Evangelische Akademie Villigst, November 2017

Inhaltsverzeichnis

Editorial


Offensive Auseinandersetzungen mit Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sind zur Stärkung der Demokratie und für unsere Gesellschaft, die sich auf Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität gründet, dringend notwendig (EKvW Stellungnahme zu Rechtspopulismus, September 2017). Einen Beitrag zur Demokratisierung unserer Gesellschaft zu leisten und dazu ein Forum für "offensive Auseinandersetzung" zu bieten, dies beinhaltete bereits der Gründungsauftrag der Evangelischer Akademien nach dem 2. Weltkrieg. Entsprechend geht es in unserer Zeit der Aktivierung alter Feindbilder und des Erstarkens nationalistischer, fremdenfeindlicher Strömungen darum, inhaltliche Debatten zu führen, Dialoge zu organisieren und Worte als Mittel der Diskussion einzusetzen und nicht als Waffen oder zur Beschimpfung.

Dieser Newsletter enthält eine Reihe von Beiträgen, die in diesen Zusammenhang gehören - insbesondere der selbstkritischen Auseinandersetzung - mit dem Thema:

Im Februar 2018 wird die Tagung "Christusglaube – Judenhass. Antisemitismus als Herausforderung für Theologie und Kirche" die Wurzeln des säkularen Antisemitismus und Teile seiner gegenwärtigen Ausprägung als Folgen eines christlichen Antijudaismus herausarbeiten. Kürzlich fand in Dortmund ein Abend zum "Christlichen Antisemitismus am Beispiel des Eisenacher 'Entjudungsinstituts 1939-45'" statt, der die Auseinandersetzung mit dem dunklen Kapitel  dieser pro-nationalsozialistischen kirchlichen Strömung zum Inhalt hatte.
Auf einer Berliner Akademietagung wurde im Herbst ein Forschungsgutachten zur Aufarbeitung des kirchlichen Verhaltens gegenüber den Sinti und Roma im Nationalsozialismus vorgestellt.
Im Dezember werden über eine ganze Woche (11.-15.12.2017) die Fragen im Fokus stehen, was Rechtspopulismus eigentlich ist und wo es in Kirche und Theologie Anknüpfungspunkte für rechte Ideen gibt. Als Ergebnis soll eine Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus erarbeitet werden. Erfreulich ist an dieser Stelle, dass sich Kirche über Diskurse hinaus engagiert und sich mit Akteuren unterschiedlicher Bereiche vernetzt. Dazu finden Sie den Bericht über die Vernetzungskonferenz für Initiativen aus der Flüchtlingsarbeit mit Bündnissen gegen Rechts in Dortmund. Schließlich weist der Rückblick auf die Reformationsdekade und das Reformationsjubiläum darauf hin, dass es "in vielen konstruktiven und wertschätzenden Diskursen um die Neujustierung der Bedeutung der Religionsgemeinschaften angesichts neuer Gefahren und Herausforderungen für den demokratischen Rechtsstaat" ging.

Die oben erwähnte, dringend notwendige offensive Auseinandersetzung, hat an vielen Orten begonnen – das ist gut. Auf diese Weise können Erfahrungen gesammelt und Kompetenzen angeeignet werden, auf die künftige Initiativen, Debatten und Dialoge aufbauen können. Deren Notwendigkeit nimmt weiter zu.

Birgit Weinbrenner

Schwerpunkt

Protestantismus und Antiziganismus


Forschungsgutachten veröffentlicht

Im Januar 2017 besuchte der Vizepräsident der EKvW, Albert Henz, das Dokumentations- und Kulturzentrum der Deutschen Sinti und Roma in Heidelberg. Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Zentralrates, Romani Rose, ging es auch um die Aufarbeitung des kirchlichen Verhaltens gegenüber den Sinti und Roma im dritten Reich. Das Ergebnis: Unter Einbeziehung der kirchengeschichtlichen Institute sollte eine wissenschaftliche Erforschung erfolgen. Ein wurde zunächst ein Gutachten über den Forschungsstand „Protestantismus und Antiziganismus“ in Auftrag gegeben. mehr ...

Das Eisenacher "Entjudungsinstitut" 1939-45


Ein Beispiel für christlichen Antisemitismus

Gemeinsam mit allen Evangelischen Akademien in Deutschland beschäftigt sich die Akademie Villigst in diesem und im nächsten Jahr verstärkt mit dem Thema  Antisemitismus. Dazu gehört neben dem Blick auf die Gegenwart auch die kritische Sichtung der Vergangenheit. Ein besonders dunkles Kapitel christlichen Antisemitismus stellt das sogenannte kirchliche „Entjudungsinstitut“ dar. mehr ...

Solange ich lebe


Gedenken der Sinti und Roma in Auschwitz 2017

„Solange ich lebe, muss ich diesen Ort aufsuchen. Es ist das einzige, was von meiner Großmutter übriggeblieben ist.“ Rosita hat einen Blumenstrauß in der Hand, den sie jetzt vor einem Kamin im ehemaligen, sogenannten Zigeunerlager niederlegt. „Hier etwa“ und sie zeigt auf den hinteren Teil der Baracke, „hat meine Großmutter mit ihren Enkeln auf einer Pritsche gelegen - auf der blanken Pritsche ohne Decken und ohne Kissen. In der Nacht auf den 2. August 1944 hat man sie und ihre anderen Kinder ins Gas geschickt und ihre Leiber verbrannt.“ mehr ...

Vernetzungskonferenz für Initiativen in der Flüchtlingsarbeit und Bündnisse gegen Rechts


Es geschieht immer wieder: Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind und Menschen, die sich um diese Geflüchteten kümmern, werden angefeindet und mit teils unverhohlen rechtsextremistischen Parolen diffamiert und beleidigt. Menschen, die sich z.B. bei „Runden Tischen gegen Rechts“ engagieren, kennen das nur zu gut. Es wurde Zeit, dass beide Bereiche - Flüchtlingsarbeit und Arbeit gegen Rechts - miteinander ins Gespräch kommen und sich vernetzen.
Diese (2.) Vernetzungskonferenz fand am 6. Oktober in Dortmund statt. Dieter Frohloff von der mobilen Beratungsstelle gegen Rechts, fasst seine Eindrücke zusammen mehr ...

"Einfach frei"


Das 500ste Jahr der Reformation, ja, eine ganze Reformationsdekade, geht zu Ende. Überzogene Erwartungen, man könne die Reformation als Großveranstaltung des 21. Jahrhunderts irgendwie neu inszenieren, blieben voraussehbar unerfüllt.
Andere fragen sich vielleicht: Fällt unsere Kirche nun nach all den Dekadejahren und Feierlichkeiten in ein Loch? Ist jetzt die Luft heraus?
Es scheint mir wichtig, nicht schnell zur Tagesordnung über zu gehen und die „Akte 500 Jahre Reformation“ späteren Generationen von (Kirchen-)historiker*innen zu überlassen. mehr ...

Vorschau

Bildung und Politik im Ausverkauf


Ist die Ökonomisierung unserer Gesellschaft
unaufhaltsam?

10. November 2017
Haus Villigst, Schwerte

Wettbewerbsorientierung und Profitstreben, Effizienz und Effektivität, Kontrolle und Optimierung - diese und andere Imperative der Marktwirtschaft spielen nicht mehr nur in der Privatwirtschaft eine Rolle, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen wie Bildung und Politik. So steht staatliches Handeln heute zunehmend unter einem Effizienzgebot, mit dem beispielsweise das "Outsourcing" staatlicher Aufgaben an Unternehmen begründet wird. Bildung wird derweil vermehrt als Erziehungs- und Ausbildungsinvestition gesehen, für die kritisches Denken und kluge (Selbst-) Reflexion eine untergeordnete Rolle spielen. Wie verändert diese ökonomische Logik und Sprache unsere Gesellschaft, welche Auswirkungen hat sie auf Politik, Daseinsvorsorge, Bildung, Kultur und Soziales? Welche Strategien und Konzepte gibt es, die alternative Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, welche nicht ausschließlich die Wirtschaft betreffen? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich unsere Tagung.

Weitere Informationen und Anmeldung

Neue Ausstellung in Haus Villigst


Landschaft zu Landschaft
Thomas Prautsch – Bernhard Sprute – Evelina Velkaite – Thomas Wrede
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Westdeutschen Künstlerbund

10. November 2017 bis Mitte Februar 2018

Landschaften sind immer da – draußen auf dem Land, in der Stadt, am Meer, in den Bergen, in der Vorstellung. Sie sind so selbstverständlich verfügbar durch Fotos und Reisen, so gegenwärtig, dass sie als Sujet für die bildenden Künste an Aufmerksamkeit verloren haben. Dem setzt diese Ausstellung ebenso unterhaltsame wie ästhetisch ansprechende und künstlerisch überzeugende Arbeiten entgegen.
Vier Positionen vier verschiedener Künstler zum Thema „Landschaft“ stellt die Ev. Akademie in den nächsten Wochen aus. Darunter befinden sich Fotoarbeiten, Darstellungen realer und fantastischer Landschaften, Anverwandlungen klassischer Landschaftsmalerei in Öl und mit anderen Werkstoffen, Abstraktionen.
Die vier Künstler, die allesamt Mitglieder im Westdeutschen Künstlerbund sind, präsentieren eine breite Palette zeitgenössischer Auseinandersetzung mit dem Thema Landschaft.

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 10. November 2017 um 19.00 Uhr in Haus Villigst

Auf dem Weg zu einer neuen Afghanistan-Politik


Realitäten - Verantwortungen - Strategien

24. - 26. November 2017
Haus Villigst, Schwerte

Vom 24. bis 26. November findet in Haus Villigst die 31. Villigster Afghanistan-Tagung statt. In diesem Jahr wird hochrangiger Besuch, Hamid Karzai, von 2001 bis 2014 Präsident Afghanistans, erwartet.
Afghanistan ist im Jahr 2017 mehr denn je ein "unsicheres" Land: Die anhaltende Krise der Regierung unter Präsident Ghani, die jährlichen Höchstzahlen ziviler Opfer und insbesondere die Folgen zehntausender Geflüchteter und Rückkehrender (aus Pakistan und Iran) lassen die Zukunftsaussichten für die Menschen in dem seit fast 40 Jahren unter einem Kriegszustand leidenden Land düster erscheinen.

Weitere Informationen und Anmeldung

Flüchtlingsschutz zur Disposition?


Wege aus der Krise der Menschenrechte
Asylpolitsches Forum 2017

08. - 10. Dezember 2017
Haus Villigst, Schwerte

Die Europäische Union versteht sich als „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“. Mit der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Charta der Grundrechte der EU sind grundlegende Rechte und Schutzansprüche für Flüchtlinge auf der Basis der Genfer Flüchtlingskonvention festgeschrieben, die alle Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, den Anspruch von Geflüchteten auf Asyl und Flüchtlingsschutz rechtsstaatlich zu prüfen und zu gewähren. Zudem besteht die Verpflichtung, Geflüchteten Teilhabe an Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen und dem kulturellen Leben zu ermöglichen.
Die tatsächliche Entwicklung des Flüchtlingsschutzes in der EU und auch in Deutschland hat sich in den letzten Jahren von diesen Zielen und Grundwerten immer weiter entfernt.
In den politischen Debatten und in den verabschiedeten Gesetzen wird der Schließung von Grenzen, der Einschränkung der Zugänge zum Asylrecht und der Abschiebung oder Ausreise von Schutzsuchenden der Vorrang gegeben.
Das 31. Asylpolitischen Forum wird den konkreten Folgen dieser Politik für den Flüchtlingsschutz in Europa und Deutschland nachgehen und menschenrechtsorientierte Konzepte als Alternativen herausarbeiten.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat NRW, PRO ASYL, Amnesty International, der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche statt. Sie dient auch dem Austausch und dem Wissenstransfer von Akteur*innen in der Flüchtlingshilfe und dem Dialog mit Politik und Verwaltung.

Weitere Informationen und Anmeldung

Die neue Rechte als Herausforderung für Theologie und Kirche


11. - 15. Dezember 2017
Theologisches Zentrum Wuppertal

Was ist eigentlich Rechtspopulismus? Wo gibt es in Kirche und Theologie Anknüpfungspunkte  für rechte Ideen? Wie kann kirchlich gehandelt und theologisch argumentiert werden? Eine ganze Woche lang soll in Vorträgen und Workshops an diesen Fragen gearbeitet werden. Ergebnis wird eine Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus sein.
An den Veranstaltungen, die wir in Kooperation mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal anbieten, können Sie en block oder einzeln teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos. Einen Veranstaltungsflyer finden Sie demnächst auf unserer Homepage.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Sabine Federmann
Tel.: 02304 755 321
Email: sabine.federmannh@kircheundgesellschaft.de

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Christusglaube – Judenhass


Antisemitismus als Herausforderung für Theologie und Kirche

19. - 21. Februar 2018
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen

„Nichts sei uns gemein mit dem feindseligen Volk der Juden“, schrieb im Jahr 325 der christliche Kaiser Konstantin. Ausgrenzung, Diffamierung und Verfolgung der Juden gehören durch die Jahrhunderte fast durchgängig zur christlichen Identität. Die Kirchen der Reformation bilden hier keine Ausnahme.
Sowohl die Wurzeln des säkularen Antisemitismus, wie auch Teile seiner gegenwärtigen Ausprägung sind durch christlichen Antijudaismus bestimmt.
Erst nach den Schrecken der Schoa verstärkte sich das Bewusstsein für eine notwendige Erneuerung des christlichen Verhältnisses zum Judentum. Dennoch bleibt eine „Lehre der Verachtung“ (A.J. Levine) noch bis heute in vielen theologischen Kontexten verbreitet. Was wären heute, 500 Jahre nach Martin Luther, Bausteine einer nicht-antijüdischen reformatorischen Theologie?

Die Tagung ist der Beitrag der Akademien Villigst und Altenkirchen zu einem groß angelegten Projekt der Auseinandersetzung mit Antisemitismus der Evangelischen Akademien in Deutschland. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Sabine Federmann
Tel.: 02304 755 321
Email: sabine.federmannh@kircheundgesellschaft.de

"… dem Frieden der Welt zu dienen"


Ein Diskursprojekt der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD)

Um Deutschlands Rolle in der Welt wird gerungen. Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik muss sich angesichts der aktuellen Krisen, angesichts massiv gestiegener Fluchtbewegungen und terroristischer Angriffe neuen, strategisch-politischen Fragen stellen. Gefragt ist auch auf europäischer Ebene eine Strategie, die konsequent die zivilen Mittel der Krisenprävention und Konfliktbearbeitung einsetzt und die militärische Intervention auf den äußersten Fall beschränkt. Die Politik setzt dabei verstärkt auf partizipative Prozesse mit der Zivilgesellschaft (Weißbuch 2016 und PeaceLab 2016-2017).
Die Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) setzen im fünften Jahr ihr erfolgreiches Diskursprojekt fort, in dem sowohl die friedensethischen Diskurse innerhalb der Kirchen als auch die internationalen außen- und sicherheitspolitischen Debatten systematisch angegangen werden. Der Anspruch, konkurrierende Politikziele zu einem kohärenten friedenspolitischen Leitbild zusammenzuführen, bedarf des intensiven politischen, fachlichen und öffentlichen Diskurses.
Im Frühjahr 2018 ist die nächste Zwischenbilanz des Netzwerkprojektes vorgesehen. Ein Beitrag dazu ist das Abendforum am 20. Februar 2018, das in der Friedrichstadtkirche in Berlin-Mitte stattfinden wird. „Frieden in der Krise“: Die Berechenbarkeit internationaler Akteure, die Grundlagen ihres Handelns, ihre Normen, Werte und Interessen stehen dabei im Mittelpunkt der Beiträge und Diskussionen. Eine Fortführung des Projektes über 2018 hinaus ist in Vorbereitung.

Weitere Informationen zum Projekt sowie den laufenden und geplanten Veranstaltungen finden Sie unter: www.evangelische-akademien.de

Rückblicke

Jahreskonferenz Oikosnet


Plattform der Begegnung auf europäischer Ebene

Gesellschaften von heute und insbesondere die Kirchen brauchen Plattformen der Begegnung und des Diskurses für den Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen – gerade auch auf europäischer Ebene. Diese zu schaffen und zu ermöglichen, dazu hat sich Oikosnet Europa verpflichtet. Anfang September trafen sich die VertreterInnen zur Jahreskonferenz.
"Die digitale Revolution und ihre Kinder" war das Thema des Studientages auf der diesjährigen Jahrestagung - ein Thema, das Oikosnet-Mitglieder auf dem ganzen Kontinent betrifft und lebendig diskutiert wurde. Daneben tauschten sich die TeilnehmerInnen über ihre Arbeitsschwerpunkte des vergangenen und kommenden Jahrs aus. Dabei gehört(e) bei fast allen Einrichtungen das Thema Flucht, Migration und Integration dazu. Am letzten Tag der Konferenz fand die Wahl des neuen Präsidenten statt: Gewählt wurde  Walter Lüssi, Generalsekretär der Reformierten Kirche des Kantons Zürich und Präsident von PlusBildung (Ökumenische Bildungslandschaft Schweiz). Nähere Informationen dazu gibt es in der Presseerklärung von Oikosnet.
Oikosnet Europa ist der Zusammenschluss von 40 christlichen Akademien und Laienzentren in Europa. In ihm kommen Vertreterinnen und Vertreter aus den reformatorischen Kirchen sowie aus der römisch-katholischen und orthodoxen Tradition aus 18 Ländern zusammen. Gemeinsame Projekte befassten sich in den vergangenen Jahren vor allem mit Fragen von Religion und Demokratie, sozialen Entwicklungen, ökumenischer Bildung und Ausbildung, Nachhaltigkeit, Migration und Geschlechtergerechtigkeit.

Wann übernehmen die Maschinen?


Intelligente Roboter – Simulation des Menschen?

Tagung der Evangelischen Akademie Villigst
in Kooperation mit dem Arbeitskreis Naturwissenschaft und Theologie

Die Tagung Anfang Oktober stellte sich der Frage, ob in Zeiten Künstlicher Intelligenz (KI), Robotik und virtueller Agenten unser in humanistischer, anthropologischer und theologischer Tradition stehendes Menschenbild überholt ist, und ob es gilt, dieses bewusst zu verteidigen. Prof. Dr. Klaus Mainzer entwarf in seinem Einführungsvortrag ein umfassendes Bild der Grundlagen von der Evolution und Innovation moderner KI und heutiger digitaler Netzwerke. Dabei beschrieb er die Ähnlichkeiten neuronaler biologischer Netze, wie dem des Gehirns, mit denen der heutigen KI. mehr ...

Reden hilft! Kommunikation im Asylverfahren


Gemeinsame Tagung des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. (Diakonie RWL), des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Evangelischen Akademie Villigst

„Das einzig Beständige ist der Wandel“ – dieser Satz trifft auch auf die Asylpolitik in Deutschland und Europa, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und in der Folge auch auf Asylverfahren und die Organisation der Aufnahme von Flüchtlingen durch die Bundesländer zu. Bei stark rückläufigen neuen Asylanträgen im letzten Jahr hat das Bundesamt seine interne Umgestaltung und Konsolidierung weiter fortgesetzt und die Bearbeitung von Bestandsverfahren vorangebracht. mehr ...

26 Jahre deutsch-lettische Begegnungs- und Informationstagungen


Rolle und Verantwortung von Kirche und Diakonie in der säkularen und pluralistischen Gesellschaft

„Der freiheitliche, säkulare Staat lebt von Voraussetzungen, die er nicht selbst garantieren kann.“ Diese prägnante Erkenntnis, die Ernst-Wolf Bockenförde auf den Punkt brachte, ist der Ausgangspunkt und das Leitmotiv für die interkulturelle Bildungs- und Begegnungsarbeit zur Rolle und Verantwortung der Kirchen in der Demokratie. In diesem Rahmen fanden die deutsch–lettischen Begegnungstagungen statt.
Seit einem Vierteljahrhundert kommen Menschen aus der Region Siegen und verschiedenen Landesteilen Lettlands regelmäßig zusammen. Ziel ist der Austausch über grundsätzliche Fragen und aktuelle Herausforderungen der Kirchen und ihrer sozialen Werke in unseren Gesellschaften sowie über praktische Konzepte zivilgesellschaftlichen Engagements von Christen. mehr ...

Wir sind ausgezeichnet


Nachhaltige und innovative Demokratieförderung mit dem Bad Herrenalber Preis 2017 gewürdigt

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Evangelischen Akademie Baden wurde jetzt die Arbeit der Evangelischen Akademien in Deutschland mit dem traditionsreichen Bad Herrenalber Akademiepreis ausgezeichnet. Erstmals wurde damit der Preis nicht an eine einzelne Person verliehen, sondern einer Idee gewidmet. Dieses gab die Vorsitzende des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Baden e.V., Dr. Alexa Maria Kunz (Karlsruhe), bekannt. Das Preisgeld von 2.500 Euro ist vorgesehen für ein jugendpolitisches Kooperationsprojekt verschiedener Akademien. Stifter des im Jubiläumsjahr mit 2.500 Euro dotierten Bad Herrenalber Akademiepreises ist der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Baden e.V. mehr ...

Personalia

Klaus Breyer wurde in den Vorstand der EAD gewählt


Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, wurde in den Vorstand des Dachverbandes der 17 Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) gewählt. Insgesamt arbeiten an 18 Standorten über 140 Studienleiterinnen und Studienleitern im Netzwerk der Evangelischen Akademien. Aufgabe des Verbandes mit Sitz in Berlin ist die politische Vertretung der Akademien auf Bundesebene, die Unterstützung ihrer bundesweiten Netzwerkarbeit sowie die Entwicklung von Akademie übergreifenden, interdisziplinären Projekten.

„Ich freue mich sehr über diese verantwortungsvolle Aufgabe. Die Evangelischen Akademien gehören seit ihrer Gründung zur „Innenausstattung der demokratischen Kultur“ in Deutschland. Unsere  Demokratie leidet heute nicht nur unter ihren Verächtern sondern auch unter jenen, die ihr gleichgültig gegenüber stehen. Wir brauchen eine neue Leidenschaft für den politischen Diskurs, für den konstruktiven Streit über gangbare Wege in eine nachhaltige Zukunft, auf denen keiner und keine zurückgelassen wird. Die Evangelischen Akademien sind wichtige Orte dafür! Ich freue mich, unsere  Villigster Erfahrungen in die Arbeit der EAD besonders bei der Entwicklung neuer Netzwerkprojekte einzubringen und hoffe auch, die bundespolitischen Kontakte für unsere Arbeit in NRW zu stärken.“, so Klaus Breyer.

Christian Schütz zu seinem Eintritt ins Institut


Dr. Christian Schütz stammt aus Rostock und studierte an der Universität Regensburg Biologie. Anschließend promovierte er am Institut für Innere Medizin des Universitätsklinikums Regensburg zu Immuntherapien bei Behandlung von Autoimmunkrankheiten. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftlicher Assistent, ging er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an die Johns-Hopkins-School of Medicine in Baltimore, USA. Drei Jahre später wechselte er an das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel bei Frankfurt und etablierte dort seine eigene Forschergruppe zur Tumor- und Autoimmuntherapie. Seit Mitte September ist Christian Schütz wissenschaftlicher Referent und Studienleiter zum Thema Naturwissenschaft-Technik-Ethik-Gesellschaft an der Evangelischen Akademie Villigst. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Dortmund. mehr ...

 
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der Evangelischen Kirche von Westfalen


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