Newsletter Oktober 2013

Inhaltsverzeichnis

Editorial


Raum des Rechts, der Sicherheit und der Freiheit?!

Ingesamt 17 Flüchtlinge aus Syrien sind am 26. September in Nordrhein-Westfalen angekommen. Die ersten von insgesamt 1066 sogenannten "Kontingentflüchtlingen" aus dem UNHCR-Flüchtlingslager im Libanon. Sie haben Platz gefunden in einem Aufnahmeprogramm der Bundesregierung. 5.000 sollen es bundesweit werden. Angesichts der über 2 Millionen syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge, die in den angrenzenden Staaten in Flüchtlingslagern leben müssen, kann diese Aktion nur symbolisch genannt werden.

12.000 Menschen syrischer Abstammung leben in Nordrhein-Westfalen, viele von ihnen bangen um ihre Angehörigen, die in Flüchtlingslagern leben oder von den Kriegsparteien bedroht werden. Doch die rechtlichen und finanziellen Hürden, um sie nach Deutschland holen zu können, sind hoch.

Derweil konnte zwar ein Militärschlag der USA verhindert werden, eine politische Lösung für den Bürgerkrieg ist jedoch nicht in Sicht. Die friedensethische Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg in Syrien wird ein wichtiger Schwerpunkt der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade sein (http://www.friedensdekade.de).

Die Wege für Flüchtlinge nach Europa und nach Deutschland müssen breiter und offener werden, nicht nur aus Syrien. Die gekenterten Flüchtlingsboote vor Lampedusa haben uns - wieder einmal - vor Augen geführt, dass eine Abkehr von der restriktiven Asyl- und Migrationspolitik einer "Festung Europa" dringend geboten ist, wenn die Europäische Union weiter ein "Raum des Rechts, der Sicherheit und der Freiheit" sein will (Vertrag von Amsterdam).

Im Institut für Kirche und Gesellschaft suchen wir das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Hilfsorganisationen und fragen nach neuen, legalen Wegen der Einwanderung, zum Beispiel bei der Tagung "Asylpolitisches Forum".

In wie weit müssen wir Asylbewerbern und Geduldeten mehr soziale Rechte gewähren? Wie können wir dem Rassismus vor den Toren von Flüchtlingswohnheimen und im Alltag Einhalt gebieten und vorbeugen? Wie kann in unserer Gesellschaft grundsätzlich eine positivere Haltung zu kultureller Vielfalt etabliert werden?

Diese Fragen werden in diesem Newsletter und in unseren Veranstaltungen diskutiert. Sie sind herzlich eingeladen, sich an dieser wichtigen gesellschaftspolitischen Debatte zu beteiligen!

Mit besten Grüßen

Ihr

Klaus Breyer
Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

Syrische Flüchtlinge in Not – was tut Deutschland?


Das Drama der Flüchtlinge aus und in Syrien ist inzwischen in der deutschen Öffentlichkeit bekannt und vielfach auch Gesprächsthema. Aus dem Raum der Kirche kommen vermehrt spontane Vorschläge und Signale für die Bereitschaft zur Unterstützung bis hin zur Unterbringung in gemeindeeigenen oder privaten Wohnungen.

Das Schicksal der Menschen, die vor unvorstellbarer Gewalt - zuletzt durch einen Giftgasangriff - fliehen und dabei Hab und Gut, ihr zu Hause, ihre Heimat, Verwandte und Freunde verlieren, lässt keinen kalt, der sich damit befasst. mehr ...

Solidarisch? – Syrien bleibt friedensethische Herausforderung


Trotz der begonnenen Vernichtung der syrischen Chemiewaffen, ist kein Ende des Bürgerkrieges in Sicht. Die Lage für die Menschen in Syrien wird eher noch bedrohlicher, da die Oppositionsgruppen zunehmend zerstritten sind und das syrische Regime unter Präsident Assad nur abwarten muss. Ob die für November in Genf geplante internationale Syrienkonferenz überhaupt stattfinden und erfolgreich sein wird - das heißt, sich die Chance auf eine Waffenruhe und diplomatische Verhandlungslösungen bietet - dies bleibt sehr zu bezweifeln. In jedem Fall sind die aktuellen und auf lange Sicht andauernden Auswirkungen auf die Millionen flüchtender Menschen eine bleibende Herausforderung sowohl für die internationale Gemeinschaft wie auch für die deutsche Politik. Zur Bedeutung und zum Umgang mit dem Flüchtlingsdrama hat die Friedensbeauftragte der EKvW, Superintendentin Annette Muhr-Nelson in ihrer Einladung zur diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade im November hingewiesen. mehr ...

“Du warfst mich in die Tiefe …“


Andacht zur Flüchtlingsthematik
Pfarrer Michael Westerhoff

Wo waren Sie in diesem Sommer im Urlaub? Jetzt, wo die graue Jahreszeit wieder beginnt, da erinnere ich mich gerne an die Farben, Düfte und überhaupt die Atmosphäre des Sommers.
Wenn ich ans Meer fahre, dann eigentlich am liebsten ans Mittelmeer, bevorzugt nach Italien. Für mich ist der Süden ein einziges Versprechen auf Erholung und Entspannung pur: Sonne, warmes Wasser, ein buntes, herrlich dekadentes Strandleben, warme Abende mit milden Winden, - "wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt" - das ist schon ein schönes Stück Leben, ein Fluchtpunkt aus der Tristesse eines deutschen Dauerherbstes, eine besondere Qualität von Leben. mehr ...

Rückblick und Vorschau

Kirche für Klimaschutz


Evangelische Kirche von Westfalen: Erster Klimaschutztag in Hamm

Anregungen, Hintergrundinformationen, konkrete Tipps für die Klimaschutzarbeit und vor allem den intensiven Austausch mit anderen Aktiven - diese Gelegenheit nutzten rund 50 Teilnehmende beim ersten Klimaschutztag am Samstag (12.10.) zu Gast in der Evangelischen Friedenskirche Wiescherhöfen in Hamm. Eingeladen hatten die Klimaschutzagentur EKvW und das Projektbüro für das kirchliche Umweltmanagement "Der Grüne Hahn". mehr ...

Weitere Informationen unter: http://www.klimaschutz-ekvw.de

Energiewende vor Ort mitgestalten


13 Projektentwickler für Energiegenossenschaften erfolgreich zertifiziert

Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, würdigt gemeinsam mit den Kooperationspartnern - Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur NRW und Dr. Burghard Flieder, Energiewende jetzt und innova eG - den erfolgreichen Abschluss der Fortbildung zum Projektentwickler für Energiegenossenschaften. mehr ...

Werden Sie Technikbotschafter für mehr Nachhaltigkeit!


Mit Handy und Smartphone den Klimaschutz voranbringen
Oktober 2013 - September 2014

Wer nutzt sie nicht: Internet, Smartphone und Handy? Es geht nicht mehr nur ums telefonieren. Mit Freunden oder der Familie werden Nachrichten ausgetauscht, im Internet Informationen gesucht. Diese Technik bietet auch für den praktischen
Umweltschutz viele Möglichkeiten. Im Projekt "Technikbotschafter für mehr Nachhaltigkeit" werden interessierte Frauen und Männer, die älter als 55 Jahre sind, zu Technikbotschafterinnen und -botschaftern ausgebildet. ...

Programmflyer

Bundesweite Eröffnung der ökumenischen Friedensdekade


Sonntag, 10. November 2013, 17.00 Uhr
Apostelkirche Münster

Mit hoch erhobener Hand fordert das Motto der diesjährigen ökumenischen Friedensdekade zum Nachdenken heraus. Es lautet "Solidarisch?" und hinterfragt unsere gängigen Denkschemata. Ist Solidarität Schnee von gestern? Haben wir überhaupt noch Platz für Arme, Fremde und Flüchtlinge in unserer Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat Solidarität mit den nachfolgenden Generationen auf unsern Lebensstil? mehr ...

Ethisch vertretbar und militärisch geboten?


Bewaffnete Drohnen und die High-Tech-Kriege der Zukunft

12. November 2013
Zionskirche Bethel, Bielefeld

Ich halte den Einsatz von Drohnen unter Einhaltung unserer bestehenden rechtlichen Regelungen für ethisch in Ordnung, und ich halte die Beschaffung von Drohnen auch für die Bundeswehr für sicherheitspolitisch, bündnispolitisch und technologisch sinnvoll. Mit diesen Worten begründete Verteidigungsminister Thomas de Maizière zu Beginn des Jahres die Anschaffung von bewaffneten Drohnen im Deutschen Bundestag.

Programmflyer

"Lass uns mal drüber reden"


Auf neuen Wegen zu Männergesprächskulturen
Samstag, 16. November 2013, ab 09.15 Uhr
Haus Villigst, Schwerte

"Männer reden nicht gern." Ein Stückweit Klischee und doch lohnt es sich, diesem Image aktiv etwas entgegen zu setzen. Männerarbeit in Westfalen initiiert in Väterrunden bei Vater-Kind-Seminaren, Tischgesprächen bei Männerfrühstücken und in Männergruppen Männergespräche. Darüber hinaus ist die evangelische Männerarbeit dabei eine Kampagne zu entwickeln, die Männer dazu ermutigen will, einander durch Gespräche zu unterstützen und ihre Gesprächskompetenzen bewusster auszubilden und einzusetzen.

"Lass uns mal drüber reden!" ist das Motto und am Samstag, 16. November, 10.00 Uhr wird im Rahmen der Landesvertretertagung Diplompsychologe Björn Süfke einen Impuls zu diesem Thema geben. Er arbeitet in der Beratungsstelle "man-o-mann" in Bielefeld und hat sich auf Männerberatung spezialisiert. Er hat unter anderem ein Buch mit dem Titel "Männerseelen - ein psychologischer Reiseführer" veröffentlicht und wird mit Hilfe seiner "Landkarte der Männerseele" dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Anschließend soll über konkrete Schritte zur Weiterentwicklung dieser Kampagne beraten werden.

Alle Interessierte am Thema Männergespräche sind herzlich eingeladen, mitzudenken und mitzugestalten. In Zukunft soll diese Tagung noch stärker als bisher das "Netzwerkplenum" der Männerarbeit sein. Eingeladen sind die Vertreter, die von unseren Gremien bestimmt wurden - und alle anderen, die die Zukunft der evangelischen Männerarbeit in Westfalen mit gestalten wollen.

Bitte melden Sie sich bis Montag, 10. November 2013 bei Birgit Olschowka unter Tel.: 02304/755-371 oder birgit.olschowka@kircheundgesellschaft.de dazu an.

Willkommenskultur ohne Flüchtlingsschutz?


Asylpolitisches Forum
06. - 08. Dezember 2013

Vor 20 Jahren, am 26. Mai 1993, wurde in Deutschland das Grundrecht "Politisch Verfolgte genießen Asyl" (Grundgesetz Artikel 16 Absatz 2 Satz 2) massiv eingeschränkt.
In der Folge hat der Flüchtlingsschutz in Deutschland nicht nur seine Selbstverständlichkeit verloren, sondern die auf Abschreckungspolitik basierenden Lebensbedingungen für Asylsuchende und Geduldete wurden durch Arbeitsverbote, Wohnsitzauflagen, Lagerunterbringung, Verweigerung von Familienzusammenführung und andere Einschränkungen derart manifestiert, dass Flüchtlingsorganisationen von einer schleichenden Dehumanisierung des Flüchtlingsschutzes sprechen.

Weitere Informationen

"Der Frieden ist der Ernstfall" - Afghanistan nach 2014


XXVII. Afghanistan-Tagung
13. - 15. Dezember 2013

Was kommt nach dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan? Wird das Land bei seinen immensen Aufgaben für Sicherheit, Frieden, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stabilität auch weiterhin Unterstützung aus dem Ausland erhalten? Haben die Menschen in dem seit mehr als 30 Jahren kriegsgeschädigten Land eine Chance auf eine friedliche Zukunft? Auch Deutschland wird seinen Versprechen aus der Vergangenheit und den Erwartungen gerecht werden müssen. Wie sieht eine kohärente Afghanistan-Strategie aus? Wie können die Nachbarstaaten (Pakistan, Iran, Indien) eingebunden werden? Welche Beiträge sind vor allem von ziviler Seite zu leisten? Und: welche Rolle können und wollen dabei die im Ausland lebenden Afghaninnen und Afghanen (vor allem die junge Generation) selbst spielen? Die Tagung wird diese und andere zentrale Fragen mit deutschen und afghanischen Expertinnen und Experten kritisch reflektieren und diskutieren.

1984 fand die erste "Iserlohner Afghanistan-Tagung" statt. Damit begann eine Tradition, die bis heute - zur XXVII. Afghanistan-Tagung - fortgesetzt wurde und die immer wieder zentrale Aspekte der wechselvollen politischen wie gesellschaftlichen Entwicklung des Landes am Hindukusch und der gesamten Region in den Fokus genommen hat. Wie in jedem Jahr, wird auch diesmal die Tagung in Villigst maßgeblich von den in Deutschland lebenden und vielfältig engagierten Afghaninnen und Afghanen mit gestaltet werden.

Von Donnerstagabend 12.12. bis Freitag, 13.12.2013, findet wieder das "Forum Junges Afghanistan" statt. Bei Interesse bitten wir um Anfrage an das Tagungssekretariat.

Weitere Informationen zu den Villigster Afghanistan-Tagungen unter: http://www.akademie-villigst.de
Weitere Informationen

Personalia

Ann-Katrin Becker


Ann-Katrin Becker, Jugendreferentin für Klima und Energie im Institut für Kirche und Gesellschaft, wechselte zum 10. Oktober an die Universität Saarbrücken. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) beabsichtigt sie, im Themenfeld Nachhaltigkeit zu promovieren und bleibt somit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz treu.

Pfarrer Volker Rotthauwe wechselt ins Institut für Kirche und Gesellschaft


Westfälische Kirche stärkt nachhaltige Entwicklung

Volker Rotthauwe (55) wird Pfarrer für den Fachbereich "Nachhaltige Entwicklung" am Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dazu hat ihn das Landeskirchenamt berufen. Seine Aufgabe wird sein, die evangelische Verantwortung für Ökologie und für den Schutz von Umwelt und Klima praktisch umzusetzen sowie die Präsenz der Kirche im ländlichen Raum zu stärken. mehr ...

 
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