Demokratisch. Feministisch. Verbunden.

IKG-Mitarbeitende setzen wichtige Impulse beim NRW-weiten Forum Demokratie Gender Vielfalt

Wie Gleichstellungsarbeit gestärkt, Diskriminierung entgegengewirkt und demokratische Bündnisse gefestigt werden können, stand im Mittelpunkt des Forums „Demokratie.Gender.Vielfalt“ am 9. Oktober 2026 in der Volkshochschule Dortmund. Das Netzwerk Gender und Vielfalt NRW hat auch in diesem Jahr wieder ein Forum für Austausch- und Lernmöglichkeiten organisiert. Der Fachtag startete mit einer Keynote von Fabian Ceska, Mitgründer von Detox Identity. In seinem Vortrag betrachtete Fabian Ceska die Lebenslagen junger Männer* intersektional und nahm neben gesellschaftlichen Männlichkeitserwartungen auch Erfahrungen von Rassismus, Klassismus, Ableismus und anderen Diskriminierungen in den Blick. Sein Ziel ist es, durch beziehungsorientierte und emotional zugewandte Arbeit junge Männer* dazu zu motivieren, sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen, vielleicht sogar Verbündete zu werden beim Abbau patriarchaler Gewaltverhältnisse und zugunsten von Frauen, queeren Menschen und ihrer eigenen Lebensrealitäten. Nach der Keynote konnten sich die knapp 100 Teilnehmenden auf 14 Workshops verteilen.

Forum IKG

Das Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der Evangelischen Kirche von Westfalen war, neben der organisatorischen Mitwirkung, auch mit fachlichen Beiträgen beteiligt. Dr. Miriam Mauritz, Björn Rode, Marcel Temme und Nicole Richter, alle aus dem Fachbereich Frauen Männer Vielfalt des Instituts für Kirche und Gesellschaft, haben ihre Expertise in die zentralen gesellschaftlichen Debatten eingebracht.

Marcel Temme und Björn Rode widmeten sich dem Thema „Radikalisierungsprävention im Alter“. Ihr Workshop beleuchtete, wie rechtsextreme und verschwörungsideologische Akteur*innen gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Krisen nutzen, um Menschen für radikale Weltbilder zu gewinnen – und welche geschlechtersensiblen Präventionsansätze ältere Menschen erreichen können. Ihr Vortrag zeigte, wie wichtig es ist, Radikalisierung nicht allein als Jugendthema zu betrachten, sondern unterschiedliche Lebensphasen und gesellschaftliche Bedingungen ernst zu nehmen. Damit setzt das IKG einen wissenschaftlichen und praxisorientierten Impuls für eine Präventionsarbeit, die Ausgrenzung frühzeitig erkennt und demokratische Widerstandskraft stärkt.

Dr. Miriam Mauritz und Nicole Richter haben das Awareness-Konzept für die Großveranstaltung aufgesetzt. Awareness bedeutet so viel wie Aufmerksamkeit und stellt bei einer Veranstaltung das Bemühen dar, den Teilnehmenden einen Raum zu bieten, in dem aktiv gegen diskriminierendes Verhalten vorgegangen wird. Zudem finden Personen Begleitung, Unterstützung und einen Rückzugsraum, wenn gewünscht. Dr. Miriam Mauritz und Nicole Richter wirkten inhaltlich als auch praktisch als Awareness-Team und sorgten für einen sichereren Veranstaltungsrahmen.
Sie informierten zudem auf dem „Markt der Möglichkeiten“ über die Ausstellung „Feldwege zum Coming out- Queeres Leben im ländlichen Raum, der Landesfachstelle blick*, die seit Jahresbeginn in der Evangelischen Kirche von Westfalen tourt. Sie zeigten auf, wie eine queersensible Arbeit im kirchlichen Raum gestaltet werden kann.

Das Forum brachte Fachkräfte und Engagierte aus Gleichstellung, Bildung, Kirche, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. In Vorträgen, Workshops und Vernetzungsformaten ging es unter anderem um Antifeminismus, Mehrfachdiskriminierung, Jugendpartizipation, geschlechtliche Vielfalt und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen. Die zentrale Botschaft: Demokratie, Gleichstellung und Vielfalt lassen sich nur gemeinsam stärken. Dafür braucht es fachlichen Austausch, konkrete Handlungsmöglichkeiten und tragfähige Bündnisse über institutionelle Grenzen hinweg. Die Arbeit in dem Netzwerk geht also weiter. Wer als Institution Teil des Netzwerks Gender und Vielfalt werden möchte, kann sich gerne bei Nicole Richter nicole.richter@kircheundgesellschaft.de  melden.

Weitere Informationen zum Netzwerk Gender und Vielfalt NRW finde Sie hier: www.gender-nrw.de/gendernetzwerk-nrw.

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Nicole Richter, Gleichstellungsbeauftragte der EKvW