Politische Ethik und Zeitgeschichte

Politische Ethik erstreckt sich über den gesamten Bereich des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Das Spektrum reicht dabei von grundlegenden Fragen nach einer gerechten Gesellschaft, nach dem Verhältnis von Freiheit und Sicherheit bis zu den Herausforderungen, die Digitalisierung und neue Medien für die Demokratie und politische Willensbildung mit sich bringen. Auch politische Einzelfragen, die sich aus aktuellen Situationen ergeben, sind Teil des Diskursangebots der Evangelischen Akademie Villigst.

Darüber hinaus wird das Verhältnis von Kirche und Staat in den Blick genommen und auf seine geschichtliche Bedeutsamkeit – etwa im Hinblick auf den Einfluss der Kirchen und Religionsgemeinschaften auf die politische Willensbildung –, seine aktuelle Ausprägung und künftigen Ausgestaltungsmöglichkeiten befragt.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umgang mit religiösem und weltanschaulichem Fundamentalismus und darauf, die Grenzen der Toleranz sowie den Umgang mit Intoleranz, sei sie politischer, sprachlicher, religiös-weltanschaulicher oder lebensweltlicher Art, zu diskutieren.

Politische Ethik

Oft ist es hilfreich und erforderlich, für politisch und gesellschaftlich relevante Grundfragen eine historische Perspektive zu öffnen, um feststellen zu können, worauf sich die Werte gründen, die ein Gemeinwesen tragen und zusammenhalten und welche geschichtlichen Erfahrungen sich in aktuellen Entscheidungen und den Antizipationen der Zukunft abbilden. Hilfreich ist der Blick in die Geschichte auch, um die Lasten der Vergangenheit für das Zusammenleben der Menschen in einem Staat und der Staaten untereinander verstehen zu können. Ohne die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gibt es keine gestaltbare Zukunft - ohne Erinnern kein Verstehen.

Gerade in Europa, einem Kontinent, der sich über lange Zeit immer wieder durch Kriege in seinen geopolitischen Strukturen verändert, zerstört und neu geordnet hat, ist die Frage der Staatlichkeit von großer Bedeutung für die Gesellschaften. Ihre Rechtsnormen und Gesellschaftsverträge, ihre Eigenwahrnehmung und die unterschiedlichen nationalen, kulturellen, sprachlichen und rechtlichen Identitäten hat diese Geschichte tief geprägt. Das Verständnis für die pluralistischen Staatsgebilde im „Haus Europa“ und ihre ganz unterschiedliche Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit wird erst durch die historische Perspektive möglich. 

Die Arbeit der Evangelischen Akademie Villigst lenkt den Blick in diesem Schwerpunkt außerdem auf die Begründung der Menschenrechte, der unveräußerlichen Menschenwürde eines jeden einzelnen und die vielfältigen Gefährdungen der Demokratie.

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friederike.barth@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
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kerstin.gralher@kircheundgesellschaft.de
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