Newsletter April 2013

Inhaltsverzeichnis

Editorial
Pfarrer Klaus Breyer, Institutsleiter

Das IKG auf dem Kirchentag
Wir bauen das Haus Europa

Schwerpunktthema: Europa und der Kirchentag
Ein solidarisches Europa braucht unser gesellschaftspolitisches Engagement auf allen Ebenen

Armutsmigration aus Rumänien und Bulgarien
Herausforderung für ein soziales Europa

Ökologie kennt in Europa keine Grenzen
Ein Projekt der Männerarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen

Vorschau

Publikation

Editorial


"So viel du brauchst"

Unter dieser Überschrift steht der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg. Vom 1. bis 5. Mai versammeln sich Christinnen und Christen, um diesem Motto nachzuspüren und um nach dem rechten, d.h. lebensdienlichen Maß zu fragen.
"So viel du brauchst" - Es gilt den Blick auf das zu lenken, was jede und jeder von uns braucht: an materieller Sicherheit, an Freundschaft, an Zukunftshoffnung: Was brauche ich für ein erfülltes Leben? Wo verstellen materielle Güter, Ängste, Gewohnheiten den Blick auf ein gutes Leben? Aber die Kirchentagslosung fordert auch auf, darüber nachzudenken, was unsere Gesellschaft braucht: an sozialer Gerechtigkeit, an Zusammenhalt und Solidarität, an Freiheit und Verantwortung. Nicht erst seit der Diskussion um den Armuts- und Reichtumsbericht wissen wir, dass sich Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung weiter verfestigen. Welche Schritte sind jetzt notwendig für eine Gesellschaft, an der alle Menschen teilhaben können? Was brauchen Familien heute? Auf welche Hilfe und Unterstützung sind sie in unserer Gesellschaft angewiesen? Was können und müssen der Staat und auch die Kirche tun?
"So viel du brauchst" - Die Losung des diesjährigen Kirchentags ist auch in anderen Bereichen eine kräftige Zeitansage. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der Herausforderungen der Energiewende wird in Hamburg das Maß des Ressourcenverbrauchs ausgelotet. Was ist zu tun, dass für die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen gelten wird: "So viel du brauchst". Müssen nicht die Grenzen, die uns die Umwelt setzt und eine gerechte Verteilung der Maßstab für unseren Wohlstand sein?

Mitarbeitende des Instituts sind auf dem Kirchentag präsent: Als Referierende, Präsentierende und Moderierende in den Zentren "Umwelt, Frieden und globale Gerechtigkeit", "Geschlechtergerechtigkeit" und "Jugend" sowie auf dem Markt der Möglichkeiten.

Aber natürlich gehen wir den Fragen, die die Kirchentagslosung aufwirft, auch im IKG nach.

Ich hoffe wir sehen uns! In Hamburg und in Villigst!

Ihr
Klaus Breyer
Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

Das IKG auf dem Kirchentag


Auch bei diesem Kirchentag in Hamburg ist das Institut für Kirche und Gesellschaft dabei.
Die Vielfalt unserer Schwerpunkte schlägt sich an den unterschiedlichen Orten nieder, an denen Referentinnen und Referenten des Instituts auf dem Kirchentag präsent sind.
Als Gesamtinstitut bauen wir am Haus Europa mit: Nicht nur sprichwörtlich, sondern ganz konkret werden die Besucherinnen und Besucher unseres Standes aufgefordert sich der Leitfrage "Wo brauchen wir mehr Europa?" zu stellen und ihren Wunsch in Form eines Bausteins in ein Modellhaus einzufügen. Als Teil des westfälischen "Kirchplatz Zukunft", bei dem sich rund um das Café Mundial westfälische Initiativen und Institutionen zusammengetan haben, sind wir auf dem Markt der Möglichkeiten in der Messe Halle A1, direkt gegenüber vom Tor 4, zu finden.Nicht weit davon entfernt befindet sich das Russlands-Deutsche Haus: Eine Ausstellung der Aussiedlerarbeit, die sich dieses Jahr zum letzten Mal auf dem Kirchentag präsentiert, bevor sie konzeptionell überarbeitet wird. Ebenfalls auf dem Markt der Möglichkeiten stellt sich die Männerarbeit unter dem Motto "Drei Dinge braucht der Mann" vor.
Auch in den Kirchentags-Zentren sind wir aktiv: Die Männerarbeit und das Frauenreferat bereichern das Zentrum für Geschlechtergerechtigkeit. Im Zentrum für "Umwelt, Frieden und globale Gerechtigkeit" bündeln sich die Anliegen des Fachbereichs 3 zur "Nachhaltigen Entwicklung" mit seinen differenzierten Projekten und der Friedensarbeit im Institut. Die interaktive Ausstellung "Ecocity" des Projekts "Mission: Klima retten! powered by heaven" kann im Zentrum für Jugend aufgesucht werden.

Sind Sie neugierig geworden?
Dann besuchen Sie uns auf dem Kirchentag in Hamburg!

Ein solidarisches Europa braucht unser gesellschaftspolitisches Engagement auf allen Ebenen


Europa ist anstrengend. Schon lange vorbei sind die Zeiten, als in den Nachkriegsgesellschaften Westeuropas eine überschaubare Anzahl politischer Akteure in nahezu immer gleicher Besetzung den Aufbau des nationalen Wohlfahrtsstaats weitgehend unter sich ausmachte. Wenige ausgewählte Gruppen wie Verbände, Gewerkschaften oder auch die großen Kirchen erhielten vom Staat einen privilegierten Zugang zum politischen Entscheidungsfindungsprozess. mehr ...

„Armutsmigration“ aus Bulgarien und Rumänien – Herausforderung für ein soziales Europa


© Gerd Altmann, pixelio.de

Mit der Veröffentlichung des Positionspapiers des deutschen Städtetages "zu Fragen der Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien" Mitte Februar dieses Jahres bekam das Phänomen schlagartig große mediale Aufmerksamkeit: Die Debatte um die deutlich steigende Zuwanderung von sozial schlechter gestellten EU-Bürgerinnen und Bürgern aus den EU-Mitgliedsländern Bulgarien und Rumänien in einigen Großstädten Deutschlands (in NRW vor allem in Duisburg und Dortmund) erreichte die TV-Talkshows und gipfelte in der Behauptung von Bundesinnenminister Friedrich, die "Armutszuwanderung" sei ein "Flächenbrand und Sprengsatz für die europäische Solidarität". mehr ...   

Ökologie kennt in Europa keine Grenzen


Ein Projekt der Männerarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen

"Ökologie kennt in Europa keine Grenzen!", ist der Name einer deutsch-weißrussischen Begegnungstagung, die vom 5. bis 13. Mai zum 14. Mal stattfindet. In diesem Jahr wieder in der Evangelischen Tagungsstätte Haus Villigst. Die Begegnungswoche geht zurück auf die lebendige Partnerschaft zwischen der Männerarbeit in Westfalen und dem Rehabilitations- und Erholungszentrum Nadeshda in der Republik Belarus.
Begonnen hat diese Partnerschaft im Zuge der Versöhnungsarbeit mit den Völkern Osteuropas. Durch die "politischen Pilgerfahrten" nach Moskau und Minsk in den Jahren 1988 und 1989, organisiert unter anderem durch die Männerarbeit der EKD, wurde die Versöhnungsarbeit zu einem Schwerpunkt der Männerarbeit. mehr ...

Vorschau

Projektentwicklung für Energiegenossenschaften


© Simon Kraus, Fotolia

Start 15. April 2013

Bürgerinnen und Bürger nehmen den Klimaschutz in die Hand. Sie investieren dezentral in erneuerbare Energien und setzen eine umweltgerechte Energiewirtschaft um. Sie fördern Innovationen und Beschäftigung in der Region. Das ist die Idee von Energiegenossenschaften. In diesem bundesweit einzigartigen Projekt bietet sich die Möglichkeit zur Qualifikation zum/zur Projektentwickler/in für Energiegenossenschaften.
Die Weiterbildung Projektentwickler für Energiegenossenschaften findet in Kooperation mit dem Netzwerk Energiewende jetzt statt. Im Jahr 2011 hat die Weiterbildung den Deutschen Solarpreis von EUROSOLAR erhalten. Entwicklet wurde das Programm von der Innova eG., der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung e.V. (DEAE). Die drei Organisationen betreiben das Netzwerk Energiewende jetzt mit dem Ziel, die Gründung von Energiegenossenschaften voranzubringen.
Der Kurs umfaßt ca. 212 Stunden als Weiterbildung, davon 82 an zehn Tagen in Seminarform (Präsenzphasen s.u.) und 130 in zwei sechswöchigen Onlinephasen.

Kursflyer Weiterbildung Energiegenossenschaften

Geschlechtergerechtigkeit ist Programm!


Westfälische Fachmenschen diskutieren beim Deutschen Evangelischen Kirchentag

Das Frauenwerk der Nordkirche hat einen besonderen Flyer veröffentlicht, in dem Angebote des Deutschen Evangelischen Kirchentags unter dem Fokus der Geschlechtergerechtigkeit gebündelt sind.
Unter anderem befinden sich in dem Programmheft auch Angebote von Fachmenschen aus Westfalen. So wird z.B. am Donnerstag, 02.05.2013 von 11.00 bis 13.00 Uhr Dieter Rothardt, Landesmännerpfarrer der EKvW, die Veranstaltung "Wie wird Geschlecht geprägt?" moderieren.
Am Nachmittag diskutiert Albert Henz, Vizepräsident der EKvW, auf einem Podium über die Frage "Was ist gerecht in Sachen Geschlecht? Frauen, Männer, Gender oder ganz neue Wege".
Das erste Frauenmahl beim Kirchentag findet am Donnerstagabend von 19.30 bis 22.00 Uhr statt. Frauen aus Gesellschaft, Politik und Kirche werden zukunftsweisende Tischreden halten, dazu gibt es ein festliches Essen und viel Zeit zum Reden und Diskutieren. Nicole Richter, Pädagogin und Fachjournalistin im Frauenreferat des Instituts für Kirche und Gesellschaft wird am Freitag, 03.05.2013 von 11.00 bis 13.00 Uhr das Methodenset "Die Reise durch das Genderland" vorstellen. Es eignet sich besonders für die pädagogische Arbeit mit gemischtgeschlechtlichen Gruppen sowie für Gendertrainings. Alle Veranstaltungen finden im Zentrum Geschlechtergerechtigkeit, Handelskammer, Adolphsplatz 1, statt.

Das Programm finden Sie unter:
www.kircheundgesellschaft.de

Biopatente gefährden Welternährung


In Europa werden seit Jahren Patente auf Pflanzen und Tiere erteilt. Hierdurch können sich Weltkonzerne das alleinige Nutzungsrecht für diese Lebewesen für 20 Jahre sichern. Dabei werden nicht nur Patente auf gentechnisch veränderte Lebewesen erteilt, sondern auch auf Pflanzen und Tiere aus herkömmlicher Züchtung.
Bei der Tagung vom 21. bis 23. Juni 2013 in der Evangelischen Akademie Villigst diskutieren namhafte Referent/innen dieses Thema. Insbesondere werden Vertreter/innen von Nichtregierungsorganisationen aus Afrika, Asien und Südamerika die Situation in ihren Heimatländern vorstellen. mehr ...

Bedeutung europäischer Gesetzgebung für Interessensvertretungen


© Karin Eichinger, Fotolia

"Zunehmende Bedeutung der europäischen Gesetzgebung für die Interessensvertretungen der abhängig Beschäftigten und welche  Einflussmöglichkeiten hat ein Europa-Betriebsrat am Beispiel von VW (Audi Brüssel)"

Vom 14. bis zum 18.10.2013 führt das Institut für Kirche und Gesellschaft ein Studienseminar nach Brüssel durch. Diese Fahrt richtet sich an gesellschaftspolitisch Interessierte wie z. B. Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitendenvertretungen etc. . Wir bieten ein abwechslungsreiches und spannendes Programm.
Ein fachkundiger Stadtführer erzählt bei einem Stadtrundgang von den Arbeitervierteln zum Adelsquartier das Wichtigste über die Stadt. Das Zusammenspiel der EU-Gremien beim Gesetzgebungsverfahren lernen wir durch Gespräche und Besuche mit sachkundigen Führungen im EU-Parlament, bei der Europäischen Kommission und beim Europarat kennen. Welche Einflüsse Gewerkschaften und Arbeitgeber auf Ausschreibungsvorschriften bzw. Gesetzgebungsverfahren nehmen können, erfahren wir von dem Verbindungsbüro des Arbeitgeberverbandes bzw. beim Europäischen Gewerkschaftsbund.
Abschließend besuchen wir das Audiwerk in Brüssel und sprechen dort über die Einwirkungsmöglichkeiten eines Europa-Betriebsrats.
Neben all diesen Inhalten bleibt auch Raum für Gestaltungen nach persönlichem Interesse, denn die Unterbringung erfolgt in dem zentral gelegenen Hotel Villa Royale.

Weiterführende Informationen:
Institut für Kirche und Gesellschaft
Rose Richter
Fon: 0234/350092
rose.richter@kircheundgesellschaft.de

Unkonventionelle Erdgasförderung


Foto: Gelsenwasser

In Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, werden bedeutende Vorkommen an Schiefergas vermutet. Diese können durch unkonventionelle Erdgasförderung mit Hilfe des sogenannten Fracking erschlossen werden. Aus den USA sind im Zusammenhang mit Fracking zahlreiche Störfälle bekannt. Verunreinigungen von Grund- und vor allem Trinkwasser traten auf.

Die Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirchen in Deutschland (AGU) zeigen sich besorgt über den zwischen Bundesminister Dr. Rösler und Bundesminister Altmaier abgestimmten Vorschlag zur Zulassung des Fracking-Verfahrens in Deutschland und fordern ein Moratorium.

Mehr Informationen unter:
http://www.ekd.de/agu/presse/fracking_moratorium.html

Publikation

Zukunft veranstalten - Eine Orientierungshilfe


Ein Gemeindefest, Kreiskirchentag, eine Synode oder Freizeit - bei der Planung und Durchführung einer Veranstaltung gibt es viel zu beachten - von der Einladung, An- und Abreise der Teilnehmenden, bis hin zu Verpflegung und Pressearbeit. Die jetzt neu aufgelegte Broschüre "Zukunft veranstalten" gibt praktische Tipps und vielfältige Informationen, wie Kirchengemeinden und Kirchenkreise bei der Planung und Durchführung ihrer nächsten Veranstaltung gleichzeitig etwas für Umwelt- und Klimaschutz tun können.
Die Broschüre wird herausgegeben von der Klimaschutzagentur EKvW und der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (AGU).

Download der Broschüre:
Broschüre "Zukunft veranstalten" als PDF-Dokument

Gedruckte Exemplare können gegen Erstattung der Versandkosten bestellt werden:
margrit.puester@kircheundgesellschaft.de

 
Institut für Kirche und Gesellschaft
der Evangelischen Kirche von Westfalen


Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Telefon: 0 23 04 / 755 - 332
Telefax: 0 23 04 / 755 - 318

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