Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jhd. in Deutsch-Südwestafrika

Anbieter: Evangelische Akademie Villigst
Seminarnummer: 160028
Datum/Uhrzeit: 12.03.2016 10:30 bis 12.03.2016 16:00
Veranstaltungsort: Ev. Stadtakademie Bochum
Ansprechpartner/in: Huckenbeck, Gabriele
Telefon: 02304/755-324

Anmeldung zu dieser Veranstaltung

Völkermord verjährt nicht! Der erste Völkermord im 20. Jhd. in Deutsch-Südwestafrika

Ministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul; Dr. Medardus Brehl, Bochum; Dr. Hanns Lessing, Hannover

Anlässlich des Endes der Kolonialherrschaft vor 100 Jahren im heutigen Namibia, ergriff der Bundestagspräsident Norbert Lammert im Juli dieses Jahres die Gelegenheit, sich in der ZEIT zu den Verbrechen an den Herero und Nama zu äußern. In dem Zeitungsartikel befürwortete er die Anerkennung des Völkermordes durch die Bundesrepublik: Wer vom Genozid an den Armeniern 1915 im Osmanischen Reich spreche, der müsse auch die Verbrechen des deutschen Militärs gegen die einheimische Bevölkerung im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika so bezeichnen, so schrieb er. Am Tag darauf gab das Auswärtige Amt auf einer Pressekonferenz bekannt, dass die Bundesregierung nun im Hinblick auf die Ereignisse des Krieges vor 110 Jahren von Völkermord durch die "Schutztruppe" im damaligen Deutsch-Südwestafrika spreche. Dies stellt einen Wendepunkt in der offiziellen Debatte dar.

Die Ev. Stadtakademie Bochum zusammen mit der Ev. Akademie Villigst (Schwerte)  haben dies zum Anlass genommen, einen Studientag zum Thema des Völkermordes der deutschen Kolonialmacht im ehemaligen Südwestafrika durchzuführen.

Der Studientag wird beginnen mit einem Beitrag von Heidemarie Wieczorek-Zeul, die als erste offizielle Politikerin, Ministerin und Regierungsvertreterin Deutschlands bereits 2004 im Blick auf die Verbrechen der deutschen 'Schutztruppe' im damaligen Deutsch-Südwestafrika von Völkermord sprach. Die Rede finden Sie
hier.

Im Anschluss an Heidemarie Wieczorek-Zeul wird
Dr. Medardus Brehl vom Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhruniversität Bochum zu dem Völkermord aus dem Blickwinkel des Historikers sprechen.

Am Nachmittag wird Dr. Hanns Lessing auf der Basis dieser beiden Beiträge die Mitverantwortung der Vorgängerinstitution der Ev. Kirche in Deutschland, des preußischen Oberkirchenrats, in den Blick nehmen:
"Die Verantwortung deutscher Kirchen für den Völkermord in Namibia. Historische Perspektiven und gegenwärtige Diskussionen".

"Nichts ist schwieriger, als umzukehren", sagte 2005 der damalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, bei einer Ansprache, in der er den Anteil der Kirche am "ersten Völkermord im 20. Jahrhundert" bekannte. Inzwischen sind weitere 10 Jahre vergangen und die EKD-Bischöfin (für Ökumene und Auslandsarbeit) Petra Bosse-Huber benannte im Sommer 2015  die Pflicht der Kirchen, die Diskussion um die Anerkennung des Völkermords an Hereos, Nama und Damara 1904 - 1908 weiter zu führen - insbesondere deren kirchenpolitische Konsequenzen.
Diese Forderung steht zum Abschluss des Studientags im Mittelpunkt.

Sie sind herzlich eingeladen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.

Anmeldung hier oder: 0234-962904-66.

Ministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul war von 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dieses Amt behielt sie auch in der von 2005 bis 2009 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführten Großen Koalition. Als Ministerin setzte sie deutliche Akzente auf die internationale Armutsbekämpfung.

Dr.  Medardus Brehl i
st Historiker und Literaturwissenschaftler und arbeitet am Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum. Er hat zahlreiche Aufsätze über Genozidforschung und Kolonialismus sowie zum Themenbereich Literatur und kollektive Gewalt veröffentlicht.  Brehl ist Verantwortlicher Redakteur der "Zeitschrift für Genozidforschung".

Dr. Hanns Lessing
, Pfarrer der Ev. Kirche von Westfalen war Dozent am Paulinum in Windhoek/Namibia, von 2007 bis 2015 Pfarrer in Schüren, ist Koordinator für die Generalversammlung in der Geschäftsstelle der Weltgemeinschaft reformierter Kirchen (WGRK), Hannover.

Kosten: 10,- €, erm. 8,- € und für Akademiemitglieder - inkl. kleinem Mittagessen und Imbiss


Informationen bei Birgit Weinbrenner, Ev. Akademie Villigst, Tel: 02304 -755 322

Anmeldung

Veranstaltungen sind i.d.R. kostenpflichtig (siehe Downloadprogramm oder Preisanfrage über Ansprechpartner/in).
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