
Vor Ort gibt es zwei Teiche – eine Seltenheit auf Friedhöfen. Welche Pflanzen und Tiere an einem natürlichen Teich leben, wie man einen Naturteich anlegt und welche rechtlichen Aspekte man dabei beachten muss, das erläuterten Dipl.-Geografin Carina Völker und Dipl.-Biologe Dr. Gunnar Waesch in diesem Workshop. Auch Tränken für Vögel und Insekten fördern die Biologische Vielfalt und gehören aus Sicht der Projektleitenden auf Friedhöfen und in Gärten dazu.
Die Teilnehmenden, teilweise auch hauptamtlich Tätige auf Friedhöfen, konnten ihre Erfahrungen beisteuern und bereicherten damit den Vortrag. Sicherheitsaspekte wurden angeregt diskutiert. Für das Catering hatte das Gemeindeteam um Dorte Brune gesorgt, Stehtische, Kaffee und Tee zur Begrüßung sowie belegte Brötchen und Kaltgetränke als Stärkung zur Mittagszeit standen bereit.
Dass alle kräftig mitanpacken wollten, zeigte sich bei der Anlage eines Miniteichs: Ein Mörtelfass wurde mit Kautschukfolie ausgekleidet, einige Gießkannen Wasser und helfende Hände mussten her, damit die Folie schön eng anlag. Stefan Meyer vom Friedhofsausschuss Spenge ließ es sich nicht nehmen, mittels Bruchsteinen verschiedene Wassertiefen zu modellieren. Inzwischen hatten andere Teilnehmerinnen die Wasserpflanzen in mit Vlies ausgekleidete Pflanzkörbe gesetzt und sie mit Steinen und Kies beschwert. Dann war es so weit: An die tiefste Stelle kam die Zwergseerose und das Hornblatt, die Flachwasserzone wurde mit Igelkolben, Gilbweiderich und Schwertlilie bepflanzt und die Wasserminze sorgte für aromatische Duftwolken. Wasserlinsen, besser bekannt als Entengrütze, die auf der Wasseroberfläche schwimmen und sich schnell vermehren, bildeten die Schwimmpflanzenzone. Inoffizieller Höhepunkt war die Verlosung des Miniteichs, der auf dem Neuen Friedhof in Gütersloh ein neues Zuhause finden wird.
Bei der Auswertungsrunde sagte Lennart Runge, Friedhofsgärtner und -vorarbeiter aus Gütersloh: „Für mich gehört Wasser als bereicherndes Element auf dem Friedhof dazu!“, den Vortrag fand er spannend und informativ. Ulrike Barkey, Schöpfungsbotschafterin aus Kattenvenne, ergänzt: „Ich bin noch ganz beeindruckt von der Naturerfahrung: man muss sich nur ein paar Minuten still an den Teich stellen und ein bisschen beobachten –dann entdeckt man auf einmal einen Schwimmkäfer, den Fisch auf dem Gewässergrund und vieles mehr!“
Bei der Besichtigung des Teiches, der Mittagpause und der Friedhofsführung mit Friedhofgärtnerin Tanja Rahmel zum Schluss war viel Gelegenheit zu Austausch und v.a. bei der Gestaltung des Miniteichs wurde viel gelacht.
Diese Veranstaltung hat im Rahmen des BiCK-Projekts (BiodiversitätsChecks in Kirchengemeinden, Schwerpunkt Friedhöfe) stattgefunden, das unter dem Motto „Unsere Kirche summt!“ steht. Es wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und richtete sich hauptsächlich an die im Projekt aktiven Schöpfungsbotschafter*innen.
Carina Völker
02304 / 755 345
carina.voelker@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte