Die Mitte liegt im Osten – Kann Europa sich erneuern?

Europa ist ein Kontinent, ein geopolitischer und kultureller Raum, außerdem in Teilen ein sich vereinheitlichender Wirtschafts- und Rechtsraum. Europa steckt voller Geschichte und Geschichten und befindet sich (immer) im Wandel. Mit der Veranstaltungsreihe Die Mitte liegt im Osten – Kann Europa sich erneuern? sind wir den jüngeren und jüngsten Entwicklungen auf der Spur.

Osteuropa

Nicht nur bedingt durch den Angriffskrieg Russlands vor fast fünf Jahren auf die Ukraine, bereits durch die Erweiterungszugänge zur EU in den 2000er Jahren besteht die Notwendigkeit, sich als Staatenverbund mit dem eigenen Selbstverständnis und seinen rechtlichen, sozialen und normativen gesellschaftlichen Grundlagen auseinanderzusetzen.

Rein geographisch hat sich die Mitte verschoben. Nach 40 Jahren unter erzwungener Sowjetherrschaft und 30 Jahren wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transformation schälen sich in Mittel-Osteuropa eigene Identitäten und Narrative im gemeinsamen Haus Europa heraus. Diesen Entwicklungen und ihren Rückkopplungen für Gesamt-Europa und die EU gehen wir nach.

Seit Mai haben wir uns schon mit den Besonderheiten osteuropäischer Literaturen beschäftigt unter der Annahme, dass literarische Texte unmittelbarer gesellschaftliche Veränderungen und Verwerfungen beschreiben. Wir haben die besondere Rolle der Ostseeanrainerstaaten – auch wegen der geopolitischen Veränderungen (der Krieg Russlands hat dazu geführt, dass Finnland und Schweden NATO-Mitglieder geworden sind) – für die Sicherheitskonzepte Europas in den Blick genommen und uns mit einem neueren Zweig der Geschichtswissenschaft beschäftigt, nämlich der Emotionengeschichte. Emotionen - Wut, Zorn, Sehnsucht oder Angst können nicht nur politisches Handeln bestimmen, sie prägen auch das Verhältnis von Menschen und Staaten und deren Miteinander. Nach einem Blick in den Balkan, der die vielschichtigen, historisch, religiös und nationalistisch geprägten Auseinandersetzungen nach dem Tod Titos und des Zusammenbruchs des Ostblocks Europa in den 1990er Jahren durch seine Kriege in Atem gehalten hat, wenden wir uns bis zum Jahresende noch Ungarn und Polen zu.

Immer geht es bei den Online-Abendveranstaltungen um Einblicke in die Situationen vor Ort und die Rückwirkungen auf ganz Europa und die EU.

Noch ausstehende Termine in diesem Jahr, jeweils ab 18 Uhr:

17.11.2026 Vom Demokratievorreiter zum Sorgenkind der EU und zurück? Ungarn nach den Wahlen 2026

14.12.2026 Polens Weg: vom Sorgenkind zum Wirtschaftswunder

 

Kontakt

Kerstin Gralher
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