesen zu werden.
Das Programm der Evangelischen Akademie Villigst im IKG für das zweite Halbjahr 2020 wird es dieses Jahr erstmals nicht in gedruckter Form geben. Auch das liegt an Corona: Das Institut für Kirche und Gesellschaft geht neue digitale Wege. Eine Übersicht der Seminare gibt es daher nur online auf der Internetseite unter www.kircheundgesellschaft.de. Auf diese Weise können kurzfristige Änderungen schnell und flexibel eingepflegt werden, eine aktuelle Information ist jederzeit möglich.

Online unterwegs


Corona hat dafür gesorgt, dass die Weltklimakonferenz in Glasgow und der geplante 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit auf 2021 verschoben werden mussten. Der 1. Virtuelle Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist ein Beispiel für eine frisch auf die Beine gestellte Online-Veranstaltung, auch um die Klimakrise weiterhin zum Thema zu machen: Vom 25. September bis 2. Oktober werden acht bis zehn digitale Bildungsveranstaltungen zu Themen wie Klimagerechtigkeit, Planetare Grenzen, Ethik des Genug oder auch Mobilitätswende angeboten. Zu den Zoom-Online-Seminaren in einer Länge von 120 Minuten gehören ein Einführungsvortrag zum jeweiligen Thema, aber auch Zeit und Raum für Diskussionen in kleinerer Runde und Rückfragen an die Referenten per Chat. Während die Teilnehmenden und Referenten sich von zuhause aus ins Online-Seminar einwählen, erfolgt die Moderation und technische Steuerung im Pop-up-Studio in Haus Villigst.
Egal, ob online oder als Präsenztagung mit Maskenpflicht, Mindestabstand in den Seminarräumen oder einer verringerten Teilnehmerzahl: Das IKG stellt sich den Herausforderungen für das zweite Halbjahr 2020 und freut sich wieder auf spannende Veranstaltungen mit interessierten Teilnehmern.