Würde, Selbstbestimmung, Sorgekultur - Den gesellschaftlichen Streit um die Sterbehilfe konstruktiv führen

Anbieter: Evangelische Akademie Villigst
Seminarnummer: 151601
Datum/Uhrzeit: 29.04.2015 11:30 bis 30.04.2015 15:15
Veranstaltungsort: Ev. Tagungsstätte Haus Villigst
Ansprechpartner/in: Pietsch, Ulrike
Telefon: 02304/755-325
Programm als Download: Download

Anmeldung zu dieser Veranstaltung

Würde, Selbstbestimmung, Sorgekultur - Den gesellschaftlichen Streit um die Sterbehilfe konstruktiv führen

Der gesellschaftliche Diskurs um die so genannte Sterbehilfe in ihren unterschiedlichen Formen erfährt gegenwärtig eine politische Zuspitzung durch die Ankündigung von Bundesregierung und Bundestag, die rechtlichen Grundlagen der Beihilfe zur Selbsttötung (neu) zu regeln. In der parlamentarischen Debatte geht es um Regelungen zum assistierten Suizid und zur geschäftsmäßigen / gewerblichen Beihilfe zum Suizid. Parallel dazu ist eine emotional geprägte Diskussion in Gesellschaft und Medien entbrannt, in der gefragt wird, ob auch die aktive Sterbehilfe, also die Tötung auf Verlangen, zulässig sein soll.

Titelbild: E. Munch "Das kranke Kind", Foto: Wolfgang Beer

Erfahrungen aus der Hospiz- und Palliativarbeit zeigen, dass der Wunsch nach Lebensbeendigung überwiegend in der Angst vor Schmerzen, Alleinsein oder der Befürchtung anderen zur Last zu fallen begründet ist. Gesellschaftliche Solidarität, Mitmenschlichkeit und der Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten sind eine Alternative zum (ärztlich) assistierten Suizid und zur Tötung auf Verlangen.

Die Tagung entfaltet die Debatte um ein menschenwürdiges Sterben und fragt nach den gesundheits-, sozialpolitischen und ethischen Implikationen. Das Thema soll damit für die Bildungsarbeit sowie für die Informationsarbeit von Verbänden, Einrichtungen und Organisationen aufbereitet und im Sinne von Information und Aufklärung, Urteilsbildung und Handlungsorientierung kommunizierbar werden. In welchem Verhältnis stehen Selbstbestimmung, Lebensschutz und Fürsorge? Beinhaltet die Liberalisierung des Sterbehilfeverbots die Gefahr, auf eine schiefe Ebene, hin zu einer inhumanen Logik, einer sozialen Eugenik zu geraten? Welche gesetzlichen Regelungen brauchen wir? Wie können wir unser Handeln ethisch reflektieren und praktisch fundieren?

In den Fragen um Sterbehilfe und Sterbebegleitung entscheidet sich, welches Bild eine Gesellschaft von sich selbst haben will: Wie wollen wir leben? Die Tagung richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Bildungsarbeit, im Hospiz- und Gesundheitsbereich, in Verbänden, Initiativen und Gemeinden sowie an Interessierte.

Dr. Wolfgang Beer, Evangelische Akademien in Deutschland (EAD) e.V.
Edith Droste, Nebenamtliche Studienleiterin der Ev. Akademie Villigst
Dr. Peter Markus, Ev. Akademie Villigst

Anmeldung

Veranstaltungen sind i.d.R. kostenpflichtig (siehe Downloadprogramm oder Preisanfrage über Ansprechpartner/in).
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Eine Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht mehr möglich!




zur Übersicht aller Veranstaltungen