05.10.2026

Friedensethik im Dilemma:
Abschreckung mit Nuklearwaffen als Prävention?

Antrago 260704

The modernization and further deployment of nuclear weapons raise potential risks related to nuclear escalation … Geopolitical tensions and regional conflicts highlighted the risk of nuclear weapon use as well as the possibility of uncontrolled release of radioactive materials resulting from attacks on civilian nuclear infrastructure … The prospects for building meaningful political momentum with nuclear-armed states for any new risk reduction measures, let alone steps towards disarmament, remained highly unlikely. (SIPRI Jahrbuch 2026)

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hat 2026 die Warnungen aus dem vergangenen Jahr vor den Risiken atomarer Bewaffnung noch einmal verschärft. Eine wachsende Unsicherheit besteht auch darin, dass der letzte noch existierende bilaterale Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen zwischen USA und Russland (New-Start-Abkommen) im Februar ohne Nachfolgeregelung ausgelaufen ist. Auch die 11. Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag (NVV) endete im Mai dieses Jahres ohne Ergebnis. Angesichts der aktuellen geopolitischen Konfliktlagen muss von einem Anwachsen der Atomwaffenarsenale (Wettrüsten) ausgegangen werden – Abschreckung (auch mit atomaren Waffen) scheint sicherheitspolitisch das Gebot der Stunde zu sein.

 

Damit stellt sich neu die Frage nach der friedensethischen Legitimität: das Dilemma ist unausweichlich, mit Waffen zu drohen, deren Einsatz ethisch absolut nicht gerechtfertigt ist. Gleichzeitig ist nukleare Abschreckung nur dann wirksam, wenn die Drohung im Ernstfall auch umgesetzt wird. Wie müssen friedensethische Fragen und Abwägungen unter den aktuellen geopolitischen Herausforderungen diskutiert und beantwortet werden? Darf es Ausnahmesituationen geben, in denen die Abschreckung mit Nuklearwaffen zugleich als Prävention verstanden werden kann/muss?

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Friedensbeauftragten der Ev. Kirche von Westfalen, Superintendent Christian Bald (Bielefeld) und der Begleitgruppe Friedensarbeit der Ev. Kirche von Westfalen statt.

Anbieter
Institut für Kirche und Gesellschaft
Nummer
260704
Datum / Uhrzeit
05.10.2026 17.00 – 20.00 Uhr
Ort
Online Veranstaltung
Kosten
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos
Ansprechperson

Ulrike Pietsch

02304 755-325

ulrike.pietsch@kircheundgesellschaft.de

 
Anmeldung