Weltklimarat (IPCC) stellt neuen Bericht zu den Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur vor

02.03.2022

Ein Kommentar von Klaus Breyer

Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine – Krieg in Europa. Krieg gegen in Frieden und Freiheit lebende Menschen. Sie bekommen die volle Brutalität des autokratischer Machterhalts zu spüren. Sogar der atomare Erstschlag gegen den Rest der Welt wird von Putin nicht mehr ausgeschlossen.

Jetzt kommt es darauf an, dieser unfassbaren, kriegsverbrecherische Aggression zu widerstehen: in Solidarität mit den um ihre Heimat und ihre Demokratie kämpfenden Ukrainern, in Solidarität mit den vielen Menschen. die sich auf der Flucht befinden. Sie bedürfen unseres Schutzes.

Es fällt schwer, in dieser Zeit den Kopf halbwegs frei zu bekommen, um sich mit einer Katastrophe auseinanderzusetzen, die (nach wie vor) schleichend die Menschheit bedroht. Dennoch! Es führt kein Weg vorbei: Wir müssen es! Wenn es zeitnah nicht gelingt den Klimaschutz weltweit - mit bisher nie zuvor gekannten Anstrengungen - voranzubringen, schließt sich endgültig das Zeitfenster mit einer klimaresilienten Entwicklung noch eine menschenwürdige Zukunft zu erreichen.

Erneuerbare Energien

Das ist die zentrale Botschaft des heute erschienen Berichts des Weltklimarats. Die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben und zu den ärmsten der Welt zählen, brauchen dabei unsere besondere Unterstützung. Aber auch der Russlandkrieg untermauert auf schreckliche Weise die gebotene schnelle Abkehr von fossilen Energieträgern. Durch den ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien und mit Hilfe der Steigerung der Energieeffizienz wird diese Erpressbarkeit zu Ende gehen. Erneuerbare Energien sind also kein Beitrag zur Destabilisierung (wie ihnen oft unterstellt wird), sondern im Gegenteil, sie sind geradezu ein Mittel zur Stabilisierung des Klimas und gleichzeitig auch der Wirtschaft und Gesellschaft. Das ist eine weitere traurige Lehre aus dem North-Stream Abenteuer und der Gaz-Prom Kumpanei in der deutschen Politik der letzten Jahrzehnte.

Die Bundesregierung scheint den Weg des forcierten Ausbaus der Erneuerbaren, der unseren Sicherheitsbedürfnissen und der Notwendigkeit des Klimaschutz entspricht, nun konsequent gehen zu wollen. Das zeigte die Regierungserklärung am Sonntag. Dem ist vollkommen zu zustimmen Die von der Opposition in die Debatte gebrachte Laufzeitverlängerung von Atom- und Kohlekraftwerken hingegen ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, das abzulehnen ist.

 

Weitere Informationen zu dem neuen Bericht des Weltklimarats finden Sie hier.

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Klaus Breyer
Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft

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