Naturwissenschaft • Technik • Landwirtschaft

Wissenschaft und Technik sind Triebfedern unserer modernen Gesellschaft. Doch neben Faszination rufen diese auch Ängste hervor. Der Grad zwischen Chance und Risiko wird immer schmaler und die Korrektur eventueller Fehler zu einer immer größeren Herausforderung. Die Entscheidung zwischen der Unterlassungsschuld und der verletzten Führsorgepflicht für die Umwelt und uns selbst, dem Menschen, wird immer drängender.
Frei nach Francoise Rabelais: „Wissenschaft ohne Gewissen bedeutet den Untergang der Seele.“ ist es unser Anliegen den ethischen Herausforderungen aus diesem Spannungsfeld in einem kritischen, demokratischen und politischen Dialog zu begegnen. Das Verständnis zu fördern und den Prozess einer gesamtgesellschaftlichen Willensartikulation zur unterstützen.

Es ist Zeit - Die Gesellschaft im Widerstreit zwischen Zeitempfinden, physikalischen, biologischen und gesellschaftlichen Zeitgebern

DIESE VERANSTALTUNG IST ABGESAGT!

Zeit ist die elementarste Dimension unseres Lebens. Gelebt scheint sie selbstverständlich; bedacht bleibt sie ein Rätsel. Die jeweilige Auffassung von Zeit prägt das gesellschaftliche Leben tiefgreifend. Das 'Zeitregime' der Moderne führt in unsere Steigerungs- und Beschleunigungsgesellschaft mit ihren Erfahrungen der 'Hast' und Leistungsüberforderung (Assmann/ Osten).Was weniger bedacht wird, ist die Tatsache, dass sich in diesen prägenden Zeitgebern, die Zeitauffassungen der Naturwissenschaften durchsetzen. So das Diktat der objektiven Uhrzeit der klassischen Physik über die Maschinenwelt bis in die Organisation von Gesellschaft. Heute diktiert das Zeitmaß der Lichtgeschwindigkeit' und der Quantenwelt unser digitales Leben in der Informationsgesellschaft (Görnitz). Zeit und Raum sind fast in Echtzeit überwunden, wenn unsere Welt auf dem Bildschirm erscheint oder über Daten präsent gemacht wird. Die Folgen dieses Zeitregimes für das vitale Leben, für Bildung und Arbeitsleben sind immens. Wir leben aber in Raum und Zeit der natürlichen Welt und personalen Kommunikation. Beide Zeiten geraten in Konflikt. Die Chronobiologie klärt uns darüber auf, dass unser Körper auf viele biologische Zeitgeber eingerichtet ist, die mit dem natürlichen Tag-Nachtrhythmen verbunden sind (Oster). Deren Missachtung führt zu Destabilisierung, Schlaflosigkeit und Krankheit. Das gilt es in seiner persönlichen und gesellschaftlichen Tragweite bewusst zu machen. Am rätselhaftesten ist jedoch unsere Zeit-Erfahrung. Wovon hängt es ab, dass die Zeit für uns je nach Alter und Situation mal beschleunigt mal verlangsamt vergeht? Solche Fragen stellt sich heute die Psychologie der subjektiven Zeiterfahrung (Sedlmeier). Sie bestimmt über unser Selbstgefühl und Befinden mit weitreichenden persönlichen und gesellschaftliche Auswirkungen. In der Praxis von Achtsamkeit, Verlangsamung und Meditation sucht man nach einer gelingenden Zeitpraxis. Aber all diese Zeitgeber gründen in der existentiellen Erfahrung der Endlichkeit unserer Lebenszeit im Konflikt zwischen Lebendigsein und Vergänglichkeit (Gerhardt). Ihr entspringen jedoch auch Erfahrungen der Zeitenthobenheit, die in Literatur und Kunst als Augenblicke des Einbruchs der 'Ewigkeit' gefeiert werden (Osten, Link). Wie kann und soll man diese Zeiterfahrungen einschätzen und ihren Konflikt austragen? Über die Suche nach einer 'life and work balance' hinaus?

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Kunststoffe: Zukunftsperspektive oder Auslaufmodell?

30. November - 01. Dezember 2020

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen Iserlohn

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Die Vielfältigkeit und Haltbarkeit von Kunststoffen ist die Voraussetzung für viele unserer technischen Errungenschaften. Doch gleichzeitig bewirken diese Eigenschaften, dass unser Planet in einem Berg von nicht wieder verwertbarem Müll "erstickt". Was macht Kunststoffe zu solch idealen und gleichermaßen problematischen Werkstoffen, die auch in der Zukunft nur schwer substituierbar erscheinen? Wovon sprechen wir, wenn wir Plastik sagen aber Kunststoffe meinen? Gibt es Alternativen für die Bereiche, in denen uns Kunststoffe heute noch unverzichtbar erscheinen, beispielsweise in der Medizin?

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Klimawandel und Welternährung - Ist Gentechnik die Lösung?

07. - 08. Dezember 2020

Eine Veranstaltung in Kooperation mit:

  • Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
  • Brot für die Welt (BfW)
  • Intressengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut)

 

Im Jahr 2008 wurde der sog. Weltagrarbericht veröffentlicht. Darin legen mehr als 400 ExpertInnen aus aller Welt dar, wie die zukünftige Landwirtschaft gestaltet werden muß, um die Menschheit zu ernähren: "Die Art und Weise, wie die Welt ihre Nahrung herstellt, muss sich radikal ändern und den Armen und Hungernden besser dienen, wenn die Menschheit mit einer wachsenden Bevölkerung und dem Klimawandel fertigwerden und gleichzeitig soziale Zusammenbrüche und Umweltzerstörung vermeiden will," so die Presseerklärung des ExpertInnengremiums.

Seitdem wurden die Kernbotschaften des Berichts durch Studien der FAO, des IPBES und des IPCC untermauert. Die gemeinsame Botschaft dieser renommierten ExpertInnengremien: Die landwirtschaftliche Produktion muss grundlegend transformiert werden. Dabei soll der Fokus weniger auf Technik und Massenproduktion für den Weltmarkt als auf kleinparzellige, ökologische und inputreduzierte regionale Produktion gerichtet werden.

Gleichzeitig unternehmen die BefürworterInnen einer industrialisierten Landwirtschaft große Anstrengungen, den Kurs einer stark Chemie-, Technik- und Digital-gestützten Produktion fortzusetzen. Dabei wird insbesondere auf das Potential der neuen gentechnischen Methoden gesetzt: Sie ermöglichen es, Veränderungen im Erbgut eines Lebewesens sehr gezielt vorzunehmen. Häufig werden sie als Genome Editing oder Gene Editing (GE) bezeichnet. Mit GE sei es möglich, Zuchtziele in der Landwirtschaft schneller und gezielter zu erreichen. So sei eine Anpassung an den Klimawandel zu erzielen.

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze der zukünftigen Landwirtschaft prallen aufeinander. Bei dem Einsatz von GE drängt die Zeit: In den USA werden derzeit mit GE Pflanzen entwickelt, die ohne Sicherheitsprüfung und ungekennzeichnet auf den globalen Markt kommen werden. In Europa werden gentechnisch veränderte Pflanzen nach dem Vorsorgeprinzip einem Zulassungsverfahren unterworfen, das verhindern soll, dass Risiken für Gesundheit und Umwelt von gentechnisch veränderten Produkten ausgehen. Einige Produkte unterliegen einer Kennzeichnungspflicht, so dass Landwirtschaft und VerbraucherInnen eine bewusste Anbau- bzw. Kaufentscheidung treffen können. Bisher hat die EU noch keine Verfahren entwickelt, wie die neuen GE-Pflanzen gehandhabt werden sollen. Dies müsste nach einem Grundsatzurteil des EuGH längst erfolgt sein. Der Druck auf die EU ist hoch, die bestehende Gentechnik-Gesetzgebung zugunsten von GE-Produkten zu deregulieren.

Mit der Frage nach der gesetzlichen Regulierung von Genome Editing verbindet sich die ungleich wichtigere Frage, wie die Zukunft der Landwirtschaft angesichts von Klimawandel und Artensterben gestaltet werden soll: Benötigen wir gentechnisch veränderte Pflanzen für die globalen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht?

Wir laden Sie hiermit ein, diese Fragen gemeinsam mit uns zu diskutieren.

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Vergangene Veranstaltungen

  • 22. - 24. November 2019
    Fit in die Kiste - Altwerden heute
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  • 21. - 22. November 2019
    Hightech in der Landwirtschaft - Chancen und Risiken der Digitalisierung
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  • 12.-13. September 2019
    Keimbahneingriffe mit CRISPR/Cas - Zukunftsperspektive oder Irrweg?
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  • 17.-18. Mai 2019
    Genome Editing - Schaffen wir eine neue Natur?
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  • 14. März 2019
    Genome Editing - Züchtung der Zukunft?
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  • 22.- 24. Februar 2019
    Das „Summen“ des Waldes. Der Wald als Beispiel für nachhaltige  Entwicklung?
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  • 05. Februar 2019
    Genome Editing – Noch Therapie oder schon Enhancement?
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  • 22. - 23. November 2018
    Agrarpolitik ab 2021 – Landwirtschaft zwischen Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung
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  • 19. - 21. Oktober 2018
    Mensch und Tier – Neues Verständnis – Andere Umgang Erkenntnisse und Konsequenzen aus der Forschung
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Termine

  • 19. - 20. November 2020
    Lebensmittel - Mittel zum Leben. Ein Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.
  • 30. November - 01. Dezember 2020
    Kunststoffe: Zukunftsperspektive oder Auslaufmodell?
  • 07. - 08. Dezember 2020
    Klimawandel und Welternährung - Ist Gentechnik die Lösung?