Gemeinsames Forderungspapier zur COP26

In einem gemeinsamen Papier stellen die Klima-Allianz Deutschland und VENRO ihre Forderungen zur 26. Weltklimakonferenz in Glasgow vor.

Neben den offenen Punkten aus dem Regelbuch des Pariser Abkommens müssen insbesondere Anpassungsmaßnahmen und der Umgang mit Schäden und Verlusten im Globalen Süden finanziell besser abgedeckt und weiterentwickelt werden. Dazu gilt es, Strategien für den Umstieg auf erneuerbare Energien im Globalen Süden durch Finanzierungen, Technologietransfer und Trainingsmaßnahmen zu unterstützen. Deutschland und die EU tragen für das Gelingen der COP26 eine große Verantwortung.

Nach zwei Jahren ohne reguläre internationale Klimaverhandlungen findet die 26. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP26) vom 31. Oktober bis 12. November in Glasgow unter besonderen Vorzeichen statt: Noch immer beeinträchtigt die globale COVID-19-Pandemie massiv die Gesundheit und den Alltag von Millionen Menschen, vor allem im Globalen Süden. Gleichzeitig schreitet die Klimakrise immer schneller voran, wie es der erste Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) vom August 2021 verdeutlicht hat.

COP26_Positionspapier_©Klima Allianz Deutschland

Auch der Sommer 2021 hat gezeigt: Extremwetterereignisse werden immer häufiger und gefährlicher. Wir haben Starkregen und Hochwasser in Deutschland, China und Indien erlebt, Waldbrände im Mittelmeerraum und extreme Hitze in Kanada. Die letzten eineinhalb Jahre haben uns vor Augen geführt, wie dringlich die Vorsorge in Bezug auf Naturkatastrophen und Pandemien ist. Auch während der anhaltenden COVID-19-Pandemie gilt es, die globale Klimakrise sowie ihre kurz- und langfristigen Folgen bestmöglich einzudämmen.

Das Jahr 2021 hat aber auch positive Signale für den Klimaschutz gebracht: Die USA haben sich dem Pariser Klimaabkommen wieder verpflichtet. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass die Klimaziele in Deutschland nicht ausreichen. Und Millionen von Menschen gingen weltweit auf die Straße oder demonstrierten im Netz für eine wirksame Klimapolitik. Die Klimakrise erfordert schnelles und entschiedenes politisches Handeln für transformative Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Die gute Nachricht ist: Die Lösungen zum Umgang mit der Klimakrise liegen auf dem Tisch. Sie müssen nun zügig, mutig und konsequent umgesetzt werden – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Weltklimakonferenz in Glasgow kann hier zu einem Meilenstein werden [...] Alle Staaten sollten ihre überarbeiteten und verbesserten nationalen Klimaschutzpläne (NDCs) und Langfriststrategien sowie Finanzierungszusagen nicht nur vorlegen, sondern diese auch schnellstmöglich durch kurz- und mittelfristige Umsetzungspläne ergänzen und Wege zu einer umfassenden Dekarbonisierung – der Abkehr von fossilem Brennstoff über den Energiesektor hinaus – aufzeigen.

Neben den offenen Punkten aus dem Regelbuch des Pariser Abkommens müssen insbesondere Anpassungsmaßnahmen und der Umgang mit Schäden und Verlusten im Globalen Süden finanziell besser abgedeckt und weiterentwickelt werden. Dazu gilt es, Strategien für den Umstieg auf erneuerbare Energien im Globalen Süden durch Finanzierungen, Technologietransfer und Trainingsmaßnahmen zu unterstützen. Deutschland und die EU tragen für das Gelingen der COP26 eine große Verantwortung. Um ihr gerecht zu werden, muss die EU ihren fairen Beitrag an Emissionsminderungen leisten, durch internationale Klimafinanzierung, aber auch indem sie die Länder unterstützt, die über weniger finanzielle Ressourcen verfügen und schon jetzt massiv von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind. Wenn Deutschland und die EU bei den Klimaverhandlungen deutlich für einen ambitionierten Klimaschutz einstehen, ermutigen sie auch andere zu verstärkten Bemühungen.

Mit diesem Positionspapier legen VENRO und die Klima-Allianz Deutschland ihre Forderungen zur 26. Weltklimakonferenz an die deutsche Bundesregierung vor.

Das vollständige Positionspapier können Sie hier lesen.

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Klaus Breyer, Leiter des IKG, ist Sprecher
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