Vielfalt anerkennen und gestalten

© Tomizak, pixelio.de

Migration und Integration sind Themen, die die Mitte der Gesellschaft betreffen. Fast 4,2 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen haben einen Migrationshintergrund, also 23% der Einwohner Nordrhein-Westfalens. Bundesweit sind es knapp 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, also ca. 18% aller Einwohner/innen. Über die Hälfte haben einen deutschen Pass als Spätaussiedler und ihre Kinder oder als Eingebürgerte.

Im Institut für Kirche und Gesellschaft fragen wir nach den aktuellen Herausforderungen, die mit Einwanderung und ihren Folgen verbunden sind:

  • Was hält eine multikulturell ausdifferenzierte Einwanderungsgesellschaft zusammen?
  • Wer soll künftig unter welchen Bedingungen zeitweise oder dauerhaft nach Deutschland einwandern dürfen?
  • Wie kann Integration als Zusammenwachsen der Verschiedenen und als Teilhabe und Beteiligung der Zugewanderten erfolgreich gestaltet werden?
  • Wie werden wir unserer humanitären Verpflichtung gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden gerecht?
  • Wie kann interkulturelle Öffnung (auch von kirchlichen Institutionen) effektiv umgesetzt werden?


Bei diesen Fragen suchen wir den Austausch mit der Diakonie und anderen Wohlfahrtsverbänden, mit Flüchtlingsorganisationen und Migrantenorganisationen, organisieren Tagungen, Seminare und Tagesveranstaltungen und stehen für Vorträge und Diskussionsveranstaltungen vor Ort zur Verfügung.

 

AKTUELLES

Appell des Asylpolitischen Forums 2012

Schnellverfahren schnellstens Abschaffen - Verfahren in NRW verantwortlich gestalten

Die Teilnehmenden des Asylpolitischen Forums 2012 (7.-9.12.2012 in der Ev. Akademie Villigst) haben einen Appell an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den nordrhein-westfälischen Innenminister und die innenpolitischen Sprecher der Parteien im NRW-Landtag verabschiedet.
Darin lehnen sie Schnellverfahren gegen Asylsuchende aus Serbien und Mazedonien ab und fordern deren gleichberechtigte und faire Behandlung ein.
An die NRW-Landespolitik wird die Forderung gerichtet, schnellstmöglich für eine räumliche und personelle Aufstockung der Aufnahmekapazitäten für Asylsuchende zu sorgen, um grundlegende Standards in deren Unterbringung und Beratung erhalten zu können.
Der Text des Appells kann hier herunter geladen werden.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen setzt sich für Flüchtlinge ein

Beschlüsse und Kollekte des Synodengottesdienstes sollen helfen


Mit der fachlichen Unterstützung des Institutes für Kirche und Gesellschaft und der Diakonie RWL hat die diesjährige Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen in ihren Beschlüssen einen starken Akzent bei der Unterstützung von Flüchtlingen gesetzt. Ein Beschluss befasst sich mit der katastrophalen Lage der Erstaufnahme von Asylsuchenden in Nordrhein-Westfalen. Die Unterbringungseinrichtungen sind in den letzten Jahren trotz stetig steigender Asylbewerberzahlen nicht an den erwartbaren Bedarf angepasst worden. Die Kirchenleitung wird sich bei der Landesregierung dafür einsetzen, dass "schnellstmöglich genügend Kapazitäten für die reguläre Aufnahme und Unterbringung von Asylsuchenden in NRW eingerichtet werden". Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge soll genügend zusätzliches und qualifiziertes Personal für die Bearbeitung der Asylanträge zur Verfügung stellen, "um den steigenden Antragszahlen gerecht zu werden und den Anspruch jedes Einzelnen auf ein geordnetes Verfahren einlösen zu können". Auf dieses Ziel soll die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beim Bundesinnenministerium hinwirken, beschloss die Synode.
Das gilt auch für Flüchtlinge aus Syrien und den Nachbarstaaten. Sie sollen laut dem Beschluss "Zur Lage der aus Syrien Geflüchteten" von der Bundesregierung stärker als bisher finanziell und organisatorisch unterstützt werden. Die EKvW ist weiterhin bereit, bei der Suche nach Orten zu helfen, wo die betroffenen Menschen qualifiziert unterstützt werden können. Sie bittet die Kirchenkreise und Kirchengemeinden, ihrerseits bereit zu sein für die Begleitung von Flüchtlingen, die in ihrem Umfeld aufgenommen werden.
Ein dritter Beschluss befasst sich mit der Armutszuwanderung aus Rumänien und Bulgarien. Für die Zugewanderten soll die Diakonie am Aufbau von Hilfen mitwirken und entsprechende Initiativen in den betroffenen Stadtteilen unterstützen. Das betrifft derzeit vor allem Dortmund. Dort hat sich eine hoch angespannte Lage entwickelt. Seit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens in die EU 2007 gibt es eine Armutszuwanderung aus diesen Ländern in die übrigen Mitgliedsstaaten. Besonders die in ihren Herkunftsländern sozial ausgegrenzten Minderheiten versuchen, dem Elend zu entkommen und sich als EU-Bürgerinnen und -Bürger in deutschen Großstädten eine erträgliche Lebenssituation zu schaffen.
Ein wichtiges Signal der praktischen Unterstützung angesichts der Krise in der Erstaufnahme von Asylsuchenden war auch die Kollekte, die beim Gottesdienst der Landessynode mit dem Zweck "Unterstützung der Verfahrensberatung in den Landesunterkünften für Asylbewerber" eingesammelt wurde. Die Beschlüsse können auf der Seite des Institutes für Kirche und Gesellschaft unter "Integration und Migration" unter "Downloads" abgerufen werden. Das diesjährige Asylpolitische Forum der Evangelischen Akademie Villigst (7.-9.12.2012) wird die genannten Flüchtlingsfragen ebenfalls aufgreifen. Programm und Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.