XXXI. Afghanistan-Tagung mit Hamid Karzai

Studienleiter Uwe Trittmann begrüßt Hamid Karzai auf der XXXI. Villigster Afghanistan-Tagung.

Auf dem Weg zu einer neuen Afghanistan Politik: Realitäten - Verantwortungen - Strategien

Die diesjährige Afghanistan-Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst hatte einen ganz besonderen Teilnehmer. Hamid Karzai, 2001 bis 2014 Präsident Afghanistans, hielt einen Vortrag über Zukunftsaussichten für sein Land aus afghanischer Sicht und stellte sich anschließend der Diskussion.

"Die Frage nach der Stabilität des Landes steht im Mittelpunkt unserer Konferenz. Welche Zukunft hat Afghanistan, diese Region mit der höchsten Konzentration von Extremismus und Terrorismus?", begrüßte Uwe Trittmann von der Ev. Akademie Villigst die rund 120 Teilnehmer der Tagung. In seiner Einleitung unterstrich der Studienleiter, dass an einer neuen Afghanistan-Politik gearbeitet werden müsse. Vor diesem Hintergrund wurde auf der dreitägigen Konferenz auch die Rolle Deutschlands einer ehrlichen Bestandsaufnahme unterzogen und kritisch diskutiert.

Professor Ali Ahmad Jalali, Botschafter Afghanistans in Berlin, formulierte den Auftrag an die Politik, um den schwierigen Friedensprozess zu unterstützen: "Die einheimischen und internationalen Kräfte müssen sich endlich auf gemeinsame Ziele einigen." Nur so könne eine langfristige Stabilität erreicht werden.

Ex-Präsident Karzai übte Kritik an der derzeitigen US-amerikanischen Politik, die sein Land für "Machtspiele" benutzen würde. Sein Volk brauche Hoffnung für die Zukunft, in der auch die eigenen Traditionen erhalten bleiben. Die vielen Opfer der militärischen Auseinandersetzungen seien ein nicht akzeptabler Preis. "Für den Friedensprozess müssen die Nachbarstaaten und auch Indien und Russland in die Gespräche mit einbezogen werden. Afghanistan muss wieder Zentrum der Zusammenarbeit werden. Die USA müssen einen neuen Pakt mit Afghanistan schließen, in dem gemeinsame Maßnahmen formuliert werden. Die positive Entscheidung des afghanischen Volkes für diesen Pakt ist dabei unerlässlich", so Karzai auf der Tagung.

Ex-Präsident Karsai fordert Neuausrichtung der Afghanistan-Politik

31. Afghanistan-Tagung in Evangelischen Akademie Villigst

Schwerte (epd). Der frühere afghanische Präsident Hamid Karsai hat von der US-Regierung unter Donald Trump eine Neuausrichtung der amerikanischen Afghanistan-Politik gefordert. Eine Friedenslösung sei nur dann möglich, wenn die Nachbarstaaten China, Pakistan und der Iran unter Einbeziehung von Russland als auch Indien in die Gespräche einbezogen würden, sagte Karsai am Wochenende in Schwerte. mehr ...

Afghanischer Ex-Präsident erhebt schwere Vorwürfe gegen USA

Berlin/Schwerte (epd). Der frühere Präsident Afghanistans, Hamid Karsai, hat heftige Kritik am Vorgehen der USA in seinem Heimatland geübt. Dass sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mittlerweile auch in Afghanistan festgesetzt habe, sei „ein direktes Ergebnis der US-Politik und der Präsenz der USA in Afghanistan“, sagte Karsai der „Berliner Zeitung“ (Samstag): „Dieser Krieg gegen den Terror wird in den Menschen weiterhin Wut erzeugen.“ Die jetzt von Washington angekündigte Verstärkung der US-Truppen sei keine Lösung, sagte Karsai, der am Freitag an einer Konferenz über die künftige Afghanistan-Politik in der Evangelische Akademie Villigst in Schwerte teilnahm. mehr ...

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