Naturwissenschaft • Technik • Landwirtschaft

Wissenschaft und Technik sind Triebfedern unserer modernen Gesellschaft. Doch neben Faszination rufen diese auch Ängste hervor. Der Grad zwischen Chance und Risiko wird immer schmaler und die Korrektur eventueller Fehler zu einer immer größeren Herausforderung. Die Entscheidung zwischen der Unterlassungsschuld und der verletzten Führsorgepflicht für die Umwelt und uns selbst, dem Menschen, wird immer drängender.
Frei nach Francoise Rabelais: „Wissenschaft ohne Gewissen bedeutet den Untergang der Seele.“ ist es unser Anliegen den ethischen Herausforderungen aus diesem Spannungsfeld in einem kritischen, demokratischen und politischen Dialog zu begegnen. Das Verständnis zu fördern und den Prozess einer gesamtgesellschaftlichen Willensartikulation zur unterstützen.


27.-28. März 2020 Klimawandel und Welternährung - Ist Gentechnik die Lösung?

Im Jahr 2008 wurde der sog. Weltagrarbericht veröffentlicht. Darin legen mehr als 400 ExpertInnen aus aller Welt dar, wie die zukünftige Landwirtschaft gestaltet werden muß, um die Menschheit zu ernähren: "Die Art und Weise, wie die Welt ihre Nahrung herstellt, muss sich radikal ändern und den Armen und Hungernden besser dienen, wenn die Menschheit mit einer wachsenden Bevölkerung und dem Klimawandel fertigwerden und gleichzeitig soziale Zusammenbrüche und Umweltzerstörung vermeiden will," so die Presseerklärung des ExpertInnengremiums.

Seitdem wurden die Kernbotschaften des Berichts durch Studien der FAO, des IPBES und des IPCC untermauert. Die gemeinsame Botschaft dieser renommierten ExpertInnengremien: Die landwirtschaftliche Produktion muss grundlegend transformiert werden. Dabei soll der Fokus weniger auf Technik und Massenproduktion für den Weltmarkt als auf kleinparzellige, ökologische und inputreduzierte regionale Produktion gerichtet werden.

Gleichzeitig unternehmen die BefürworterInnen einer industrialisierten Landwirtschaft große Anstrengungen, den Kurs einer stark Chemie-, Technik- und Digital-gestützten Produktion fortzusetzen. Dabei wird insbesondere auf das Potential der neuen gentechnischen Methoden gesetzt: Sie ermöglichen es, Veränderungen im Erbgut eines Lebewesens sehr gezielt vorzunehmen. Häufig werden sie als Genome Editing oder Gene Editing (GE) bezeichnet. Mit GE sei es möglich, Zuchtziele in der Landwirtschaft schneller und gezielter zu erreichen. So sei eine Anpassung an den Klimawandel zu erzielen.

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze der zukünftigen Landwirtschaft prallen aufeinander. Bei dem Einsatz von GE drängt die Zeit: In den USA werden derzeit mit GE Pflanzen entwickelt, die ohne Sicherheitsprüfung und ungekennzeichnet auf den globalen Markt kommen werden. In Europa werden gentechnisch veränderte Pflanzen nach dem Vorsorgeprinzip einem Zulassungsverfahren unterworfen, das verhindern soll, dass Risiken für Gesundheit und Umwelt von gentechnisch veränderten Produkten ausgehen. Einige Produkte unterliegen einer Kennzeichnungspflicht, so dass Landwirtschaft und VerbraucherInnen eine bewusste Anbau- bzw. Kaufentscheidung treffen können. Bisher hat die EU noch keine Verfahren entwickelt, wie die neuen GE-Pflanzen gehandhabt werden sollen. Dies müsste nach einem Grundsatzurteil des EuGH längst erfolgt sein. Der Druck auf die EU ist hoch, die bestehende Gentechnik-Gesetzgebung zugunsten von GE-Produkten zu deregulieren.

Mit der Frage nach der gesetzlichen Regulierung von Genome Editing verbindet sich die ungleich wichtigere Frage, wie die Zukunft der Landwirtschaft angesichts von Klimawandel und Artensterben gestaltet werden soll: Benötigen wir gentechnisch veränderte Pflanzen für die globalen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht?

Wir laden Sie hiermit ein, diese Fragen gemeinsam mit uns zu diskutieren.

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28.-29. April 2020 Kunststoffe: Zukunftsperspektive oder Auslaufmodell?

Die Vielfältigkeit und Haltbarkeit von Kunststoffen ist die Voraussetzung für viele unserer technischen Errungenschaften. Doch gleichzeitig bewirken diese Eigenschaften, dass unser Planet in einem Berg von nicht wieder verwertbarem Müll "erstickt". Was macht Kunststoffe zu solch idealen und gleichermaßen problematischen Werkstoffen, die auch in der Zukunft nur schwer substituierbar erscheinen? Wovon sprechen wir, wenn wir Plastik sagen aber Kunststoffe meinen? Gibt es Alternativen für die Bereiche, in denen uns Kunststoffe heute noch unverzichtbar erscheinen, beispielsweise in der Medizin?

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Vergangene Veranstaltungen

  • 22.-24. November 2019
    Fit in die Kiste - Altwerden heute
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  • 21.-22. November 2019
    Hightech in der Landwirtschaft - Chancen und Risiken der Digitalisierung
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  • 12.-13. September 2019
    Keimbahneingriffe mit CRISPR/Cas - Zukunftsperspektive oder Irrweg?
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  • 17.-18. Mai 2019
    Genome Editing - Schaffen wir eine neue Natur?
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  • 14. März 2019
    Genome Editing - Züchtung der Zukunft?
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  • 22.- 24. Februar 2019
    Das „Summen“ des Waldes. Der Wald als Beispiel für nachhaltige  Entwicklung?
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  • 05. Februar 2019
    Genome Editing – Noch Therapie oder schon Enhancement?
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  • 22. - 23. November 2018
    Agrarpolitik ab 2021 – Landwirtschaft zwischen Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung
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  • 19. - 21. Oktober 2018
    Mensch und Tier – Neues Verständnis – Andere Umgang Erkenntnisse und Konsequenzen aus der Forschung
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Termine

  • 27.-28. März 2020
    Klimawandel und Welternährung - Ist Gentechnik die Lösung?
  • 21. April 2020
    Das Verschwinden der Arten.
  • 28.-29. April 2020
    Kunststoffe: Zukunftsperspektive oder Auslaufmodell?
  • 06. Juni 2020
    Bewahren oder Beherrschen?