Seit 2015 benennt  das Auswärtige Amt die Ereignisse des Krieges zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Völkermord  - vollzogen durch  die "Schutztruppe" im damaligen Deutsch-Südwestafrika.

Als politische Leitlinie für die Bundesregierung gilt seitdem der Satz: "Der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 war ein Kriegsverbrechen und Völkermord." Diese politische Anerkennung des Völkermords dient als Grundlage der Gespräche zwischen der namibischen und der deutschen Regierung für eine gemeinsame Erklärung.

Die Evangelische Akademie Villigst hat sich 2016 der Fragestellung gewidmet, inwieweit von einer Mitverantwortung für den Völkermord durch den preußischen Oberkirchenrat, der Vorgängerinstitution der Evangelischen Kirche in Deutschland im ehemaligen Südwestafrika,  gesprochen werden muss.

113 Jahre nach dem Völkermord an den Herero und Nama in Namibia, im April 2017, kurz vor der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Windhoek, Namibia, hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Schulderklärung veröffentlicht. Unter dem Titel „Vergib uns unsere Schuld“ bittet die EKD alle Nachfahren der Opfer deutscher Kolonialherrschaft „wegen des verübten Unrechts und zugefügten Leids aus tiefstem Herzen um Vergebung“. „Als Ausdruck ihrer bleibenden Verpflichtung“ will die EKD „für die Anerkennung des Genozids öffentlich eintreten.“

Die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia (DELK) hat dieses Schuldbekenntnis ausdrücklich zurückgewiesen.

Zu Hintergründen und Diskussion der historischen Verantwortung und der Schulderklärung der EKD finden Sie hier eine Zusammenstellung von Dokumenten:

 

 

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