Kirche und Justiz

Die Evangelische Kirche nimmt mit diesem Angebot für straffällig gewordene Menschen ihre Anwaltsfunktion für Gruppen wahr, die am Rande der Gesellschaft stehen.

2021_09_07©rajesh_rajput_unsplash

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen bietet seit 1974 in jedem Jahr inhaftierten Männer und Frauen fünf Ehe-, Partnerschafts- und Familienseminare an. Die Bildungsarbeit im Arbeitsfeld Kirche und Justiz geschieht in enger Abstimmung mit den Institutionen der Justiz und der Gefängnisseelsorge.

Die Seminare dauern zwischen 5 und 11 Tagen und finden an Orten außerhalb des Strafvollzugs in Bildungsstätten und Tagungshäusern statt. Das Ziel der Seminare ist, das Selbsthilfepotential der Paare und Familien zu stärken. Im klar strukturierten Tagesablauf werden die Themen der Paare innerhalb wechselnder Klein- und Großgruppen aufgenommen und bearbeitet. Dies geschieht mit Methoden aus der Paarberatung, themenzentrierten Interaktion, Gruppendynamik etc.

Für die Seminarbegleitung sind Teams, zuständig  die sich gleichermaßen aus Frauen und Männern, aus Beratung, Seelsorge und Vollzug zusammensetzen. Die Seminare bieten den Paaren und Familien die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum das eigene und das gemeinsame Leben in den Blick zu bekommen, an der Beziehung zu arbeiten und Perspektiven zu entwickeln.

 

GANG - Wege aus der Gewalt

 

Seminare für männliche Gewalttäter

Gewalt macht Angst und Gewalttätigkeit zerstört. In allen ihren Formen schädigt sie sowohl den einzelnen Menschen an Leib und Seele, als auch die Gemeinschaft. Gewalt und Gewalttätigkeit gehören zu einem Kreislauf von Angst, Macht und Ohnmacht. Ziel der Veranstaltungen des Institutes ist es, diesen Kreislauf zu unterbrechen.

GANG steht als Kurzform für das Projekt "Gewaltig - Aber Nicht Gewalttätig". In enger Abstimmung mit Justizvollzugsanstalten in NRW werden inhaftierte Männer mit Gewalterfahrungen zu einer einwöchigen Veranstaltung eingeladen. Diese Veranstaltungen finden in Tagungsstätten statt und helfen den teilnehmenden Männern Gewaltdynamiken in der eigenen Biographie zu erkennen und realistische Perspektiven für gewaltfreies Verhalten zu entwickeln. Mit GANG wollen das "Institut für Kirche und Gesellschaft" der Evangelischen Kirche von Westfalen und die Diakonie für Bielefeld gGmbH, in Kooperation mit der JVA Bielefeld-Senne, der JVA Attendorn und den sozialen Diensten der Justiz einen aktiven Beitrag zur Überwindung von Gewalt leisten.

Neue Lebensperspektiven und Verhaltensweisen zu entwickeln und soziale Bindungen zu festigen sind wichtige Ressourcen für ein Leben in Freiheit

Kontakt

Jürgen Haas
02304 / 755 374
juergen.haas@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte

 

Kontakt zur Justiz

Sollten Sie Fragen zu den vollzuglichen Voraussetzungen für die Teinahme haben, wenden Sie sich bitte an unsere Kontaktpartnerin in der Justiz

Susanne Wiethaup
JVA Iserlohn
Tel.: 02378 / 83 124
susanne.wiethaup@jva-iserlohn.nrw.de