Bei strahlendem Sonnenschein sind mehrere zehntausend Menschen im April in Köln, Hamburg, Berlin und München auf die Straße gegangen, um für eine sozial gerechte Energiewende und eine nachhaltige Zukunft zu demonstrieren. Auch das Institut für Kirche und Gesellschaft war an der Mobilisierung beteiligt.

Hintergrund der Proteste sind aktuelle energiepolitische Entwicklungen, die aus Sicht der Bündnisse einen Rückschritt bedeuten: Kritisiert wird insbesondere, dass der Ausbau erneuerbarer Energien gebremst und stattdessen fossile Energieträger wie Gas wieder stärker gefördert werden könnten. Das hätte weitreichende Folgen – sowohl für den Klimaschutz als auch für Wirtschaft und Gesellschaft.
Denn erneuerbare Energien gelten als zentraler Baustein für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung: Sie reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Importen und damit auch von autoritären Regimen, stärken die globale Sicherheit und tragen zu mehr Gerechtigkeit bei. Gleichzeitig vermeiden sie hohe Kosten – aktuell verursacht allein der Import fossiler Energien in Deutschland jährlich enorme Ausgaben.
Zugleich sind erneuerbare Energien ein wirtschaftlicher Faktor: Sie sichern hunderttausende Arbeitsplätze, gelten als Zukunftstechnologie und bilden die Grundlage für langfristig stabile Energiepreise. Ein Rückbau oder eine Verlangsamung ihres Ausbaus würde daher nicht nur klimapolitische Ziele gefährden, sondern auch ökonomische Chancen verspielen.
Von Umweltorganisationen über Verbraucherinitiativen bis hin zu politischen Vertreterinnen: Zu der Demonstration aufgerufen hatte Fridays for Future gemeinsam mit weiteren Bündnispartnern, auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki unterstützte den Aufruf. Die Demo vereinte unterschiedlichste Perspektiven und machte deutlich, wie breit der gesellschaftliche Rückhalt für konsequenten Klimaschutz inzwischen ist. Auch auf der Bühne spiegelte sich diese Vielfalt wider. Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Vertreter*innen der Verbraucherzentrale sowie zahlreiche NGOs brachten ihre Expertise ein und unterstrichen die Dringlichkeit des Handelns.
Besonders auffällig war die große Bandbreite der Teilnehmenden: Menschen aller Generationen waren dabei – von jungen Klimaaktivist*innen bis hin zu älteren Unterstützer*innen. Diese Mischung verlieh der Demonstration eine besondere Dynamik und zeigte, dass die Forderung nach einer gerechten Energiewende längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
„Die Atmosphäre vor Ort war geprägt von guter Stimmung, gegenseitigem Respekt und einem klaren gemeinsamen Ziel. Trotz der Größe der Demonstration verlief alles friedlich und die Polizeipräsenz blieb entsprechend gering“, sagt Simone Hüttenberend, Klimaschutzmanagerin EKvW.

Simone Hüttenberend, Klimaschutzmanagerin | Klimabüro EKvW