Seit der Entstehung des Programms im Jahr 2019 wurden 186 besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen eine sichere Einreise nach Deutschland ermöglicht. Die eingereisten Menschen haben von insgesamt 43 Mentoring-Gruppen – 270 Mentor:innen – bei ihrem Ankommen in Deutschland Begleitung erfahren.

Mit NesT hat Deutschland ein besonderes Modell erprobt – ein Aufnahmeprogramm, das die staatliche Resettlement-Quote des Bundes ergänzte und an internationale Community-Sponsorship-Programme anknüpfte. Der Staat setzte den Rahmen für die Resettlement-Einreisen besonders vulnerabler Flüchtlinge und die Zivilgesellschaft bringt sich finanziell und ideell ein, um die Aufnahme bestmöglich zu realisieren.
Damit knüpfte Deutschland an die lange Tradition von Community-Sponsorship-Programmen in Kanada an. Insgesamt 43 Mentoring-Gruppen haben sich im Programm engagiert und die eingereisten Menschen bei ihren ersten Schritten in Deutschland unterstützt. Hinter jeder Gruppe und jeder aufgenommenen Familie steht eine individuelle Geschichte – eine Chance auf einen Neuanfang und ein Leben in Sicherheit.
Mit ihrem Einsatz haben die ehrenamtlichen Mentor:innen das Herzstück des Programms gebildet. Sie haben eine geeignete Wohnung angemietet, die Finanzierung der Miete für ein Jahr (zu Beginn des Programms zwei Jahre) organisiert und die Eingereisten beim Ankommen und Einleben unterstützt. Sie haben Behördengänge begleitet, beim Lernen der Sprache geholfen, Kontakte zu Schule, Aus- und Weiterbildung hergestellt und das Kennenlernen der örtlichen Gemeinschaft ermöglicht.
Sie haben Begegnung geschafft, Zugänge geöffnet und praktische Unterstützung im Alltag geleistet. Damit haben sie nicht nur dazu beigetragen, dass Menschen nach oft langen Jahren des Wartens eine Zukunft aufbauen konnten – sie haben auch ein starkes Zeichen gesellschaftlicher Solidarität gesetzt.
Begleitung und Unterstützung haben die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement von der Zivilgesellschaftlichen Kontaktstelle (ZKS) erhalten, die vom Deutschen Caritasverband e. V., der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Deutschen Roten Kreuz e. V. getragen wurde. Für die EKvW haben Referent:innen des Instituts für Kirche und Gesellschaft das Programm zusammen mit den staatlichen Stellen aufgebaut und durchgeführt.
Um die Erfahrungen aus dem Programm festzuhalten, hat die Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle eine Broschüre zum Abschluss des Programms veröffentlicht. Sie gibt Einblicke in die Programmpraxis, schildert Herausforderungen und Erfolge, enthält Erfahrungsberichte von Mentor:innen und Mentees und leitet Empfehlungen für künftige Community-Sponsorship-Programme ab.
Im Zuge der Aussetzung des Resettlement-Programms des Bundes, konnten seit Ende April des Jahres 2025 keine Flüchtlinge mehr über das Programm einreisen. Mit einem Flug aus Kenia, der im Mai 2025 kurzfristig von der Bundesregierung abgesagt wurde und nach zwei erfolgreichen Klageverfahren nachgeholt wird, kann eine letzte NesT-Einreise von zwei Frauen, im Februar 2026 noch realisiert werden.
In Zeiten verschärfter Migrationspolitik ist das Engagement für Menschen mit Fluchtgeschichte von besonderer Bedeutung. Wir bedauern daher das Auslaufen des Programms und danken allen Beteiligten, die sich für das Programm engagiert haben.
NesT wurde gemeinsam vom Bundesministerium des Innern und für Heimat, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Antirassismus und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern und dem UNHCR umgesetzt. Die ZKS wurde vom Deutschen Caritasverband e. V., der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Deutschen Roten Kreuz e. V. getragen. Gefördert wurde die ZKS durch das Bundesministerium des Innern.
Maren Fischer
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