Einigkeit? Bedingt. Austausch? Gelingt!
Ein Résumé zur Dialogtagung von Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Kirche und Diakonie 2023
Wenn Mitarbeitende des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, von Ausländerbehörden, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, aus der Wissenschaft, dem Ehrenamt und von Anwaltskanzleien gemeinsam tagen, gibt es viele Perspektiven auf das Asylrecht. Die Dialogtagung am 5. und 6. September bot Raum und Zeit für Inputs, Diskussionen und nicht zuletzt persönliche Begegnungen.
Das gesamte Format der Dialogtagung ist darauf angelegt, konstruktiven Austausch zu fördern: Zu jedem Themenschwerpunkt gibt es mindestens zwei Redner*innen, darunter eine Vertretung des Bundesamts und eine aus zivilgesellschaftlichen Organisationen. Dieses Jahr wurde zu den Ländern Afghanistan, Russland und Iran sowie zu Änderungen im Asylprozessrecht referiert. Außerdem gab es die Möglichkeit, zwei aus sechs Arbeitsgruppen zu besuchen. Diese haben sich mit Integrationskursen, dem Dublin-Verfahren, Resettlement, der Situation in der Türkei, der Asylverfahrensberatung und Begleiteten Minderjährigen im Asylverfahren befasst. Es wird in der Organisation stets darauf geachtet, dass auch die Zusammensetzung der AG-Gruppen interdisziplinär ist. Nur so können alle, die mit verschiedenen Aufträgen und in verschiedenen Strukturen im Bereich Asyl wirken, voneinander lernen oder aber auch miteinander streiten – denn Einigkeit besteht unter den Teilnehmenden und Referierenden nur selten. Umso schöner war es, die Diskussionen nicht auf die jeweiligen Tagungsordnungspunkte begrenzen zu müssen. So konnte auch während der Pausen und am Abend auf der Terrasse noch das Gespräch gesucht werden, wozu insbesondere Sebastian Bláha, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Abteilung 4, Gruppe 42: Durchführung von Asylverfahren, Regionalkoordination der Integration Region West), bereits in seiner Begrüßung einlud. Neben ihm haben Helge Hohmann, Ev. Akademie Villigst, und Hanna Zängerling, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V., die diesjährige Tagung geleitet – unterstützt von einem engagierten Vorbereitungsteam.

Insgesamt waren es 150 Teilnehmende und Mitwirkende, die sich nach drei Jahren digitalen Tagens wiedergetroffen haben und nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen kamen. Es ist einmal mehr deutlich geworden, wie komplex, fluide und kontrovers nordrheinwestfälische, deutsche und europäische Bestimmungen / Umsetzungen / Auswirkungen des Asylrechts sind und wie wichtig es ist, kontinuierlich im Gespräch zu sein und auf gegenwärtige globale und lokale Entwicklungen zu reagieren. Die Dialogtagung soll auch im nächsten Jahr Anlass dazu bieten: Sie findet vom 16. bis 17.09. in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr statt. Anmeldungen sind ab Mitte 2024 über die Homepage des Instituts für Kirche und Gesellschaft möglich.
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Hier finden Sie alle Präsentationen und Beiträge von Referierenden der Dialogtagung 2023:
Vorträge:
- Regionale Fluchtbewegungen von Menschen aus Afghanistan und deren Schutzmöglichkeiten
Dr. Katja Mielke
Julia Steinhage - Länderschwerpunkt: Russland
Rudi Friedrich - Länderschwerpunkt: Iran
Diba Mirzaei
Andreas Willmes - Schnell, effizient, einheitlich? – Die Änderungen im Asylprozessrecht und ihre Wirkung
Frank Engel
Heiko Habbe
Dr. Stefan Barden
Arbeitsgruppen:
- AG 1 – Integrationskurs – Chancen und Herausforderungen beim „Ankommen“ in Deutschland in Zeiten steigender Migration
Ioannis Mavroidopoulos - AG 2 – Dublin-Verfahren im Kontext gerichtlicher Entscheidungen von EuGH und Verwaltungsgerichten
Jens Dieckmann - AG 3 – Angekommen und dann? – Resettlement und Humanitäre Aufnahme in der Praxis
Rebecca Einhoff
Johanna Hamoodi
Jens Brockmüller - AG 4 – Türkei – politische Lage, Menschenrechte und die Entscheidungspraxis des BAMF
Zeki Cayci
Amke Dietert - AG 5 – Gut beraten durch’s Verfahren: Wie gestalten wir die Zusammenarbeit von Asylverfahrensberatung und Bundesamt?
Hila Qasem und Magdalena Köster
Reyna Tüzün-Saglam
Thomas Gimpel - AG 6 – Begleitete Minderjährige im Asylverfahren – Herausforderungen in der Identifikation von Schutzbedarfen
Ergebnisse
Kontakt
Helge Hohmann
02304 / 755 329
helge.hohmann@kircheundgesellschaft.de
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte








