Newsletter September 2014

Inhaltsverzeichnis

Editorial


Energiewende ohne Verkehrswende?

Heftige Debatten sind um das sogenannte Strommarktdesign, die Restlaufzeiten von Braunkohletagebauen und Kohlekraftwerken entbrannt. Der Anteil der Erneuerbaren wächst rasant. Der Energiemarkt ändert sich so tiefgreifend, wie die großen Versorger es sich bis vor kurzem nicht vorstellen konnten oder wollten.
Die Energiewende zählt zu den zentralen politischen Projekten in Deutschland. Sie wird uns als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe noch lange beschäftigen. Wenn wir genauer hinschauen, dann erleben wir zurzeit jedoch keine Energiewende, sondern eine „Stromwende“. Im Mobilitätssektor findet die Energiewende schlicht nicht statt. Im Gegenteil, die Entwicklung droht aus dem Ruder zu laufen. In den vergangenen 20 Jahren sind die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich um 12 Prozent auf jetzt rund 200 Millionen Tonnen/a gestiegen.
Mittlerweile werden 21 Prozent der gesamten Klimagase durch den Verkehr freigesetzt. Politisch müssten richtige Anreize gesetzt werden, z. B. indem die seit Jahrzehnten unterfinanzierten öffentlichen Verkehrsmittel ausgebaut und der besonders klimaschädliche Flugverkehr besteuert wird. Dazu gehört auch eine Stadtentwicklungsplanung, die die Städte stärker an den Bedürfnissen des Fußgängers und der Radfahrer/in ausrichtet. Im Automobilbereich kommt eine ganze Reihe sinnvoller ordnungspolitischer Instrumente, wenn überhaupt, nur halbherzig zum Einsatz: verbindliche CO2-Grenzwerte, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, eine CO2-basierte Kfz-Steuer oder die Reform der Dienstwagenbesteuerung.
Erkennbar ist eine jahrzehntealte, sich weiter festigende infrastrukturelle Pfadabhängigkeit, die den motorisierten Individualverkehr bevorzugt. Dabei nimmt sie hohe gesellschaftliche Kosten in Kauf, unterläuft den Klima- und Umweltschutz und schwächt die Gesundheitsvorsorge in unserem Land. Laut einer Studie der TU Dresden fallen im Verkehrssektor in Deutschland jährlich 88 Milliarden Euro an ungedeckten externen Kosten an, für die die Allgemeinheit aufkommen muss.
Die Verantwortung liegt jedoch nicht allein bei der Politik, sondern auch bei jedem Einzelnen.
Warum nicht jetzt mit der „Verkehrswende im Kleinen“ bereits beginnen? Klimafreundlicher Verkehr – das verbinden viele Menschen zunächst mit Mühsal, Verzicht und dem Verlust von Freiheit und Lebensqualität. Aber ist das immer so?
Wenn es gelingt erzwungene Mobilität abzubauen, wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Stadt fahren müssen, weil Kinder gefahrlos diese Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad zurücklegen können, dann gewinnen Eltern Zeit und Kinder erleben Bewegung und selbstständige Aneignung der Umwelt. Wenn wir konsequent auf umwelt- und sozialverträgliche Mobilität setzen, erreichen wir Muße und erlebnisreiche Mobilität statt Stress, Hektik, nervenaufreibende Staus und Parkplatzsuche.
Es ist nicht einfach, nachhaltig mobil zu sein, in Strukturen, die oftmals dieser Mobilität entgegenstehen. Aber es ist wichtig, dies auszuprobieren und dort wo es möglich ist - und oft ist mehr möglich – mit der eigenen „Verkehrswende“ zu beginnen. Ein Erfahrungsraum für diese „andere“ Mobilität, kann u. a. auch der Raum der Kirche sein.
In dieser Ausgabe präsentieren wir ermutigende Beispiele aus dem kirchlichen Bereich. Die Klimaschutzagentur im IKG hat einen neuen Arbeitsschwerpunkt „Mobilität“ eingerichtet und berät Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen gerne, die eigene Verkehrswende zu gestalten. Scheuen Sie sich nicht, Kontakt aufzunehmen!
Als Institut werden wir verstärkt verkehrspolitische Diskurstagungen anbieten und dabei die Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Mobilität in Ballungs- wie in den ländlichen Räumen betrachten.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auch auf unsere nächste Tagung in der Reihe „Nachhaltige Entwicklung“ hinweisen. Die Tagung „Transformation als sozio-kulturelle Aufgabe“ diskutiert die gesellschaftlichen Bedingungen, Chancen und Blockaden auf dem Weg zu einer wirtschaftlich stabilen, sozial- und umweltgerechten Gesellschaft. Das Themenfeld Mobilität spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wie immer finden Sie in diesem Newsletter weitere lesenswerte Hintergrundberichte und interessante Tagungsangebote, die ich Ihnen ebenfalls sehr empfehle.

Mit besten Grüßen

Ihr
Klaus Breyer

Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

Klimafreundlich unterwegs – in der Evangelischen Kirche von Westfalen


Weil Schöpfungsverantwortung leicht im Munde zu führen und manchmal schwer umzusetzen ist, stand eine Woche im Juni in der evangelischen Kirche von Westfalen unter dem Thema „Nachhaltige Mobilität“. Diese Woche bot Gelegenheit, sich über die Umweltverträglichkeit des eigenen Lebensstils Klarheit zu verschaffen. Gleichzeitig war sie Auftakt für die weitere Verbreitung guter Ideen, die in vielen Kirchengemeinden, Kirchenkreisen oder kirchlichen Einrichtungen in Westfalen bereits umgesetzt werden.
Wie können wir alle in Zukunft mobil bleiben? Wie wird Mobilität umweltfreundlicher? Und was kann jede(r) einzelne aber auch die Gemeinschaft im Alltag dazu beitragen?
Veränderung beginnt bekanntlich im Kopf – mit guten Ideen. „Diese Ideen umzusetzen, erfordert manchmal viel Überwindung“, sagt Volker Rotthauwe, Pfarrer für Nachhaltige Entwicklung am Institut für Kirche und Gesellschaft. „Mit kleinen Schritten zu beginnen und damit gute Erfahrungen zu machen, lohnt sich aber.“
Und es gibt sie bereits an vielen Orten: Aktionen und Projekte für eine nachhaltige(re) Mobilität in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ob groß oder klein, langfristig angelegt oder als Einzelaktion ... einige Beispiele finden Sie unter: www.kircheundgesellschaft.de

Mit dem Leih-Fahrrad nach Haus Villigst


Für den Weg zwischen dem Bahnhof Schwerte und Haus Villigst besteht die Möglichkeit,  an der "Radstation" ein Fahrrad auszuleihen. Die Radstation befindet sich, wenn man aus dem Bahnhof herauskommt gleich links vom Eingang. Montags bis freitags können dort von 9.00 bis 18.00 Uhr Fahrräder ausgeliehen und zurückgebracht werden. Die Räder können tageweise oder auch für mehrere Tage zu einem Tagespreis von 4,00 Euro gemietet werden.

Weitere Informationen: www.kircheundgesellschaft.de

Lasten auf die Räder!


Es ist kaum zu glauben, was alles in einer Kirchengemeinde zwischen Kirche, Pfarrhaus und Kindertagesstätten hin und her zu transportieren ist. Thermoskannen und Sektgläser müssen in die Kirche, der Rasenmäher auf die Spielwiese und Kopierpapier in die Kindergärten. Dinge, für die das Auto zu groß ist, aber der Gepäckträger am Fahrrad zu klein. Schnell kommen dabei einige Kilometer zustande – die lassen sich auch mit einem Lastenrad zurücklegen. Anschaulich hat dies auch schon der Kirchentag 2013 in Hamburg gezeigt.
Wer Interesse an einem Kauf oder ersten Informationen hat, findet detaillierte Informationen zur Anschaffung, zum erfolgreichen Einsatz etc. unter www.lastenrad.vcd.org. Da die Anschaffung nicht ganz günstig ist bietet sich eine Misch-Finanzierung an, z.B. in Kombination mit einer Spendenaktion. Organisieren ließe sich dies auch mit Hilfe eines "Crowdfunding“, im Rahmen dessen den Projektunterstützern gleich die Mitnutzung des Lastenrades angeboten werden könnte …

Weitere Informationen und Unterstützung bietet die Klimaschutzagentur EKvW: Dorothee Albrecht
Fon: 02304/755 337
eMail: dorothee.albrecht@kircheundgesellschaft.de

Mobilitäts-Internetseite der EKD für Kirchengemeinden


Zahlreiche Praxisbeispiele und Tipps für eine nachhaltige Mobilität stellt die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in den Gliedkirchen der EKD (AGU) auf einer eigenen Internetseite zur Verfügung.

Aufgeschlüsselt nach Zielgruppe, Verkehrsmittel und Aktion können lassen sich dort passende Anregungen für eigene Projekte finden. Die Beispiele zeigen konkrete Möglichkeiten auf, wie Kirchengemeinden, aber auch jeder einzelne im Alltag einen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität leisten können.

Weitere Informationen unter: www.ekd.de/agu

Prima Klima - Radiobeitrag


Interview mit Dorothee Albrecht zum Klimaschutz in der Evangelischen Kirche von Westfalen
Es wurde mal wieder eng. Gestern Morgen beim Frühstück. Schnell noch das Brot schmieren, Jacken an, Schuhe und ab im Laufschritt - ins Auto. "Warum gehen wir nicht zu Fuß?", fragt meine Tochter, "weil wir zu spät sind", sage ich. Nach zwei-, dreihundert Metern stehen wir. In einer Autoschlange vor der Kita. Auch in den anderen Autos Muttis und Vatis, die gestresst auf die Uhr schauen. Draußen die Schwaden aus Abgasen, drinnen quengelnde Kinder. Was für ein Wahnsinn!

Mehr lesen und hören?
www.klimaschutz-ekvw.de oder direkt  www.kirche-im-wdr.de

Praktischer Klimaschutz – mit der Aktion "Zu Fuß zur Schule“


Das alltägliche Verkehrschaos morgens mit den Kindern vor der Schule… ließe sich vermeiden! Zum Beispiel mit einem sogenannten „Laufbus“, einer  durch  Eltern organisierten Laufgemeinschaft – quasi ein Schulbus auf Füßen. Einmal ausprobiert können Eltern erleben, wie stressfrei der Weg zur Schule sein kann, auch ohne dass sie viel Zeit für das Bringen und Holen investieren müssen. Das bringt Entspannung und trägt gleichzeitig zum Klimaschutz bei. Gelegenheit zum Ausprobieren gibt es vom  22. September bis 02. Oktober 2014 bei der Aktion „Zu Fuß zur Schule“, die der ökologische Verkehrsclub VCD organisiert.

Weitere Informationen unter: www.klimaschutz-ekvw.de

Tipps und Termine

Nachhaltige Entwicklung für eine zukunftsfähige Gesellschaft


Transformation als sozio-kulturelle Aufgabe

26. – 28. September 2014
Haus Villigst, Schwerte 

Seit der Rio-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ der Vereinten Nationen im Jahre 1992 haben sich Politik, Gesellschaft und Wirtschaft auf den Weg gemacht, auch Deutschland nachhaltiger zu entwickeln. Der Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltveränderungen hat dafür das Konzept der „Großen Transformation“ stark gemacht. Nachhaltige Entwicklung ist eine gemeinsame gesellschaftliche, politische, soziale, ökologische und wissenschaftliche Aufgabe. Wir werden eine kritische Bilanz ziehen, was bisher erreicht worden ist auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft.
Eines scheint klar zu sein: mehr Menschen müssen für diese Transformationsprozesse gewonnen werden. Die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen in den Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Stadtteilentwicklung und Konsumverhalten gilt es zu stärken. Bildung für Nachhaltige Entwicklung bietet  Menschen die Möglichkeit, neue Kompetenzen zu erwerben. Politik ist für die fördernden Rahmenbedingungen verantwortlich. Die Wirtschaft muss sich mit dem Konzept des Nachhaltigen Wirtschaftens stärker auseinandersetzen. Die Kirchen stellen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.
In den drei exemplarischen Handlungsfeldern Quartier und Lebensqualität,  Nachhaltiges Wirtschaften und Arbeiten und Gerechte internationale Zusammenarbeit werden wir die Hindernisse analysieren und beraten, wie die nächsten Schritte aussehen können. Dazu sind Fachleute aus verschiedenen Bereichen eingeladen.
In unserer Veranstaltung werden Vertreterinnen und Vertreter aus den praktischen Arbeitsfeldern, aus Politik und Kirche sowie andere Interessierte gemeinsam Zukünfte ausarbeiten können. Die Veranstaltung steht im Kontext der Arbeit der Kirchen, eine Nachhaltige Entwicklung und die Große Transformation voranzubringen.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.kircheundgesellschaft.de

Interkulturelle Woche 2014


Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens ist die jährlich stattfindende Interkulturelle Woche inzwischen eine feststehende Institution. Im Zeitraum von Mitte September bis Mitte Oktober (bundesweit empfohlener Termin: 21. bis 27. September 2014) laden Verbände, Kirchengemeinden, Gemeinden anderer Religionen, Integrationsräte und andere Akteure zu Kulturveranstaltungen, Vortragsabenden, Ausstellungen, Friedensgebeten und vielen weiteren Angeboten ein, um das friedliche und einträgliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft und Kultur in der Stadtgesellschaft zum Thema zu machen. mehr ...

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gedanken zum Verhältnis von Interkulturalität und Interreligiosität


Im Zusammenhang von Interkulturalität wird häufig – sei es parallelisierend oder sei es kontrastierend – der Begriff der Interreligiosität verwendet. Beide Begriffe verweisen auf Begegnungen zwischen behaupteten Entitäten, nämlich in dem einen Falle zwischen verschiedenen Kulturen, im anderen Falle zwischen verschiedenen Religionen bzw. deren Repräsentanten. Trotz der Nennung beider Begriffe im selben Kontext – um nicht zu sagen: in einem Atemzug – ist das Verhältnis beider zueinander jedoch äußerst umstritten.
Für die einen sind Interreligiosität und Interkulturalität Komplementärbegriffe. Interreligiosität sei von Interkulturalität nicht klar zu trennen, aber doch eindeutig zu unterscheiden. In diesem Sinne wird zum Beispiel darauf verwiesen, dass die Inferiorität der Frau in einigen muslimisch geprägten Ländern nicht aus der islamischen Religion abzuleiten sei, sondern Folge patriarchalischer Kultur sei. Oder es wird argumentiert, dass das Ritual der Zweitbestattung bei den christlichen Batak-Kirchen auf Sumatra kein religiöses Ritual sei, sondern aus der vorchristlichen Kultur entstamme. mehr ...

Quartier trifft Demografie


Engagement für ein gutes Zusammenleben

19. - 20. September 2014
Haus Villigst, Schwerte

Städte, Gemeinden und Kirchen stehen vor großen Herausforderungen. Einwohner- und Mitgliederzahlen gehen bis auf wenige Ausnahmen zurück. Die Menschen werden älter und Personen für aktives Engagement zu begeistern ist und bleibt schwierig. Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel wird häufig von einer „bunter“ werdenden Gesellschaft gesprochen. Doch wie wird die Gesellschaft in Zukunft aussehen? 

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.kircheundgesellschaft.de

Ohne Moos nichts los?


Die soziale Dimension der Energiewende

KLIMA.SALON
25. September 2014
im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen

Klimawandel und Energiewende stellen Kommunen vor Herausforderungen, bei denen unweigerlich auch soziale Fragestellungen ins Blickfeld rücken. Die Preise für Strom- und Wärmeversorgung sowie für Mobilität steigen stetig. Energetische Gebäudesanierungen können in der Folge höherer Mieten zu einer Verdrängung von Mietern führen. Insbesondere in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an einkommensschwachen Haushalten stellt sich die Frage, ob die Verteilung von Lasten und Chancen der Energiewende gerecht ist.
Ziel dieses Klima.Salons ist es, die soziale Dimension der Energiewende und insbesondere die spezifischen Herausforderungen für Quartiere zu beleuchten. Es werden Beispiele und Ansätze vorgestellt, wie einer sozialen Ausgrenzung entgegenwirkt und zugleich zum Gelingen der Energiewende beigetragen werden kann.

Das Institut für Kirche und Gesellschaft ist Mitinitiator des KlimaDiskurs.NRW und hat diese Veranstaltung mit konzipiert.

Programmflyer

"Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen!"


Über den Grenzverlauf zwischen Islamkritik und antimuslimischem Rassismus

10. - 11. Oktober 2014
Internationales Evangelisches Tagungszentrum Wuppertal

Die Evangelische Akademie Villigst, der Interkulturelle Rat in Deutschland e.V. und das Deutsche Islamforum laden ein zu einer Tagung, bei der unter anderem Aiman A. Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime) und Prof. Dr. Heiner Bielefeldt (UN-Sonderbeobachter für Menschenrechte) als Referenten mitwirken:
Ablehnende und skeptische Einstellungen gegenüber Muslimen in der Bevölkerung sind laut repräsentativer Studien in Deutschland und ganz Europa weit verbreitet - nicht nur bei Menschen, die Religionen generell kritisch gegenüberstehen, sondern auch bei „Christenmenschen". Angst um die kulturelle Identität der Gesellschaft und vor Terrorismus sowie die Sorge um die Bewahrung emanzipatorischer Errungenschaften und Freiheitsrechte tragen hierzu bei. Solche Befürchtungen müssen ernst genommen, offen angesprochen und fair und sachlich diskutiert werden.
Zugleich ist jedoch zu beobachten, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Bewegungen sich ablehnende Einstellungen gegenüber Muslime zu Nutze machen und versuchen, damit in der Mitte der Gesellschaft anschlussfähig zu werden. Deutlich wird dies unter anderem an zahlreichen Internetblogs, in denen sich User im Schutz der Anonymität mit dem Islam und dem Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland befassen. Kritiker beklagen, dass Muslime in einigen Blogs herabwürdigend angegriffen und beleidigt werden. Die Tagung wird daher den Grenzverlauf zwischen berechtigter Kritik und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit thematisieren und konkrete Beiträge gegen antimuslimischen Rassismus aufzeigen.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.kircheundgesellschaft.de

Sich gemeinschaftlich mit Wärme versorgen


Energiegenossenschaften erschließen das Geschäftsfeld Nahwärme

16. - 18.Oktober 2014
Münster

Das Thema Nahwärme erweist sich bisher für Genossenschaften als ambitioniert. Das erforderliche Know-how für die Planung, Entwicklung und das Betreiben von Nahwärmenetzen ist wesentlich größer als bei Photovoltaikprojekten.
Mit Unterstützung der EnergieAgentur.NRW bietet das Institut für Kirche und Gesellschaft gemeinsam mit Innova eG deswegen vom 16. bis 18.10.2014 in Münster ein Seminar zum Thema Nahwärme für Energiegenossenschaften an. Das Seminar „Sich gemeinschaftlich mit Wärme versorgen“ gibt Energiegenossenschaften das nötige Wissen an die Hand, um Nahwärmnetze wirtschaftlich erfolgreich auf den Weg zu bringen und zu betreiben. 

Alle Informationen zum Seminar finden sich unter: www.kircheundgesellschaft.de

Projekt Kind: Veränderte Gesellschaft - veränderte Kindheit


24. - 25. Oktober 2014
Haus Villigst, Schwerte

Diese Tagung ist der Beginn einer Tagungsreihe, in der wir uns mit der veränderten Vorstellung von Kindheit, bspw. Kindheit als Projektionsfläche elterlicher Wunschvorstellungen, Erwartungen an die Rolle von Kindern in der Gesellschaft, beschäftigen wollen. In diesem Jahr stehen die Wechselbeziehungen zwischen der Rolle von Kindern in den Familien und der Gesellschaft im Fokus. Verschiedene Disziplinen werden herangezogen, um ein facettenreiches Bild von Kindheit zu entwerfen und auch die Auswirkungen zu beschreiben, die die veränderten Gesellschaftsbilder z.B. auf die Arbeit der Kinder-, Jugend- und Familienberatungsstellen haben.
Auslöser für diese Tagung war die Beobachtung, dass sich die Anzahl der Kinder in unserer Gesellschaft verringert (Anm.: Im Jahre 2011 wurden nach Quellen des Statistischen Bundesamtes nur halb so viele Kinder geboren wie 1964) und sich gleichzeitig die Wahrnehmung von Kindheit verändert hat.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.kircheundgesellschaft.de

"Wind of change - Wind of chance?"


Veränderungen in der Arbeitswelt als Herausforderung für kirchliches Handeln
Ein Arbeits-Tag der Evangelischen Kirchen in NRW

28. Oktober 2014
Dortmund

Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Kirche im Rheinland und der KDA der Evangelischen Kirche von Westfalen veranstalten einen gemeinsamen „Arbeits-Tag“.
Dabei stehen gegenwärtige und künftige Formen kirchlicher Begleitung arbeitsweltlicher Prozesse im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden werden sich über die Wahrnehmung kirchlicher Kontakte zu Belegschaften und Unternehmensleitungen austauschen und Bedingungen für eine qualifizierte Wahrnehmung von Umbrüchen in der Arbeitsgesellschaft durch die Landeskirchen und ihre Diakonie diskutieren.

Weitere Informationen finden Sie im Programmflyer.

Vorurteile und Rassismus in der Kirche erkennen und überwinden


28. Oktober 2014
Haus Villigst, Schwerte

Seit dem Bekanntwerden des rechtsterroristischen Netzwerkes NSU ist das Thema Rechtsextremismus in aller Munde. Was viele nicht für möglich gehalten hätten, wird nun vor Gericht und in Untersuchungsausschüssen aufgearbeitet. Der Rechtsextremismus hat jedoch noch eine andere Dimension, über die weniger berichtet wird, die uns aber jederzeit im Alltag begegnen kann: Laut neuesten Studien teilen immerhin 5,6% der Deutschen eine „manifeste rechtsextreme Weltanschauung“, Ressentiments gegenüber bestimmten Gruppen liegen weit darüber.
Es finden sich Vorurteile und manifester Rechtsextremismus auch unter Kirchenmitgliedern wieder. Der Umgang mit Vorurteilen und Rechtsextremismus ist insofern eine Querschnittsaufgabe auch in der kirchlichen Arbeit. Um dieser kirchlichen Verantwortung gerecht zu werden, haben sich in den Kirchen zahlreiche Initiativen gegründet, die mit Kampagnen wie etwa „Nächstenliebe verlangt Klarheit“ oder „Unser Kreuz hat keine Haken“ klare Abgrenzungen vornehmen und Impulse zur Überwindung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit liefern.
Dieser Studientag will nicht nur für das Thema sensibilisieren, sondern zugleich auch Beispiele guter Praxis in den unterschiedlichen Handlungsfeldern vorstellen. Wir haben dazu Akteurinnen und Akteure eingeladen, über die Arbeit ihrer Initiativen und Arbeitsgemeinschaften zu berichten.

Wir laden Sie daher gemeinsam mit dem Amt für Jugendarbeit ein, aktiv mitzuarbeiten und gemeinsam Lösungsansätze weiterzuentwickeln!

Programm und Anmeldung

Zwei Lehrhäuser im christlich-jüdischen Dialog


Das Lehrhaus ist eine uralte, im Judentum kultivierte Form des Lernens aus der Bibel. An der Akademie bieten wir seit einigen Jahren solche Lehrhäuser an. In diesem Herbst gleich zweimal:

BaMidbar – Das Volk Israel in der Wüste
Lehrhaus mit Rabbi Birnbaum
03. - 04. November 2014
Ruhruniversität Bochum

Lehrer, Richter, König. Jesus im Matthäusevangelium
Lehrhaus mit Klaus Wengst
06. - 07. Dezember 2014
Haus Villigst, Schwerte

Nähere Informationen erhalten sie bei: Elisabeth.Lane-Brandau@kircheundgesellschaft.de

Unglaublich wundervoll!


25. Villigster Mädchen- und Frauentreffen

15. - 16. November 2014
Haus Villigst

Manchmal ist unser Leben einfach unglaublich …manchmal ist es der Wunder voll und manchmal eher wundersam eintönig … Klar ist: Die Kunst besteht darin, das Leben in der ganzen Vielfalt anzunehmen. Das ist nicht immer leicht, aber ein gutes Ziel!, denken die Veranstalterinnen des Villigster Mädchen- und Frauentreffens der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Unter dem Motto „Unglaublich wundervoll“ organisieren das Amt für Jugendarbeit, Vertreterinnen aus der Evangelischen Jugend und das Frauenreferat der EKvW am 15./16.11.2014 das 25. Villigster Mädchen- und Frauentreffen (Programmflyer). Erstmalig auch in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Schwerte. Alle Mädchen und Frauen (von 13 und 99 Jahren) sind  zu dem intergenerativen Wochenende herzlich eingeladen!
„Am Samstag können die Mädchen und Frauen so Einiges entdecken: Es gibt erlebnisreiche Workshops wie Improtheater, Nähen, Meditation oder auch  Auto reparieren!“, sagt Meike Zeipelt vom Amt für Jugendarbeit der EKvW. Am Samstagabend findet ein Mädchen- und Frauenkulturfest mit einem Mahl an langen Tischen statt. Am Sonntagmorgen wird die Tatsache, dass Mädchen und Frauen unglaublich wundervoll sind, historisch, aktiv und spirituell beleuchtet.
Passend zum 25-jährigen Jubiläum gibt es eine weitere Neuigkeit. „Erstmalig ist das Villigster Mädchen- und Frauentreffen auch inklusiv - also offen für beeinträchtigte Mädchen- und Frauen.“, so Nicole Richter vom Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Das Wochenende kostet 35,- €, inklusive Programm, Verpflegung und Übernachtung in Haus Villigst, Schwerte. Wer einer anderen Frau oder einem Mädchen die Teilnahme ermöglichen will, kann auch einen höheren Betrag zahlen.

Anmeldungen sind ab sofort im Frauenreferat möglich unter 02304/755 230 oder www.kircheundgesellschaft.de

Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.ev-jugend-westfalen.de/muf

Aktion 5.000 Brote


Konfis backen Brot für die Welt

Im Rahmen dieser Aktion backen die Konfirmandinnen und Konfirmanden Brote zugunsten von Kindern und Jugendlichen in Entwicklungsländern. Die Bäckereibetriebe öffnen dafür ihre Backstuben. So gewinnen die Konfis auch einen Einblick in einen handwerklichen Beruf. Der Erlös aus dem Verkauf der Brote kommt Ausbildungsprojekten in Kolumbien, Bangladesch und in Ghana zugute, die von Brot für die Welt unterstützt werden.

Die Aktion findet von Erntedank bis zum 1. Advent 2014 statt, in der Evangelischen Kirche von Westfalen - und bundesweit.

Weitere Informationen, Materialien für Konfirmandenarbeit und Gottesdienst sowie Werbeflyer und Plakate auf der Internetseite www.5000-brote.de.

Personalia

Wechsel in der Verantwortung für die MobbingLine


Das Institut für Kirche und Gesellschaft ist für die EKvW Partner der vom Ministerium für Arbeit, Integration, Soziales (MAIS) organisierten MobbingLine NRW (0211-8371911).

14 Ehrenamtliche stehen an zwei Tagen pro Woche für jeweils eine Stunde den Ratsuchenden zur Verfügung.
Für den Kontakt zu den Ehrenamtlichen und die Erstellung der Dienstpläne ist ab Oktober 2014 Friederike Höher, Referentin im IKG, verantwortlich. Sie vertritt die EKvW in der Steuerungsgruppe der MobbingLine NRW.
Sie übernimmt diese zentrale Aufgabe von ihrem Kollegen Bernd Müller, der 12 Jahre seit Gründung der MobbingLine in diesem Bereich tätig war. mehr ...

Kontaktdaten:
Fon: 02304/755 345
eMail: friederike.hoeher@kircheundgesellschaft.de

Axel Rolfsmeier


Axel Rolfsmeier (49) war 22 Jahre als Sozialarbeiter im Diakonischen Werk Dortmund beschäftigt.  Seine Arbeitsschwerpunkte in dieser Zeit  waren Flüchtlingsarbeit, Arbeitsförderung, Bahnhofsmission, Schulsozialarbeit, Schuldnerberatung und Wohnungslosenhilfe. Seine Erfahrungen u.a. auch als Coach für Ehrenamtliche der Bahnhofsmission bringt er nun als Referent für Sozialpolitik im Fachbereich "Wirtschaft, Arbeit und Soziales" im Institut für Kirche und Gesellschaft ein. Soziale Sicherungssysteme und gemeinwesenorientierte Projekte der Kirche sind erste Tätigkeitsschwerpunkte.
Axel Rolfsmeier ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.


Kontaktdaten:
Fon: 02304/755 348
eMail: axel.rolfsmeier@kircheundgesellschaft.de

Birgit Weinbrenner


Studienleiterin der Evangelischen Akademie Villigst

Birgit Weinbrenner ist Pfarrerin und besitzt einen Masterabschluss in Europäischer Kultur und Wirtschaft. Sie leitete bis April 2014 das bundesweite und ökumenische Projekt ‚Zukunft einkaufen‘ zu nachhaltiger Beschaffung im Raum der Kirchen und ihrer Einrichtungen. Zuvor arbeitete sie bei der Konferenz Europäischer Kirchen zum Themenbereich ‚Ethisches Investment‘ und war in der Zentrale der Finanzinstitution Oikocredit in den Niederlanden tätig.

Für Ende September dieses Jahres hat sie eine Veranstaltung zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA geplant.

Programm und Anmeldung

Kontaktdaten:
Fon: 02304/755 322
eMail: birgit.weinbrenner@kircheundgesellschaft.de

Publikationen

Interreligiöser Kalender „Miteinander 2015“ erschienen


Dass Menschen unterschiedlichen Glaubens nicht nur nebeneinander her leben, sondern sich gegenseitig wahrnehmen und respektieren, ist das Ziel des bewährten Kalenders „Miteinander. Juden - Christen - Muslime“, den das Institut für Kirche und Gesellschaft auch für das kommende Jahr 2015 wieder herausgibt. Die interreligiös besetzte Redaktionsgruppe hat in diesem Jahr Bildmotive ausgewählt, die den gläubigen Menschen ins Zentrum stellen: Junge und alte Menschen, Frauen und Männer, einfache Gläubige und religiöse Würdenträger. Sie alle sind vereint in Gebet und Verkündigung.

Zu den Bildern, die bis auf wenige Ausnahmen noch nicht vorher an anderer Stelle erschienen sind und alle aus der Ruhrgebietsregion stammen, bietet der Kalender Informationen zu den wichtigsten Feiertagen der drei monotheistischen Religionen. Zum einen soll so Wissen über die drei Religionen vermittelt werden, zum anderen mag der Kalender anregen, Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde zu ihren jeweiligen Feiertagen Grüße und Glückwünsche zu senden.

Erschienen ist der Kalender beim Luther-Verlag in Bielefeld und kann dort oder in jeder Buchhandlung zum Preis von € 9,90 bestellt werden.

Weitere Informationen zum Kalender unter www.lutherverlag.de


Liebe Leser von Männerarbeit aktuell,
bei vielen Männern hat in den vergangenen Jahren die Achtsamkeit gegenüber dem Äußerlichen und dem eigenen Körper deutlich zugenommen. Das hat zur Folge, dass in beinahe allen Lebenslagen und -bereichen zunehmend auch äußere Werte eine größere Rolle spielen. Erst kürzlich war zu lesen, dass dicke Manager und Entscheider out sind. Nix mit Bauch und Zigarre wie einst Ludwig Erhard, stattdessen Crosstrainer am Schreibtisch. Ihnen traut man zu, dass sie wissen wo es lang geht. Der moderne Mann ist clever, stark und vital und das darf man ihm auch ansehen. ...

Sie haben Interesse, mehr zu lesen?
Die neue "Männerarbeit aktuell" finden Sie hier als Download. 

Bestellen können Sie die aktuelle Ausgabe bei:
Ulrike Neuhaus
Fon: 02304/755 342
eMail: ulrike.neuhaus@kircheundgesellschaft.de

Protestantismus und Kultur im Ruhrgebiet


RUHR.2010, das Kulturhaupstadtjahr 2010, das eine ganze Region umfasste, brachte auch Bewegung in die kirchliche Kulturarbeit. In der Evangelischen Akademie Villigst fanden aus gegebenem Anlass zwei Tagungen zu „Protestantismus und Kultur im Ruhrgebiet“ in den Jahren 2010 und 2011 statt.
Diese Tagungen liegen als Dokumentation jetzt in einem Buch vor: Unterwegs im Experiment. Protestantische Transformationen im Ruhrgebiet.
Im Rahmen eines Fotoprojekts zum Thema „Was bedeutet Protestantismus heute im Ruhrgebiet?“ wurden die Teilnehmer der Tagungen von der Fotoagentur KNSY gebeten, Worte zum Thema auf ein Plakat zu schreiben und sich damit an verschiedenen Orten in Haus Villigst fotografieren zu lassen. Die Ergebnisse können eingesehen und kommentiert werden unter evangelischruhr.blogspot.de

Peter Noss (Hrsg.), Thomas Erne (Hrsg.) Unterwegs im Experiment. Protestantische Transformationen im Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2014. 342 Seiten, zahlr. teils farb. Abb., Broschur, 29,95 €. ISBN: 978-3-8375-0899-4

 

 

 
Institut für Kirche und Gesellschaft
der Evangelischen Kirche von Westfalen


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