Ziel ist es, Teilnehmenden Werkzeuge an die Hand zu geben, um den täglichen Anforderungen gelassener zu begegnen – sei es im Berufsleben oder im privaten Umfeld. Im Zentrum des fünftägigen Seminars steht u.a. das Modell der sieben Säulen der Resilienz. Erfinderin des bekannten Modells ist die frühere Chefredakteurin der Zeitschrift „Psychologie Heute“ Dr. Ursula Nuber. Sie beschreibt die Kernkompetenzen, die Menschen helfen, psychisch widerstandsfähig zu bleiben und mit Belastungen umzugehen.

1. Säule: Optimismus
Eine zuversichtliche Grundhaltung zum Leben kann helfen, mit den kleinen und größeren Herausforderungen des Alltags umzugehen. Dabei bedeutet Optimismus nicht, jegliche Probleme zu ignorieren oder herunterzuspielen. Es geht vielmehr darum, daran zu glauben, dass andere Lösungen möglich sind. Zum Beispiel: Nach einer Absage im Job bleibt der Gedanke: „Vielleicht war es nicht die richtige Stelle – bestimmt kommt eine bessere.“
2. Säule: Akzeptanz
Ein berühmtes christliches Gebet beschreibt den Inhalt der zweiten Säule der Resilienz: „Gott*, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Manche Dinge können wir nicht ändern – etwa eine Krankheit oder das Verhalten anderer. Wer das Leben akzeptiert wie es ist, spart Kraft, die für andere Dinge zur Verfügung stehen.
3. Säule: Lösungsorientierung
Resiliente Menschen richten den Blick nach vorn. Sie fragen sich: „Was kann ich jetzt tun?“ statt „Warum ist mir das schon wieder passiert?“. Die Situation annehmen und nach einem Weg Ausschau halten, kann helfen, nicht in einen negativen Gedankenstrudel zu kommen. Ein Beispiel: Nach einem Konflikt im Team oder im Bekanntenkreis wird nicht lange nach Schuldigen gesucht, sondern überlegt, wie sich die Situation für alle verbessern lässt.
4. Selbstwirksamkeit
Wer positiv über sich selbst denkt und spricht und der eigenen Kraft vertraut, lebt Selbstwirksamkeit. Ein Leitsatz dazu lautet: „Ich habe schon andere schwierige Situationen gemeistert – das werde ich schaffen.“
5. Verantwortungsübernahme
Wer sich als Teil eines Prozesses betrachtet, kann auch Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Vorteil: Man fühlt sich nicht ausgeliefert, sondern handlungsfähig, kann die Welt mitgestalten.
6. Netzwerkorientierung
Soziale Kontakte sind wichtig. Wer ein vertrauensvolles Verhältnis zu Freund*innen und Kolleg*innen hat, ist mit anderen Menschen verbunden. Ein offenes Gespräch, eine andere Sichtweise, kann in schwierigen Situationen neue Perspektiven eröffnen und entlasten.
7. Zukunftsplanung
Wer versucht positiv in die Zukunft zu schauen und kleine oder größere Ziele im beruflichen oder im privaten Leben anvisiert, kann darin Halt und Orientierung finden. Wer sich z.B. eine berufliche Veränderung wünscht, kann sich überlegen, wie der nächste Schritt dahin aussehen könnte und bewusst eine Fortbildung angehen.
Die sieben Säulen der Resilienz lesen sich wie ein gutes Rezept, das schwierig umzusetzen ist, wenn die eigene Kraft gerade miniminiert ist. Doch das Modell zeigt: Resilienz ist erlernbar! Egal wann – sie lässt sich trainieren – bis ins hohe Alter. Wer die eigenen Ressourcen stärken möchte: Der nächste Bildungsurlaub findet vom 6. bis 10. Oktober 2025 in Hamburg statt. Es sind noch wenige Plätze frei. Weitere Informationen finden Sie hier.

Nicole Richter, Arbeits- und Organisationspsychologin M.A., Co-Leiterin des Fachbereichs „Frauen Männer Vielfalt“ im IKG
Nicole Richter
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