Newsletter Mai 2013

Inhaltsverzeichnis

Editorial


"Kirche als Unternehmen?"

Unsere Kirche ist Teil der Gesellschaft. Sie existiert nicht im leeren Raum.
Als Organisation wird sie u. a. auch ökonomisch von den "Bedingungen der Welt" beeinflusst.
Gleichzeitig geht die Kirche mit ihrer Botschaft weit über das "Hier und Jetzt" hinaus. Getragen von der Hoffnung, dass eine andere Welt möglich ist, setzt sie sich ein für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.
Hier wird das ganze Spannungsfeld deutlich, in dem Kirche sich bewegt.
Vor diesem Hintergrund sind heftige Debatten um das "Unternehmen" Kirche entbrannt. Fragen nach dem glaubwürdigen Umgang der Kirche mit Mitarbeitenden und Ressourcen stehen im Mittelpunkt. Darf Kirche überhaupt als "Unternehmen" betrachtet werden? Kommt es hier nicht zum Ausverkauf an den "Geist des Ökonomismus"?
Wichtige Impulse gab auch der Kirchentag in Hamburg mit seinem Leitthema. "Soviel du brauchst". Wie viel brauchen wir wovon? Wo leben wir über unsere Verhältnisse und wo bedarf es mehr? In vielen Veranstaltungen wurde die Frage nach unserem Umgang mit den Ressourcen gestellt, auch nach dem unternehmerischen Handeln der Kirchen.
Ich denke: Um Kirche leben und gestalten zu können, brauchen wir unternehmerisches Handeln, das sensibel ist für das "soviel du brauchst!". Einerseits, damit Kirche nicht über ihre Verhältnisse lebt, andererseits, damit sie das, was sie braucht, auch zur Verfügung hat. Das rechte und gute Maß dafür zu suchen und zu finden ist eine ständig neue Herausforderung, der wir uns gemeinsam in Gemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirchen stellen müssen.

Übrigens und darüber freue ich mich sehr: Auf dem Kirchentag fand ein Projekt unseres Instituts ganz besondere Beachtung, in dessen Mittelpunkt die besondere "unternehmerische" Verantwortung der Kirche steht: Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen

Mit besten Grüßen

Ihr
Klaus Breyer
Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

Kirchliches Arbeitsrecht


© Gerd Altmann, pixelio.de

Prinzip Gewerkschaft gegen Prinzip Kirche

Nicht alles ist gut in kirchlichen Einrichtungen. Auch in evangelischen nicht. Das ist mehr als ärgerlich. Das ist untragbar. Es gibt Fälle von zu geringer Bezahlung, von Ausgründungen, um Mitarbeitende unter schlechteren Bedingungen in anderer Rechtsform weiter zu beschäftigen. Dass der finanzielle Druck auf dem "Sozialmarkt" enorm ist und dass die politischen Rahmenbedingungen unzureichend sind, ist zwar eine Erklärung für Fehlentscheidungen, aber es ist keine Entschuldigung. Wenn die Kirche ungerechte Arbeitsbedingungen und -strukturen in der Gesellschaft (zu Recht) kritisiert und wenn sie mit gutem Grund auf ihrem Selbstbestimmungsrecht beharrt, dann muss ihr Handeln ihren ethischen Grundsätzen entsprechen. Zu denen gehören Gerechtigkeit und Fairness. mehr ...

Qualitätsmanagement als permanenter Verbesserungsprozess


Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) steht als Anbieter staatlich geförderter Dienstleistungen für die Gesellschaft in Konkurrenz mit anderen Organisationen auf einem Markt öffentlich geförderter Dienstleistungen. Sie hat staatlich vorgegebene Anforderungen und Standards bei der Realisierung ihrer Angebote zu berücksichtigen, sofern diese öffentliche Förderung als eine maßgebliche Finanzierungsquelle genutzt werden soll. Für das Kerngeschäft des Instituts für Kirche und Gesellschaft (IKG), die über das Weiterbildungsgesetzt NRW geförderte Weiterbildung, hatte das zur Konsequenz, ein Qualitätsmanagementsystem (QM) einzuführen und dieses zertifizieren zu lassen. mehr ...

Unternehmerisches Handeln in Kirche und Diakonie – Beschaffung


Foto: Kritiya, fotolia.com

Neben der Industrie und der öffentlichen Hand sind die Kirchen zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland und aufgrund der zweistelligen Milliardenbeträge, die sie als Beschaffungsvolumina umsetzen, relevante wirtschaftliche Akteure.

Die Versorgung von kirchlichen Einrichtungen und Unternehmen mit Materialien und Dienstleistungen hat sich in unserer Zeit, die geprägt ist von Globalisierung, Internetökonomie und verschärftem Kostendruck zu einem strategischen Faktor für eine erfolgreiche Unternehmungsführung entwickelt. mehr ...

Rückblick und Vorschau

"Zukunft Einkaufen“ wirkt!


Rückblick auf die Tagung vom 16. und 17. April im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück

Am 16./17. April 2013 fand im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) die Tagung "'Zukunft Einkaufen' wirkt!" statt. 'Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen' ist ein von der DBU gefördertes ökumenisches Projekt. Es ist angesiedelt im Institut für Kirche und Gesellschaft der ev. Kirche von Westfalen. Das Projekt hat sich die Ziele gesetzt, den Verbrauch von Ressourcen in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen zu reduzieren und die Beschaffung auf der Grundlage ökologischer und sozialer Kriterien in Richtung Nachhaltigkeit umzustellen.  mehr ...

Kirche als Unternehmen III


Haushalt. Steuern. Finanzierung. Investition
07./08. Juni 2013
Haus Villigst, Schwerte

"Auskommen mit dem Einkommen" - das ist seit langem Motto kirchlicher Haushaltspolitik. Das Haushaltsvolumen der Evangelischen Kirche von Westfalen liegt bei weit mehr als 300 Millionen Euro. Auch Vermögen - etwa aus Immobilien oder Rücklagen - hat die Kirche zu verwalten und zu verantworten. Der größte Teil der Finanzmittel stammt aus Kirchensteuern - die wiederum als Anhangssteuer zur Lohn- und Einkommensteuer von den Mitgliedern erhoben werden. mehr ...

Weitere Hinweise unter: www.kircheundgesellschaft.de

Frei will ich! - Gemeindeaufbau und Ehrenamt


Innovative Modelle für Gemeinden und Quartiere!
Studienkonferenz am 08. Juni 2013
Reinoldinum, Dortmund

Veränderungen bergen Chancen! Der demographische Wandel ist keineswegs nur eine Katastrophe, sondern er ermöglicht neue Formen ehrenamtlicher Arbeit auch in der Kirche. Doch was für Beteiligungsformen wünscht die "Generation 60Plus", unter welchen Bedingungen würde sie sich engagieren? Ihre kirchliche Bindung, ihre Pläne für die Phase nach der Erwerbsarbeit, ihre Wünsche an die Zusammenarbeit mit Hauptamtlichen sind andere geworden.

Weitere Hinweise im Programmflyer

Singen von Deiner Gerechtigkeit


© Andrzej Solnica, fotolia

Praxistag zu neuen geistlichen Liedern in "gerechter" Sprache
01. Juli 2013, 10.00-15.00 Uhr
Haus Villigst, Schwerte

Ziel dieses Tages ist, neue geistliche Lieder kennenzulernen, auszuprobieren und ihre Einsatzmöglichkeiten zu erörtern.
Was für neue Lieder mit vielfältigen Gottesvorstellungen sind in den letzten Jahren entstanden? Was sind Kriterien für Lieder in "gerechter" Sprache? Zu welchen Gelegenheiten und in welchen Kombinationsmöglichkeiten können sie erklingen? Mit diesen Fragen im Kopf und viel Sangeslust im Leib ist ein Streifzug durch Liederbücher der letzten Jahre geplant. Dabei fließen Erfahrungen aus den Liederwerkstätten zu den Deutschen Evangelischen Kirchentagen ein. Referent ist Pfarrer Martin Heider.

Eine Kooperationsveranstaltung des Frauenreferats, Diana Klöpper
mit dem Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung, Gudrun Mawick

Anmeldung:
Birgit Nagorny
Tel.: 02304 755 141
birgit.nagorny@institut-afw.de

Tagungsbeitrag: € 15,00

Eventwochenende rund um das Thema Familie


Familienplanet
Samstag, 13.07.2013, 13.00 Uhr bis Sonntag, 14.07.2013, ca. 13.00 Uhr
Park Haus Villigst, Schwerte

Auf dem Familienplaneten leben viele Menschen ... Singles, (Ehe-)Paare, Patchworkfamilien, Kinderlose, Omas, Opas und solche, die es gerne wären und werden wollen und natürlich viele Kinder und Jugendliche! Sie alle verbringen ein gemeinsames Wochenende im Park von Haus Villigst in Schwerte.
Dazu laden wir herzlich ein! Neben kreativen Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wollen wir auch den Begriff "Familie" theologisch, politisch, vielfältig und methodenreich neu denken. Denn Familie ist mehr als "Mutter, Vater, Kind"!

Weitere Hinweise unter: www.kircheundgesellschaft.de

Managing Diversity


Vom Umgang mit Verschiedenheit und Unterschiedlichkeit
Montag, 23.09.2013, 15.00 Uhr bis Freitag, 27.09.2013, ca. 13.00 Uhr
Haus Nordhelle, Meinerzhagen

Der Ansatz "Managing Diversity" wird derzeit in inner und außerkirchlichen Fachkreisen engagiert diskutiert. Denn die Botschaft, die das Konzept verspricht, ist interessant.
Sie lautet: Vielfalt lohnt sich! Aber: Die Vielfalt muss erkannt und genutzt werden!
Das hat auch die Evangelische Kirche von Westfalen erkannt und deshalb bei der Landessynode 2009 folgenden Beschluss gefasst:
"Studien der letzten Jahre belegen, dass Organisationen besonders dann florieren, wenn vermehrt auch Frauen führende Positionen bekleiden und sich die Organisationen die Prinzipien des "Managing Diversity" zu Nutze machen. Das bezeichnet einen förderlichen und ressourcenorientierten Umgang mit Unterschiedlichkeit im Blick auf Alter, Herkunft, Geschlecht, Kultur etc. in einer Organisation. Die Landessynode bittet die Kirchenleitung, umgehend ein Verfahren zu entwickeln, das Menschen mit Personalverantwortung auffordert und unterstützt, Diversity-Kompetenz zu erwerben und zu nutzen."

Fragestellungen, die wir in diesem Kolleg beantworten wollen:
> Wie kann Vielfalt in der Kirche hergestellt, wahrgenommen und genutzt werden?
> Worauf müssen sich Leitungsgremien einstellen, um sie nutzen zu können?
> Welche Diversity-Kategorien (z.B. Gender, Alter, Bildungsniveau...) sind für die Kirche besonders relevant?

Im Vordergrund des Kollegs stehen die Sensibilisierung sowie die Entwicklung persönlicher Handlungskompetenz im Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit. Sie lernen das Konzept Managing Diversity kennen, schärfen Ihre Wahrnehmung für unterschwellige Diskriminierungsmechanismen, entwickeln Kompetenzen für Wahrnehmung von und Umgang mit Vielfalt, lernen erste Instrumente zur Umsetzung von Diversity-Strategien kennen und kritisch reflektieren.

Weitere Hinweise im Programmflyer

Impressionen vom Kirchentag in Hamburg

"So viel du brauchst"


Auch bei diesem Kirchentag in Hamburg war das Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) dabei. Mitarbeitende des IKG waren präsent als Referierende, Präsentierende und Moderierende in den Zentren "Umwelt, Frieden und globale Gerechtigkeit", "Geschlechtergerechtigkeit" und "Jugend" sowie auf dem Markt der Möglichkeiten.

Auf den Seiten "Das Institut auf dem Kirchentag" sind Ausschnitte aus unserer vielfältigen Arbeit zu sehen und nachzulesen.

Personalien


Christina Ossenberg-Gentemann ist seit März als Pfarrerin im Entsendungsdienst im Institut für Kirche und Gesellschaft tätig. Sie in einer Projektstelle für das Jahr 2014 'Reformation und Politik' im Rahmen der Lutherdekade sowie für das Thema "Frauen in Führung" anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der rechtlichen Gleichstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern im Frauenreferat beschäftigt.

Tel: 02304 755 236
christina.ossenberg-gentemann@kircheundgesellschaft.de

Publikationen

Nachhaltigkeit von Unternehmen voranbringen - Chancen und Möglichkeiten verantwortungsbewusster Investoren


Nachhaltige Geldanlagen tragen dazu bei, die Wirtschaft zu gestalten und auf den Pfad einer nachhaltigen Entwicklung zu bringen. Die Bekanntheit nachhaltiger Geldanlagen ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen und vor allem kirchliche Investoren haben zu der quantitativen - aber auch zu der qualitativen - Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen wesentlich beigetragen. Inzwischen gibt es zahlreiche Angebote, Geld in Hinblick auf soziale und ökologische Herausforderungen verantwortlich zu investieren. Man weiß heute, dass die Integration sozialer und ökologischer Kriterien in die Geldanlage per se keinen finanziellen Nachteil bedeutet und dass Unternehmen in zunehmendem Maße die Anliegen ethisch und nachhaltig orientierter Investorinnen und Investoren ernst nehmen. Die nachhaltige Geldanlage "wirkt".

Bezugsadresse:
Institut für Kirche und Gesellschaft
Margrit Püster
Nordwall 1, D-58239 Schwerte
Tel.: 02304-755 331
margrit.puester@kircheundgesellschaft.de

Preis: € 9,50

 
Institut für Kirche und Gesellschaft
der Evangelischen Kirche von Westfalen


Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Telefon: 0 23 04 / 755 - 332
Telefax: 0 23 04 / 755 - 318

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