Rückblick: Kirche
als „Taskforce der Hoffnung“: Austausch zu Klimaschutz-
konzepten

Erfahrungen bei der Umsetzung von kirchlichen Klimaschutzkonzepten – über 60 Klimamangende tauschen sich aus

Den bundesweiten, ökumenischen Austausch zum kirchlichen Klimaschutz organisierte auch im Jahr 2025 wieder das IKG mit. Einen besonderen Impuls setzte dabei die EKD-Schöpfungsbeauftragte mit ihrer Vision von Kirche als einer „Taskforce der Hoffnung“.

Tagung Klimaschutzmanager 2025

Fachvorträge zu gelingenden Projekten und Strategien, Neuigkeiten aus der Förderlandschaft und der Austausch untereinander standen im Zentrum des thematisch breit gefächerten Programms der mit diesmal 60 Teilnehmenden besonders gut besuchten Tagung der Klimaschutzverantwortlichen aus (Erz-)Bistümern und Landeskirchen Anfang Dezember 2025. Klimaschutzkonzepte gibt es mittlerweile in 17 von 20 Landeskirchen und in 14 von 27 (Erz-)Diözesen.

Bereichert wurde die Tagung durch Themenschwerpunkte zur Biodiversität und zur jüngsten Weltklimakonferenz. Dabei demonstrierten IKG-Biodiversitätsexpert*innen Carina Völker und Dr. Gunnar Waesch vor dem Hintergrund ihres Projekts „BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden (BiCK)“, wie Gemeinden und Einrichtungen vor Ort biologische Vielfalt fördern können. Klimapolitikexperte Dr. Sven Rudolph, der die Tagung für das IKG federführend mitorganisiert hatte, berichtete von Erfolgen und Misserfolgen der COP30 im brasilianischen Belém. Er hob dabei die zentrale Bedeutung einer auskömmlichen internationalen Klimafinanzierung zur Unterstützung des vom Klimawandel am stärksten betroffenen Globalen Südens heraus. Zu wenig sei dabei in Belém erreicht worden, so Rudolph.

Eine „Taskforce der Hoffnung“ für den Klimaschutz zu sein, dazu rief die Schöpfungsbeauftrage der EKD Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt auf. Bei der Podiumsdiskussion betonte Christiane Averbeck, Vorständin der Klima-Allianz Deutschland, dass Klimaschutz nur in starken zivilgesellschaftlichen Bündnissen machbar sei, die die Politik immer wieder an ihre Verantwortung erinnerten. Dass die Kirchen eine zentrale Rolle in diesen Bündnissen spiele, darüber waren sich beide einig. Einigkeit bestand auch darüber, dass entgegen vieler Unkenrufe Klimaschutz für die Menschen in Deutschland weiterhin ein zentrales Thema sei. Dieses „breite gesellschaftliche Mandat für den Klimaschutz“ belegt auch eine gerade erst erschienene Studie. Manche aktuelle politische Entscheidung sei vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar, so einhellig Averbeck und Kühnbaum-Schmidt.

Auf eine Frage aus dem Publikum, ob die Kirchen angesichts der verbreiteten Kritik an einem moralisch erhobenem Zeigefinger und apokalyptischen Darstellung der Erderhitzung hier anderes kommunizieren sollten, antwortete die Schöpfungsbeauftragte mit einer Rückfrage: Seit wann sollten Kirchen nicht mehr für Moral zuständig sein, und seit wann sind wissenschaftliche Fakten apokalyptisch?

2023_Rudolph_Sven_Porträtbild_NEU

Dr. Sven Rudolph, Referent für sozial gerechte Klima- und Energiepolitik

Kontakt

Dr. Sven Rudolph
02304 / 755 349
sven.rudolph@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte