Auf dem Weg zu einem nachhaltigen und gerechten Finanzsystem

Eine evangelische Orientierung für Reformschritte zur sozial-ökologischen Transformation der Finanzwirtschaft

Finanzkrisen und die wachsende ökonomische Ungleichheit weisen sowohl national als auch weltweit unmissverständlich auf Verantwortungsdefizite in der Finanzwirtschaft und ihrer Kontrolle hin. Die aktuellen Herausforderungen der globalisierten Welt können jedoch ohne eine auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft nicht bewältigt werden. Mit diesem Impulspapier möchte die EKD „finanzwirtschaftliche Alphabetisierungsarbeit“ leisten und als „Mahner, Mittler und Motor einer nachhaltigen Entwicklung“ zu einer entsprechenden Transformation des Finanzsystems beitragen.

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„Ob Cum Ex oder Wirecard-Skandal nicht nur die Finanzskandale der jüngeren
Zeit zeigen, dass es Defizite bei der Verantwortung in der Finanzwirtschaft und
ihrer Kontrolle durch Politik und Rechtsstaat gibt“, schreibt der Vorsitzende des
Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich
Bedford-Strohm, im Vorwort des EKD-Textes 138. Bereits die
Finanzkrise 2008 habe offenbart, wie gefährlich die Entwicklungen eines
unregulierten internationalen Finanzmarktes seien und auch die zu
beobachtenden wachsenden nationalen und globalen ökonomischen
Ungleichheiten legten Fehlentwicklungen offen. „Die EKD tritt seit vielen Jahren
für das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ein. Die Dynamiken, Strukturen
und Leitwerte im Finanzsystem sind dafür von zentraler Bedeutung“, betont
Bedford-Strohm.


Der Text wurde von der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung unter dem
Vorsitz von Professor Uwe Schneidewind, ehemals Präsident des Wuppertal
Instituts für Klima, Umwelt und Energie, verfasst. „Die Kammer spricht sich für
eine sozial-ökologische Transformation der Finanzwirtschaft aus. Der Impulstext
bietet eine evangelische Orientierung für die dafür benötigten Reformschritte“,
erklärt Schneidewind. Der Text trete ein für eine Stärkung der
Verantwortungszusammenhänge von Finanzwirtschaft und Realwirtschaft, sowie
Politik und Rechtsstaat, die allesamt dem Gemeinwohl dienten und sich an der
ökologischen Tragfähigkeit der Erde orientieren sollten.


„Da die Strukturen der Finanzwirtschaft häufig als undurchschaubar empfunden
werden, will der EKD-Text in dieser Thematik aufklären und informieren“, sagt der
Kammervorsitzende. „Gleichzeitig werden die theologisch-ethischen Grundlagen
des biblischen Zeugnisses sowie der reformatorischen und der ökumenischen
Tradition im Hinblick auf diese Zusammenhänge reflektiert.

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