Es trifft uns ins Herz

Sommertagung der Männerarbeit beschäftigt sich mit dem Jahresthema der Männer in der EKD

Trotz extremer Hitze trafen sich 35 Männer und eine Frau unter dem Motto „Männer zwischen Verunsicherung und Perspektiven - Es trifft uns ins Herz (Apg. 2,37)“ am 27. und 28. Juni  in Haus Villigst.

Herz am Baum

Der Landesvorstand der Evangelischen Männerarbeit von Westfalen, lud wir jedes Jahr wieder zur Sommertagung ein. Der Landesvorsitzende Dr. Holger Gemba begrüßte die Anwesenden und berichtete kurz über die Entwicklungen auf der Bundesebene. Hier gibt es keine hauptamtlichen Referenten mehr und die Mitglieder des Vorstandes der Männer in der EKD, versuchen einige Schwerpunkte der Arbeit ehrenamtlich fortzuführen. Einer dieser ist das Jahresthema und das dazugehörige Werkheft. Dieses ist die inhaltliche Grundlage für viele Männergottesdienste, Gruppenabende und auch der Sommertagung.

„Held, Herrscher, Herzensbrecher“ war der rote Faden für den theologischen Vortrag von Prof. Dr. Traugott Jähnichen. Er beschrieb den Wandel des Männerbildes in der Bibel von David aus zu Jesus und zeigte Kontraste und Parallelen auf. David, der Frauen als Objekt sah und auch nicht davor zurückschreckt ihren Ehemann in den Tod zu schicken, um Sie an seinen Hof zu nehmen und im Gegensatz dazu Jesus, der Frauen fast schon gleichberechtigt behandelte und mit ihnen selbstverständlich auch über theologische Fragen diskutierte. Für diese Zeit und diesen Ort war allein das schon ein Skandal.
Das ehrenamtliche Kirchenleitungsmitglied Jähnichen endete mit der Apostelgeschichte. Die Männer, die von Jesu Botschaft in Herz getroffen waren, sind nicht am Ende, sondern am Anfang ihrer Reise mit Gott und fragen Petrus um Rat, was sie nun tuen sollen. Der Treffer ins Herz ist erst der Auftakt und führt zu positiven Perspektiven.

Die Verunsicherungen von Männern nahm dann Matthias Stinn in den Blick. Der Psychotherapeut erzählte aus seiner Berufspraxis, von Männern, die keinen Zugang beziehungsweise auch keine Worte für ihre Gefühle haben und dadurch die Krisen im Leben immer direkt als Identitätskrisen erleben. Sie sind immer unmittelbar in Frage gestellt, wenn sie etwas in der Beziehung, auf der Arbeit und gesundheitlich nicht schaffen. Männer sollen eben stark sein, die Familie versorgen und natürlich nicht weinen. Sie leiden unter den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft, die sie in ein Rollenkorsett schnüren, dass sie krank macht. Stinn stellte seinen Ansatz vor, der erst einmal solidarisch und mitfühlend zum Leid von Jungen und Männern steht, aber auch einen Blick auf die strukturellen Privilegien von Männern wirft, um daraus eine positive und offen Perspektive zu entwickeln.

Auf Grundlage dieser beiden Impulse arbeiteten die Teilnehmenden zu den persönlichen und gesellschaftlichen Verunsicherungen weiter und versuchten, eigene Perspektiven zum Beispiel für ihre Männergruppen zu entwickeln.  

Der stellvertretende Landesvorsitzende Pfarrer Herbert Ritter nahm uns in seiner Andacht noch einmal tiefer mit in die Stelle der Apostelgeschichte und zeigt, dass Verunsicherung nichts ist, womit wir allein sind. Wir können unsere Mitmenschen um Rat fragen, uns trösten lassen und werden von Gott auf unserem Weg begleitet.

Die Sommertagung 2027 findet wieder in Haus Villigst am 05. Und 06 Juni statt.

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Jörg Wetjen, Bezirksreferent Ostwestfalen

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Björn Rode, Bezirksreferent Hellweg

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