Globalisierung wird hier als Prozess mit einer ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimension verstanden. Das alltägliche Leben und Handeln findet in dichten Netzwerken statt, in hoher Abhängigkeit und mit wechselseitiger Verpflichtung über nationalstaatliche Grenzen hinweg; Gemeinschaft, Arbeit und Kapital sind nicht mehr an einen Ort gebunden.

Die ökonomische Globalisierung  beinhaltet vor allen grenzüberschreitender Handels-, Investitions- und Einkommensströme. Durch die Finanzkrise von 2008 wurde die starke wirtschaftliche Integration, die seit den 1990er Jahren anhielt, gestoppt und teilweise sogar rückgängig gemacht. Sie stellte grundsätzlich die Überzeugung infrage, dass freie Märkte die Probleme  lösten, dass es  allen besser ginge, wenn nur der Markt sich selbst überlassen bliebe. Inzwischen  hat sich die Entwicklung der zunehmenden Handels- und Kapitalverkehrsbeschränkungen, die im Anschluss an die Finanzkrise eingesetzt wurden, wieder umgekehrt.

Kein Land kann sich vom globalen Trend abkoppeln, eine Volkswirtschaft steckt die andere an. Die gegenseitige Abhängigkeit, auch was den Klimawandel angeht, nimmt sogar noch zu.

Im Anschluss an die Finanzkrise entwickelte sich die Fiskal – bzw. Staatsschulden- und Wirtschaftskrise. Die Globalisierung hat das Versprechen auf stetig wachsenden Wohlstand für viele ins Gegenteil verkehrt und den Raubbau an der Natur und natürlichen Ressourcen verstärkt vorangetrieben.

In dieser globalisierten, vernetzten und technisierten Welt wird trotz ihrer Komplexität der einzelne Mensch seine Verantwortung in Politik und Wirtschaft nicht los. Dies gilt umso stärker für eine Kirche, die sich die Gestaltung einer gerechteren Welt zum Ziel gesetzt hat.

Auf diesem Hintergrund liegt ein Schwerpunkt der Akademiearbeit seit den vergangenen zwei Jahren auf den aktuellen Freihandels – und Investitionsabkommen, die die EU derzeit verhandelt (TTIP und CETA) und dem Themenbeeich Wirtschaft und Menschenrechte.

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