Für das Jahr 2026 wurde der Gewöhnliche Natternkopf zur Wildpflanze des Jahres gekürt. Zur bundesweiten Wahl riefen der ökologische Anbauverband Bioland gemeinsam mit der Umwelt- und Naturschutzorganisation NaturGarten e. V. auf. Die Datenbank NaturaDB nennt u.a. 39 Wildbienen- und 42 Schmetterlingsarten, die vom Natternkopf profitieren. Auf unseren Projektfriedhöfen kommt er auch vereinzelt vor – ein Grund mehr, ihn hier vorzustellen.
Diese anspruchslose, aber ökologisch wichtige Wildpflanze fällt durch ihre langen Blütenstände auf, die im Frühsommer zunächst rosa und später bläulich erstrahlen. Sie bevorzugt trockene, sandige oder steinige Standorte wie Wegränder, Bahndämme oder sonnige Gartenbereiche. Auch Friedhöfe bieten ihm einen Lebensraum, insbesondere in den Randbereichen: Wir konnten ihn u.a. in Meschede entdecken. Der Natternkopf ist meistens zweijährig: im ersten Jahr erscheint eine Blattrosette, der Blütenstand zeigt sich erst im darauffolgenden Jahr. Wenn Sie den Natternkopf bei sich ansiedeln wollen, säen Sie ihn am besten aus, idealerweise mit Regio-Saatgut.
Der Natternkopf ist weit mehr als nur ein hübscher Blickfang: Sein nektarreicher Blütenstand zieht zahlreiche Insekten an und dient vielen Arten als Nahrungs- oder Lebensgrundlage.
Mit der Auszeichnung soll auf die Bedeutung heimischer Wildpflanzen für die biologische Vielfalt aufmerksam gemacht werden. Der Natternkopf steht symbolisch für die oft übersehene Vielfalt am Wegesrand und im Garten, die einen wertvollen Lebensraum für Insekten bietet. Seine Förderung ist ein Beitrag zum Schutz unserer Ökosysteme – denn ohne diese Pflanzen verlieren viele Tiere ihre Lebensgrundlage.
Dr. Gunnar Waesch
05241 / 23485 - 126
gunnar.waesch@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte