„Schub für Klimaschutz ist ausgeblieben“

Eine Einschätzung von Klaus Breyer

Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der EKvW, sieht nach dem Petersberger Klimadialog das Erreichen der Klimaschutzziele skeptisch. Bislang sei kein Land dem Aufruf der letzten UN-Weltklimakonferenz gefolgt, die eigenen Klimaziele so zu verschärfen, dass sie mit dem Pariser Klimaabkommen kompatibel werden. „Bleibt es bei diesem Trend, werden die Treibhausgasemissionen bis 2030 nicht um 50 Prozent sinken, sondern um mehr als 14 Prozent steigen“, warnt Breyer. „Das wäre eine Katastrophe, erst recht für arme Staaten. “ Die, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, würden darunter am meisten leiden.

Schutz für Klimaschutz ist ausgeblieben, ©american-public-power-association_unsplash

UN-Generalsekretär António Guterres habe in Berlin zurecht die Industrieländer aufgefordert, konkrete Zeit- und Umsetzungspläne zur Erfüllung des 100-Milliarden-Versprechens an den Globalen Süden vorzulegen, so Klaus Breyer. „Auch nach dem diesjährigen Petersberger Klimadialog bleibt unklar, wie die Industrieländer ihren Finanzierungsversprechen konkret nachkommen wollen. Der Schub für Klimaschutz ist ausgeblieben.“

Durch den Ukrainekrieg müsse auch der Klimaschutz in weiten Bereichen auf andere Grundlagen gestellt werden, meint der Leiter des IKG. Wichtig sei dabei, dass die Entkopplung vom russischen Gas nicht in andere fossile Abhängigkeiten führe, sondern zu einem Treiber des Klimaschutzes werde. „Wir brauchen jetzt eine Beschleunigung der Energiewende hin zu den Erneuerbaren, zu mehr Energieeffizienz“, unterstreicht der Theologe. Wichtig werde auch das Energiesparen - bei allen, die die Möglichkeiten dazu hätten.

Lesen Sie hier den Artikel in der epd-Ausgabe Nr. 138.

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Klaus Breyer, Leiter des IKG

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